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Entweder Malware oder keine Inhalte: Forbes peinlicher Kampf gegen Adblocker

Adblocker sind ein leidiges Thema für Publisher, weshalb diese nun mit Content Blocking Modellen zum Gegenschlag ausholen. Bei Forbes ist diese Methode nun in die Hose gegangen.

© Flickr / JD Hancock, CC BY 2.0

© Flickr / JD Hancock, CC BY 2.0

Das Internet, so wie es sich uns derzeit präsentiert, könnte ohne Werbung nicht überleben. Die User profitieren von den kostenlosen Inhalten und Publisher versuchen ihre Angebote zu monetarisieren, ohne die Nutzer dabei in die Verantwortung zu nehmen. Denen fällt schließlich aber nichts besseres ein, als die Display Anzeigen mithilfe von Adblockern zu sperren, damit sie ein werbefreies Erlebnis haben. Den Publishern rauchen die Köpfe, eine Lösung liegt in weiter Ferne – und dann kam Forbes: Das Onlinemagazin des Finanzblattes blockte seinen Content für Adblocker-Nutzer und servierte ihnen bei Deaktivierung Malware.

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In Anbetracht der katastrophalen Situation der Verlage und ihrer Printprodukte, versuchen diese den digitalen Shift und kämpfen dabei um ihr Überleben. So werden Lösungen ausprobiert, die Portale zu amortisieren und heraus kamen dabei bisher verschiedene Varianten von Paywalls, Abomodellen oder Content Blockern bei aktiviertem Adblocker. Letzteres ist bei Forbes der Fall: Die Artikel sind nur bei deaktiviertem Adblocker einsehbar. Dass diese Methode ein Erfolgsmodell sein kann, zeigt seit kurzem auch Bild.de. Seit Einsatz des Content Blockers konnte ein deutlicher Rückgang an Adblockern verzeichnet werden. Und RTL.de sperrte erst jüngst „Ich bin ein Star“-Fans mit aktiviertem Adblocker aus, indem der Sender sich Content Downscaling zunutze machte, die Videos also derart runterrechnet, dass eine Lupe vonnöten ist, will man nicht auf ein werbefreies Erlebnis verzichten.

Malvertising möglich dank ausgeschaltetem Adblocker

Eigentlich ein faires Modell. Nur hat Forbes, nachdem die User gebeten wurden ihren Adblocker auszuschalten, Malware verteilt. Sobald die Nutzer ihre Werbeblocker ausgeschaltet hatten, öffnete sich ein weiteres Fenster und die Pop-Under Malware kam zum Vorschein (spätestens zu erkennen an der URL).

Pop-Under Malware auf Forbes: Dieses Fenster öffnete sich nachdem der Adblocker deaktiviert wurde.

Pop-Under Malware auf Forbes: Dieses Fenster öffnete sich, direkt nachdem der Adblocker deaktiviert wurde.

Der Publisher setzt für seine Displayflächen, wie viele andere Websites ebenfalls, auf einen Vermarkter, ist also nicht für das ausgespielte Material verantwortlich. Allerdings zwingt das Portal seine Nutzer zum Ausschalten der Software, wodurch diese sich die Malware erst zugezogen haben. Das Portal ist bei weitem nicht der einzige Publisher, dem Malvertising widerfahren ist. Auch The New York Times, Huffington Post und weitere bekannte Publisher sind solchen Anzeigen bereits zum Opfer gefallen.

Zwar liegt der Fehler definitiv bei den Anzeigennetzwerken, Forbes, als seriöses, etabliertes Wirtschaftsmagazin, trägt jedoch ungewollt die Verantwortung für eine potentielle Verschärfung der Debatte, denn es zwingt seine Nutzer aktiv zur Deaktivierung. Malvertising ist dabei keine neue Erfindung, allerdings ist die Verbreitung eines Whitepapers von Cyphort zufolge zwischen 2014 und 2015 um stolze 325 Prozent gestiegen. Wird die Adblocker-Debatte jetzt zum Dreifrontenkrieg?

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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