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Keine Macht den Adblockern: Auch die New York Times sperrt nun Content bei aktiviertem Addon

Mit der NY Times steigt ein weiterer großer Verlag in den Kampf gegen Adblocker ein. Seit gestern können Nutzer mit aktiviertem Addon zum Teil nicht mehr auf das Online-Angebot zugreifen.

© Flickr / Nick Grossman, CC BY 2.0

© Flickr / Nick Grossman, CC BY 2.0

Adblocker stellen für Publisher eine zunehmend große Herausforderung dar: Immer mehr Nutzer blockieren Werbebanner mithilfe der Browser Addons, wodurch den Plattformen wertvolle Werbeeinnahmen entgehen, mit denen sie sich finanzieren. Einige Verlage wehren sich inzwischen, indem sie ihren Content für Adblocker-Nutzer sperren. Nun ist auch die New York Times in den Kampf eingestiegen und zwingt User zur Deaktivierung.

Kein Content für Adblocker – auch die NY Times versucht zu sensibilisieren

Seit Montag haben einige Nutzer von Adblockern offenbar keinen Zugriff mehr auf Artikel der New York Times. Besucher der Seite mit aktiviertem Addon bekamen zahlreichen Tweets zufolge ein Popup zu sehen, das sie aufforderte sich entweder auf der Webseite anzumelden oder die NY Times zu whitelisten.

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Laut Statement der NY Times begann der Verlag am Montag mit dem Testen verschiedener Möglichkeiten, dem Adblocker-Problem Herr zu werden. Mit dem Adblocker-Blocker will die Times die Nutzer für die Problematik sensibiliseren und ihnen verständlich machen, dass sie langfristig nicht von der Nutzung der Adblocker profitieren werden: Nimmt die Verwendung der Addons zu, kann und wird das bislang kostenlose Angebot vieler Verlage nicht gratis bleiben.

We are opposed to ad blocking, which does not serve the long term interest of consumers. The creation of quality news content is expensive and digital advertising is one way that The New York Times and other high quality news providers fund news gathering operations.

Das Adblocker-Problem als kleines Teil eines großen Puzzles

Mit diesem Schritt gesellt sich die Ney York Times unter anderem an die Seite von The Washington Post, Wired, Bild.de, GEO sowie Forbes. Letztere Plattform schoss sich jüngst ins eigene Knie, indem es den Nutzern nach dem erzwungenen Abschalten des Addons versehentlich Malware ausspielte. Dennoch verfolgt diese Maßnahme eine grundsätzlich gute Idee. Denn die Existenz der Verlage wird bei zunehmender Nutzung mobiler Endgeräte auf lange Sicht nur gesichert, wenn Impressions generiert werden. Weiterhin sieht Emily Bell, Direktorin des Columbia University Tow Centers, das Problem von Adblockern nur als Teil eines weitaus größeren Puzzles über die Kontrolle von Nachrichten und Informationen im mobilen Web:

Adblocking may be a pressing issue for publishers, but it is only a small piece of a much larger puzzle about who controls news, information and access to the mobile web, and therefore all publishing, revenue and audience on mobile platforms.

Vielleicht ist es aber auch einfach Zeit, sich an den Bedürfnissen der Nutzer zu orientieren: Zwar sind sie sich oftmals nicht der Konsequenzen von Adblockern bewusst, doch haben (schlechte) Advertiser die Geduld des gemeinen Users in den vergangenen Jahren ausgereizt und müssen nun mit den Konsequenzen leben. Sie für die Nachteile zu sensibilisieren, die Adblocker mit sich bringen, ist ein eigentlich guter Weg. Gleichzeitig sollten Werbetreibende aber ebenfalls an der Qualität ihrer Display Ads arbeiten, um die Nutzer langfristig wieder gnädig zu stimmen.

Quelle: Poynter

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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