SEO - Suchmaschinenoptimierung

Hilf dem Google-Bot: Optimale Suchergebnisse und mehr Klicks dank Strukturierter Daten

Strukturierte Daten dienen Suchmaschinen dazu, Webseiten schneller und besser zu verstehen. Wir zeigen euch, wie sie funktionieren und stellen euch Beispiele zur Integration vor.

© Flickr / JD Hancock, CC BY 2.0

© Flickr / JD Hancock, CC BY 2.0

Suchmaschinen lesen die Webseiten im World Wide Web mit Hilfe von automatisierten Robotern aus. Diese können zwar immer mehr verstehen und auch grafische Elemente visualisieren, jedoch sehen Webseiten für den so genannten Bot immer noch wie ein großer Datenhaufen aus. Mit Hilfe von strukturierten Daten können Webseiteninhalte markiert, kategorisiert und so für Suchmaschinen besser auslesbar gemacht werden. Suchmaschinen können damit eine Seite optimal einordnen und zusätzlich wichtige Inhalte und Merkmale ansprechend aufbereitet in den Suchergebnissen als so genanntes „Rich Snippet“ anzeigen.

Wie sinnvoll sind strukturierte Daten?

Die Auszeichnung der eigenen Webseite mit strukturierten Daten ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Die Suchmaschinen können, wie bereits erwähnt, die Seiten schneller und umfassender verstehen, da sie dank der Markierung einzelner Inhalte mit einheitlichen Formaten die Seite sofort einordnen können. Ein direkter Rankingfaktor sind strukturierte Daten noch nicht. Dies könnte jedoch laut John Mueller von Google bald der Fall sein. Die aufbereiteten Rich Snippets führen aber jetzt schon sehr wahrscheinlich zu höheren Klickraten und dies bedingt eine bessere Platzierung in den Suchergebnissen. Des Weiteren ist es möglich, dass der Einsatz von strukturierten Daten dazu beiträgt, dass die Webseiteninhalte als Quelle für den Google Knowledge Graph dient. Dies bewirkt, dass der Trustfaktor und natürlich auch der Traffic stark ansteigen.

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In diesem Beispiel wird Wikipedia als Quelle für den Knowledge-Graph genommen.

Abbildung 1: In diesem Beispiel wird Wikipedia als Quelle für den Knowledge Graph genommen.

Was sind Rich Snippets?

Rich Snippets stellen die einzelnen Suchergebnisse dar. Es werden der Titel der Seite, die URL, ein Textauszug (vorzugsweise die Description) und eventuell noch weiterführende Links angezeigt. Anhand der gezielten Auszeichnung von strukturierten Daten ist es möglich, noch weitere Informationen wie Preise oder Bewertungen für das Suchergebnis bereitzustellen. Es ist allerdings nicht garantiert, dass diese dann auch angezeigt werden, da Google entscheidet, ob die Daten auch für die Suchanfrage sinnvoll sind.

Optimierte versus einfache Rich Snippets

Um zu veranschaulichen, welche Auswirkungen die strukturierten Daten auf die Ansicht der Suchergebnisse haben, seht ihr im Folgenden zwei verschiedene Ergebnisse zum gleichen Suchwort.

Hier sieht man die Einbindung der Bewertung des Artikels in das Suchergebnis.

Abbildung 2: Hier sieht man die Einbindung der Bewertung des Artikels in das Suchergebnis.

Ein Rich-Snippet Beispiel ohne der Anzeig von strukturierten Daten.

Abbildung 3: Ein Rich Snippet Beispiel ohne Anzeige von strukturierten Daten.

Für weiterführende Informationen hat Felix Meyer von Seokratie zu diesem Themengebiet noch zwei informative Beiträge geschrieben, auf die ich an dieser Stelle gerne verweisen möchte:

Wie werden strukturierte Daten korrekt implementiert?

Für das Hinzufügen der Daten benötigt es gewisse Programmierkenntnisse. Wird die Webseite mit einem Content-Management-System (CMS) wie WordPress betrieben, bietet es sich an, ein Plugin zu benutzen. Für WordPress kann ich „Add Meta Tags“ von George Notaras empfehlen. Mit wenigen Einstellungen erkennt das Programm die Daten und passt den Code entsprechend an. Ansonsten ist es nötig im HTML-Code der Webseite die entsprechenden Änderungen vorzunehmen.

