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Professionelles Bloggen: 7 goldene Regeln für 100.000 Views monatlich

Wir erklären dir, welche sieben Regeln du befolgen solltest, um jeden Monat 100.000 Leser für deinen Blog zu generieren.

© Jaromir Chalabala | shutterstock.com

© Jaromir Chalabala | shutterstock.com

Neil Patel gilt als einer der größten Influencer im Web und zählt laut Forbes zu den zehn einflussreichsten Online Marketers weltweit. Seit Jahren legt er auf seinem Blog Quick Sprout Taktiken zum erfolgreichen Content Marketing offen. Nun gibt er zum ersten Mal Einblick in sieben goldene Regeln, die bei erfolgreichen Blogposts zu beachten sind und verrät, dass selbst er sich – zumindest überwiegend – an seine Regeln hält.

Im Folgenden verraten wir euch, welche Regeln Patel beim Bloggen stets befolgt und wie er damit monatlich über 100.000 Views auf KISSmetrics, Crazy Egg und Quick Sprout generiert.

1. Finde den richtigen Grundtenor

Damit möglichst viele User deinen Blogpost lesen, musst du den richtigen Rahmen dafür setzen. Aufmerksamkeit erregende Teaser machen den Leser neugierig und verleiten ihn zum Weiterlesen.

Daher sind eingängige Texte wichtig, denn hätte Patel einfach „Sieben Regeln, an die andere Blogger sich halten“ geschrieben, hätten weniger User den Post gelesen. Denn er verspricht keinen Profit: Weder sind dem User die „anderen“ Blogger bekannt, noch können sie mit derartigen Zahlen (100.000 Besucher) aufwarten. Patel nutzt also seine Bekanntheit und seinen Ruf, um die Besucher mit einem vielversprechenden Artikel, in dessen Überschrift er schon andeutet, sein eigenes Wissen weiterzugeben, anzulocken.

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Auch der Einstiegstext sollte so gestaltet sein, dass der Leser mitgerissen wird und nach – oder schlimmer: noch während – der Lektüre des Teasers nicht wieder abspringt. Anhand des Beispieles eines E-Commerce-Kollegen verdeutlicht Patel, wo der entscheidende Unterschied liegt:

Hope you had a profitable Thanksgiving.

Dieser Text hätte wohl kaum einem Besucher das Weiterlesen schmackhaft gemacht. Eine bessere Variante, die einen großen Unterschied ausmacht, ist folgender Vorschlag:

What if I told you that you could have made two, if not three, times more money on Black Friday than what you pulled in? The reality is you could have, but before I go into how, let me first explain why…

Der Unterschied ist leicht erkennbar. Der Grundtenor eines Blogposts ist demnach eines der wichtigsten Elemente für hohe Besucherzahlen.

2. Fessle die Leser mit der Überschrift 

Im Schnitt wird leider nur einer von vier Besuchern, die deine Überschrift gelesen haben, auch den Artikel lesen. Das liegt zumeist an nichtssagenden Überschriften.

Fünf Punkte, wie du eine perfekte Überschrift schreibst und die Besucher auf diese Weise fesselst:

  • idealerweise solltest du sechs Worte nicht überschreiten und unter 65 Buchstaben liegen
  • mache Gebrauch von interessanten Adjektiven
  • nutze auch negative Umschreibungen, um den Leser zu verunsichern
  • personalisiere deine Überschriften
  • wenn möglich, nutze Zahlen und Daten

3. Daten erhöhen deine Glaubwürdigkeit

Wenn du als Experte auf deinem Gebiet angesehen wirst, ist es wahrscheinlicher, dass mehr Leute dir folgen. Es ist einfacher, als Experte angesehen zu werden, wenn du deine Erkenntnisse auf Daten stützt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob du diese Daten selbst generiert, oder sie von jemand anders übernommen hast. Das kontinuierliche Nutzen von Daten erhöht deine Glaubwürdigkeit und zeigt, dass du tatsächlich recherchiert hast und dir deine Hypothesen nicht ausdenkst.

Dies ist einer der Hauptgründe für Patel, wöchentlich datenbasierte Infografiken zu veröffentlichen. Und weil das für seinen E-Commerce-Blog so effektiv funktioniert, ist er dazu übergegangen, auch seinen privaten Blog mit datenbasierten Grafiken zu füllen. Häufig weisen diese Artikel dann mindestens 20 Links auf andere Webseiten auf.

Datenbasierte Grafiken verhelfen dir nicht nur zu einem Expertenstatus unter deinen Lesern, sondern können darüber hinaus auch dazu führen, dass die verlinkten Webseiten deinen Content ebenfalls verlinken.

