Targeting

Produkt bereits erworben: Wie Facebook das größte Problem des Retargetings löst

Retargeting mit bereits gekauften Produkten führt zu genervten Usern und unnötig ausgegebenen Budgets auf Advertiserseite. Facebook schafft nun Abhilfe.

© Flickr / Anne Worner, CC BY-SA 2.0

© Flickr / Anne Worner, CC BY-SA 2.0

Die Entwickler von Facebook haben eine sehr simple Lösung für ein großes Problem des Retargetings in die Plattform implementiert. Zukünftig steht den Nutzern eine Funktion zur Verfügung, mit der sie angeben können, dass sie das beworbene Produkt bereits besitzen.

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Retargeting aus Usersicht oft kritisch betrachtet

Retargeting ist bei vielen Usern hierzulande nicht sonderlich beliebt, obwohl es durchaus ein effektives Instrument des Online Marketings ist. Dabei kommt einerseits die Tatsache ins Spiel, dass sich Nutzer verfolgt fühlen, denn Datenschutz ist gerade in Deutschland ein hoch sensibles Thema. Andererseits sind sie oftmals genervt, wenn ein Produkt immer weiter beworben wird, obwohl es schon längst gekauft wurde. Das kann mehrere Gründe haben. Entweder wurde die Kampagne falsch aufgesetzt oder ein Tool beziehungsweise Browser verhindert das korrekte Tracking. Insbesondere Cross-Device ist es technisch momentan noch schwierig, einwandfreies Retargeting durchzuführen. Es könnte auch ein Werbungtreibender dafür verantwortlich sein, der das Volumen weiter in die Höhe schrauben möchte oder die Plattform selbst, die einfach noch mehr verkaufen will – um nur einige potentielle Quellen zu nennen.

Facebooks Lösung für das Problem

Die Ursachen sind vielfältig, doch der Effekt bleibt derselbe, wenn bereits gekaufte Produkte immer wieder auftauchen: Advertiser geben Budget für häufig sinnlose Kampagnen aus und User fühlen sich belästigt. Facebook ist sich dieses Problems bewusst und hat in den USA bereits eine Funktion gelauncht, die das elegant löst:

"I already own this"-Funktion auf Facebook, © SocialTimes

„I already own this“-Funktion auf Facebook, © SocialTimes

Mit einem Klick auf den Pfeil oben rechts in der Anzeige können Nutzer der Plattform mitteilen, dass sie das Beworbene bereits besitzen. Somit umgeht der User die Mühe, in den Einstellungen seines Browsers aktiv zu werden und Facebook kann die Kampagne stoppen beziehungsweise den Werbungtreibenden informieren. Damit gehen wiederum Daten an das größte soziale Netzwerk, die Advertisern zu noch genauerem Targeting verhelfen könnten. Allerdings sind diese dabei auf die Mithilfe der User angewiesen. Inwiefern die Option tatsächlich zu dem gewünschten Ergebnis führt, bleibt abzuwarten.

Bislang ist dieser Punkt im Menü nur in den USA aufgetaucht. Wann es den deutschen Markt erreicht, ist zurzeit noch unklar.

***Update 18.04.***

Mittlerweile ist die Option auch in der deutschen Facebook-Version zu finden:

Retargeting Facebook

„Dies gehört mir bereits“ ist nun auch in Deutschland verfügbar.

Quelle: SocialTimes

6 Gedanken zu „Produkt bereits erworben: Wie Facebook das größte Problem des Retargetings löst

  1. Johannes

    Grundsätzlich finde ich den Ansatz „okay“. Es gibt den Usern, die Facebook wirklich aktiv bzw. bewusst nutzen eine Möglichkeit, die für sie zugeschnittene Werbung zu beeinflussen. Leider tun das meiner Erfahrung nach nicht viele. Ich persönlich habe oft das Gefühl, dass dann lieber ein erzürnter Kommentar abgegeben wird, als zu schauen, was es für Optionen gibt (verbergen, deabonnieren, …)
    Die Möglichkeit dieser neuen Markierung gibt es nun schon eine Weile und ich merke noch keinen Unterschied. Ich lege immer neue Custom Audiences an, um auszusortieren, da ich sonst eine langfristig stärker werdende negative Resonanz sehe. Ich denke, ich bin nicht der einzige mit dieser Erfahrung!?
    LG
    Johannes