Die großen Suchmaschinenbetreiber Google, Microsoft, Yahoo und Yandex führen gemeinsam das Projekt Schema.org. Deshalb ist es ratsam, sich an diesen Markup-Formaten zu orientieren. Die Seite ist auf den ersten Blick etwas spartanisch eingerichtet, soll sich aber wohl auf das Wesentliche konzentrieren. Über den Menüpunkt „Schemas“ gelangt man zur Übersicht mit den unterschiedlichen „types“. Hier ist auszuwählen, zu welchem type (Art/Sorte) die eigene Seite gehört. Wenn darauf also beispielsweise ein Film vorgestellt wird, ist „Movies“ die richtige Wahl. Auf der nächsten Seite werden dann die einzelnen properties (Eigenschaften) der Kategorie Movie angezeigt. Es stehen nun alle Informationen bereit, um den Code zu bearbeiten.

Abbildung 4: Ursprünglicher Code

Abbildung 4: Ursprünglicher Code

Abbildung 5: Überarbeiteter Code inklusive Mikrodaten

Abbildung 5: Überarbeiteter Code inklusive Mikrodaten

Erklärung:

Alle Angaben fallen unter den type Movie, deshalb werden sie in einen div-Tag eingeschlossen. Zunächst muss festgelegt werden, welche Art bzw. type die ausgewählte Seite darstellt. Da es sich um einen Film handelt, startet man mit dem Verweis auf die Movie Seite auf Schema.org mit itemscope itemtype=“http://schema.org/Movie“.
Es folgen nun die properties, die zu „Movie“ gehören. Der Name des Films wird mit itemprop=“name“ markiert, der des Regisseurs mit itemprop=“director“. Das Genre des Films wird mit itemprop=“genre“ gekennzeichnet und der Trailer mit itemprop=“trailer“.

Weitere Informationen und Anleitungen gibt es direkt unter http://www.schema.org/docs/gs.html zu entdecken.

Die folgende Grafik hilft außerdem dabei, die Zusammenhänge noch besser zu verstehen:

Hilfreiche Tools

Google stellt für die Markierung und Überprüfung der strukturierten Daten sehr hilfreiche Tools zur Verfügung.

Der Markup Helper von Google hilft dabei, die einzelnen Bereiche der Webseite types und properties bequem zuzuordnen. Dabei sieht man die Webseite mit allen Grafiken und Texten und kann mit der Maus diese markieren sowie zuordnen. Das Programm ist sehr einfach zu bedienen und liefert den fertigen HTML-Code automatisch aus. Dieser kann dann in den eigenen HTML-Code eingebunden werden.

Um zu überprüfen, ob die strukturierten Daten richtig auf der Webseite eingebunden wurden, hilft das Structured Data Testing Tool von Google. Die Auswertung zeigt alle gefundenen Daten und Fehler an.

Fazit

Die Integration von strukturierten Daten in die eigene Webseite kann mitunter eine zeitaufwendige Angelegenheit werden. Trotzdem lohnt es sich, dieses Thema anzugehen. Die Seiten können effektiver von den Suchmaschinen gelesen und kategorisiert werden. Auf die Suchergebnisse hat es nur einen indirekten Einfluss, jedoch kann die Klickrate erheblich erhöht werden. Ob und wie diese Daten in der Zukunft auch als direkte Rankingfaktoren von den Suchmaschinen gesehen werden, bleibt offen. Die Vorteile liegen aber auf der Hand und ich denke je früher damit begonnen wird, desto besser.

Über Paul Lahrmann

Paul Lahrmann

Paul Lahrmann agiert seit 2015 als Business Development Manager bei OnlineMarketing.de und ist dabei Ansprechpartner beim Vertrieb der digitalen Produkte. Er ist gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und hat 2015 das Bachelor-Studium „Management und Vertrieb“ erfolgreich abgeschlossen.