4. Blogge mit dem ganzen Herzen

Patel schreibt in seinen Blogs nie über etwas anderes als E-Commerce und Business. Niemals. Und das aus gutem Grund: Es sind die zwei Themen, die ihn wirklich brennend interessieren und um die sich sein Leben dreht – und über die er sogar seine Familie vergisst.

Das sollte dir zwar so nicht unbedingt passieren, doch es wird klar, dass die Passion für deine Themen hier ein unerlässliches Element ist. Demzufolge solltest du im besten Falle über Thematiken bloggen, die dir tatsächlich am Herzen liegen, um mit deinem Blog Erfolg zu haben. Ob du mit Passion schreibst, merken im Übrigen auch deine Leser, denn die Qualität deiner passionierten Blogposts ist eine grundlegend andere als von Blogposts, die ausschließlich verfasst wurden, weil es nötig war.

Dein Herzblut fungiert also als Antrieb für deinen Blog und der Erfolg basiert auf deiner Passion.

5. Liebe deine Leser

Liebst du deine Leser? Liebst du sie so sehr, dass du alles tun würdest, um sie glücklich zu machen?

Wenn das der Fall ist, werden sie nicht nur lange auf deinem Blog verweilen, weil sie sich wohlfühlen, sondern dich ebenso unterstützen. Sie kommentieren und teilen deinen Content und lassen alle Welt wissen, wie toll sie dich und dein Unternehmen finden.

Patel liebt seine Leser. Aus diesem Grund reagiert er auf nahezu alle Kommentare und (kurze) E-Mails von ihnen (und das mit einer wirklich beeindruckenden Beharrlichkeit). Weil er täglich allerdings tausende Spam-Kommentare bekommt, entgeht ihm selbstverständlich hin und wieder ein Kommentar von echten Usern, woraufhin diese ihm manchmal erboste E-Mails schreiben:

© Neil Patel | quicksprout.com

© Neil Patel | quicksprout.com

Um diesen Leser wieder zufrieden zu stellen, überwies Patel ihm 20 Dollar für sein Projekt. Das war natürlich nicht notwendig, er tat es aber dennoch.

Dies zeigt, dass er sich sehr um die Zufriedenheit und seine Leser an sich sorgt.

6. Vertreibe deine Leser nicht mit extravagantem Vokabular

Du magst es sicher auch nicht, wenn dein Gegenüber überwiegend mit Fachausdrücken, die du nicht verstehst, um sich wirft, nur um schlauer dazustehen.

Patel gesteht, dass er nicht den größten und besten Wortschatz besitzt und zählt sich darüber hinaus in aller Bescheidenheit auch nicht zu den intelligentesten Menschen. Dennoch ist er dazu in der Lage, seine Fähigkeiten kontinuierlich zu erweitern und stets dazuzulernen.

Das Bloggen vermittelt deinen Lesern Wissen, bedeutet aber nicht, dass du schlauer oder besser bist als sie.

Weil es eher den Eindruck einer Unterhaltung auf Augenhöhe vermittelt als den einer Schulstunde, nutzt Patel einfaches Vokabular in seinen Artikeln.

Dies erleichtert einen möglichen Austausch zu der Thematik, da Leser sich durch leichtes Vokabular eher ermutigt fühlen, an einer Diskussion teilzunehmen.

7. Nutze E-Mail Verteiler

Patel sammelt E-Mail Adressen seiner Leser auf allen Blogs, die er betreibt. Dies hat einen einfachen Grund: E-Mail-Marketing ist eine sichere Quelle für Traffic, die deiner Kontrolle unterliegt. Einen publizierten Artikel kannst du so ganz einfach bewerben, indem du an jeden Leser in deinem Verteiler eine E-Mail sendest, die auf den Artikel verweist.

E-Mails sind ein mächtiges Instrument: Sie sind für ganze 28 Prozent des Traffics auf einem von Patels Blogs verantwortlich. Daher würde Patel sogar dafür zahlen, dass E-Mails in den Postfächern seiner Leser landen – ohne jemals einen Dollar dadurch generiert zu haben.

Solltest du vorhaben zu bloggen, ist es also eine Überlegung wert, dem Leser ein verlockendes Angebot zu machen. Auch auf deutschen Plattformen kommt E-Mail-Marketing immer häufiger zum Einsatz: Zur Übermittlung seiner E-Mail Adresse werden dem Leser im Gegenzug E-Books oder andere Dinge mit thematischer Relevanz angeboten.