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  2. Wolfgang Gschaider

    Servus,
    vielen Dank für den Beitrag:-)

    Ich bin gerade an einem Testing, bei dem wir nur WCAs tracken und mit einem speziellen Angebot bewerben. Mein Ansatz um überflüssige Anzeigen zu vermeiden ist hier, dass ich eine weitere WCA gezielt ausschließe – nämlich die User, die auf der /thank-you/ Seite erfasst wurden (also gekauft haben).

    Mein Gedanke war hier, dass wenn der User einmal erkannt wird, er auch ein weiteres mal erkannt werden sollte. Über den FB Pixel ist das doch einfacher als über andere Wege – auch im Bezug auf zB Smartphone & Desktop Nutzung – oder liege ich hier falsch?

    Aktuell scheint das gut zu funktionieren…der Betrieb hat aber auch einen super Traffic und wir können pro Woche 1.000+ User in unsere WCAs aufnehmen – was natürlich Hammer ist.

    Ich bin aber gespannt ob ich etwas übersehe;-)

    Liebe Grüße,
    Wolfgang

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  3. Uwe Uhrig

    Sehr interessanter Ansatz. Das Problem wird aber sein, dass potentielle Kunden, die das Produkt noch nicht gekauft haben auch wegdrücken, weil sie im Moment ihre Ruhe haben möchten, sie aber ev. zu einem späteren Zeitpunkt doch kaufen würden.

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  4. Chris @ Blurithmics

    Hallo Anton,

    ich würde gerne hierzu eine Frage stellen bzw. eine Anregung loswerden.

    Ist es nicht viel sinnvoller als Advertiser sauber zu tracken und einen zweiten Cookie-Eintrag für diejenigen zu hinterlassen, die bereits gekauft haben? Ggfs. müssen die Daten getrennt in zwei unterschiedlichen DBs auf unterschiedlichen Servern gelagert werden, um Rechtskonformität zu gewährleisten. Ist aus meiner Sicht aber immernoch deutlich billiger als die verblasenen Budgets …

    Das FB Retargeting ist dann zwar das Sattelzeug, aber das Pferd und die damit einhergehende Datenhoheit liegt beim Advertiser.

    Halte ich für wesentlich klüger.

    Ich nehme an, dass das mit Facebook selbst nicht geht, aber kannst Du Dir das als Integration auf Advertiser-Seite vorstellen?

    All the best,
    Chris

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    1. Anton PriebeAnton Priebe Artikelautor

      Hallo Chris,

      sinnvoller ist das mit Sicherheit und oftmals wird ja ein Pixel bzw. Cookie bei Kaufabschluss gesetzt, doch es gibt viele Gründe dafür, warum das noch nicht zuverlässig funktioniert. Beispielsweise könnte ich das gleiche Produkt bei einem anderen Anbieter gekauft haben, Tracking generell blockieren oder – wie im Artikel schon angedeutet – mit einem anderen Gerät shoppen gegangen sein, das nicht getrackt oder meinem Profil zugeordnet werden kann. In dem Fall ist Facebooks Lösung einfacher, wenn auch nicht unbedingt zuverlässiger, da der User aktiv mitarbeiten muss.

      Beste Grüße
      Anton

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      1. Chris @ Blurithmics

        Hi Anton,

        das ist generell ja nicht falsch, aber als Betreiber eines Onlineangebots interessiert mich doch in erster Linie und insbesondere in Bezug auf diesen Artikel, wie ich mein eigenes Tracking so sauber hinbekomme, dass ich den NUtzer nicht mit unnötigem Müll per Retargeting nerve.
        Das es immer irgendwelche Ausnahmen geben wird, ich glaube da sind wir uns alle einig.

        Man freue ich mich, sollte mal STS Tracking in Deutschland datenschutzrechtlich vertrebar werden … zumindest aus Marketer-Sicht ;)

        Frohe Ostern and happy optimizing,
        Chris

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