4 Gedanken zu „Hilf dem Google-Bot: Optimale Suchergebnisse und mehr Klicks dank Strukturierter Daten

  1. Karsten Socher

    Danke für den Informativen Artikel, den genau mit dem Structured Data Testing Tool von Google quäle ich mich schon lange herum. Für meinem Blog verwende ich WordPress und bin mir sicher, dass ich alles dort ausgefüllt habe. Rufe ich jetzt über das Testtool einen Artikel auf werden mir Fehler angezeigt. Zum Beispiel beim Bild, beim Datum der Modifizierung, beim Author. Da heißt es immer, es wären keine Angaben hinterlegt. Was mache ich falsch? Eine Idee?

    Antworten
  2. Niklas

    Eine wichtige Frage, die sich viele Unternehmen stellen, wurde meiner Meinung nach in dem Artikel nicht diskutiert: Wie groß ist die Gefahr, dass man die Suchmaschinen mit Daten füttert und irgendwann selbst überflüssig wird?

    Haben Sie eine Antwort darauf?

    Antworten
    1. Kompaktdesign

      Ich behaupte mal, dass ein Unternehmen dass durch eine gute Indexierung von Goolge überflüssig wird, bereits überflüssig ist.

      Abgesehen davon hilft der Einsatz von Mikrodaten lediglich dabei bereits vorhandene Daten besser deuten zu können. Am Inhalt selbst ändert sich so rein gar nichts.

      Antworten
    2. Paul LahrmannPaul Lahrmann Artikelautor

      Hallo Niklas,

      danke für deinen Kommentar!

      Ein guter Punkt den du dort ansprichst. Denn in der Tat könnte man denken, dass die Suchergebnisse irgendwann nur noch aus Knowledge-Graphen bestehen. Ich denke, dass man zu diesem Thema eine ganze Konferenz abhalten könnte, da es einfach sehr komplex ist. In diesem Zusammenhang: Stichwort Big-Data!

      Ich möchte dazu trotzdem etwas anmerken, ohne, dass es DER „Antwort“ auf diese Frage gleichkommen soll:

      1. Die Webseiten sind die Grundlage aller Suchmaschinen. Ohne die fleißigen Webseitenbetreiber werden keine neuen Inhalte geschaffen. Ohne, dass die Betreiber eine Chance haben über die Suchergebnisse guten Traffic zu erzielen, werden sie ihre Inhalte nicht mehr entsprechend aufarbeiten. Google und Co. würden eventuell sogar durch technische Hilfsmittel ausgeschlossen werden. Somit hätten sie dann nur noch relativen Zugriff auf neue Erkenntnisse und Informationen. Kurz: Google und die Webseitenbetreiber stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis.

      2. Sicherlich ist auch dir nicht entgangen, dass sich neben Google noch viele weitere Traffic-Optionen aufgetan haben. Social-Media ist beispielsweise DIE Traffic-Maschine für viele Webseiten. Das wissen auch die Suchmaschinenbetreiber. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es ihr Ziel ist durch immer weniger Chancen über die Suchergebnisse Traffic zu generieren, die Webseitenbetreiber zu vergraulen.

      3. Es gibt bestimmte Dinge, die wir als Fakten bezeichnen. Die sich nie oder nur sehr selten verändern. Sehenswürdigkeiten in Städten oder die Erfolge der Rolling Stones sind Dinge die wohl kaum unter den Punkt „News“ fallen. Diese faktenbasierten und seit Jahren bestehenden Informationen wird Google mehr und mehr in die Suchergebnisse einbauen. Aber wenn es um spezifische, sich ständig verändernde Dinge geht, werden die Webseitenbetreiber sicherlich weiterhin gefordert sein.

      Eins steht fest: Wir leben in einer ständigen Veränderung. Die technologische Entwicklung schreitet stetig voran. Dagegen werden wir uns nicht wehren können, vielleicht arbeiten wir sogar selbst daran mit um das Leben einfacher und interessanter zu gestalten. Es wird aber auch immer die Aufgabe bestehen, Wege zu finden unsere neuesten wissenschaftlichen und weniger wissenschaftlichen Errungenschaften in der Welt zu verbreiten. Mit oder ohne Hilfe der Suchmaschinen.

      Einen weiterführenden Artikel findest du auch hier:
      Quellenschwund im Knowledge Graph: Baut Google eigene Wissensdatenbanken?

      Viele Grüße,
      Paul

      Antworten

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