© Neil Patel | quicksprout.com

© Neil Patel | quicksprout.com

Aus diesem Tausch ziehen im besten Fall beide Parteien einen Mehrwert. Patel ist der festen Ansicht, dass dein Blog nur unter erschwerten Bedingungen wachsen kann, wenn du ohne Verteiler arbeitest.

Patels sieben goldene Regeln haben schon andere Blogger erfolgreich angewendet. Findet ihr sie ebenso hilfreich? Nach welchen Prinzipien bloggt ihr?

Quelle: Quicksprout.com

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit Ende 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

6 Gedanken zu „Professionelles Bloggen: 7 goldene Regeln für 100.000 Views monatlich

  1. OMSAG

    Hallo Tina,

    Passion für und Konzentration auf bestimmte Themenschwerpunkte sind ein wichtiger Aspekt, um seinen Fokus bzw. seine Leser nicht zu verlieren. Doch gelegentlich gibt es Ausnahmen, bei denen man seinen Lesern sicher auch mal etwas zumuten darf. Nämlich dann wenn es z. B. um einen guten Zweck geht.

    Ein Beispiel dafür sind Aktionen wie „Blogger Für Flüchtlinge“- eine Spendenaktion, die zahlreiche Blogger u. a. in Form von Blogbeiträgen bereits unterstützt haben. (Und das unabhängig ihres Kernthemas, auch wir haben z. B. mitgemacht trotz Schwerpunkt auf Online-MarketingNews: ttp://ow.ly/UQ9V6.) Auch beispielsweise Food-, Fashion- oder Technik-Blogger beteiligen sich. Mag in erster Linie der soziale Aspekt im Vordergrund stehen, wenn es darum geht, die Projektidee in Form der Beiträge möglichst weit zu streuen, so profitieren gleichzeitig auch die Blogger. Gleichzeitig lässt sich testen, wie solche besonderen Aktionen bei den eigenen Lesern ankommen, ohne ein zu großes Wagnis einzugehen, Leser zu verlieren.

    Viele Grüße,
    Annika

    Antworten
  2. Ralph

    Die Überschrift erfüllt ihre Aufgabe. Wie lange benötigt man nach diesen Regeln, um diese 100.000 Views monatlich für seinen (Corporate) Blog zu erreichen? Da ich selbst blogge, bin ich natürlich besondern neugierig ;)

    Beste Grüße

    Ralph

    Antworten
  3. Laura

    Man sollte allerdings darauf achten nicht zu viel über sein Unternehmen, über seine Produkte oder über sich selbst zu schreiben. Das langweilt Leser schnell, auch wenn man mit Passion schreibt. Ist für viele sicher selbstverständlich, aber dieser Fehler wird dennoch oft gemacht. Man sollte dem Nutzer unbedingt einen Mehrwert bieten!

    Antworten
  4. Thomas Brasch

    Das sind sicher gute Basistipps für Blogger, die sich mit einem relevanten Thema an einen breiten Leserkreis richten wollen. Darüber hinaus sollte noch ein wichtiger Tipp hinzukommen, um die verlockende Anzahl an Lesern zu erreichen: schreibe Dein Blog auf Englisch, Spanisch oder Chinesisch. Denn nur mit diesen Weltsprachen hast Du eine ausreichendes Potential an Lesern.

    Antworten
    1. Linda

      Hallo Thomas, hallo Tina,
      kann man das wirklich so verallgemeinern?
      Ich würde nur einen Blog in einer anderen Sprache schreiben, wenn ich die Sprache perfekt könnte beziehungsweise Muttersprachler wäre.
      Bei deutschsprachigen Blogs achte ich schließlich auch darauf, dass möglichst wenig Fehler vorhanden sind. Mich würde es schlichtweg nerven und ich wäre schnell wieder weg.
      Die einzelnen Posts von einem Muttersprachler übersetzen zu lassen, wäre natürlich eine Möglichkeit, können sich aber die meisten Blogger wahrscheinlich nicht leisten.

      Viele Grüße
      Linda

      Antworten
  5. Holger Ort

    Sehr geehrte Frau Bauer

    Ich möchte nicht bestreiten, dass diese Tipps nützlich sind, im Gegenteil. Sie sind die Grundsteine eines guten Blogs. Mehr jedoch nicht. Für 100.000 Views reicht das aber noch lange nicht. Ich finde, dass auch für Überschriften gilt: Weniger (Übertreibung) ist mehr.

    Freundliche Grüsse
    Holger Ort

    Antworten

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