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Faktor Zeit: Facebook verrät neues Rankingsignal für Newsfeed-Algorithmus

Neben Likes, Shares und Kommentaren zählt künftig auch die Verweildauer auf Beiträgen zu den Faktoren, die sich auf das Ranking in Facebooks Newsfeed auswirken.

© Flickr / William Warby, CC BY 2.0

© Flickr / William Warby, CC BY 2.0

Das Social Network werkelt mal wieder an seinem Newsfeed-Algorithmus. Wie Entwickler in einem Blogpost des Unternehmens bekannt gaben, zählt demnächst auch die Verweildauer auf Status-Updates und Beiträgen im Newsfeed als Rankingfaktor. Zu dem Schluss seien sie gekommen, da User bei einer Befragung überwiegend angaben, sich interessante Inhalte häufig länger anzuschauen, ohne gleich interagieren zu wollen.

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Die Zeit, die User auf Beiträgen verbringen, ist ein wichtiger Indikator

Die bekannten Signale wie Likes, Shares und Kommentare sind die nicht die einzigen Faktoren, die die Interessen der Nutzer widerspiegeln, so die Softwareentwickler Ansha Yu und Sami Tas. Viele User schauen sich Beiträge und Konversationen auch einfach an, ohne zwangsläufig zu klicken. So kann auch die bloße Zeit, die User auf Beiträgen verweilen, ihre Interessen darstellen und so als Rankingfaktor zählen: Kontroverse Diskussionen mit hohem User Engagement unter Beiträgen werden gern länger verfolgt, während unscheinbare Beiträge oft überflogen werden. Weiterhin werden auch Beiträge, die viele Likes aufweisen, nicht zwangsläufig lang angeschaut, gleiches gilt für Shares und so weiter. Die Verweildauer scheint für die Entwickler also ein ebenso zuverlässiger Indikator zu sein.

There are times when, for example, people want to see information about a serious current event, but don’t necessarily want to like or comment on it. Based on this finding, we are updating News Feed’s ranking to factor in a new signal—how much time you spend viewing a story in your News Feed.
– Ansha Yu & Sami Tas, Softwareentwickler, Facebook

Beim Durchscrollen deines Newsfeeds klickst du etwa bei einem Foto, das deine Schwester beim Essen zeigt, auf „Gefällt mir“, einen lustigen Post von Nicht Lustig teilst du schnell und dann erscheint beim Scrollen ein interessanter Post über „10 Wege, wie du eine Zigarette ohne Feuerzeug anzündest“, den du dir genauer ansiehst. Ohne zu kommentieren, liken oder sharen verbringen User also Zeit mit Beiträgen und dies soll für das Ranking künftig von Bedeutung sein.

Was nun?

Keine Panik, die Entwickler gehen nicht davon aus, dass das Update großen Einfluss auf das akuelle Ranking haben wird. Nun ja, zwar ist das nicht ganz zu glauben, da Facebook die organische Reichweite für Unternehmen ohnehin eingeschränkt hat und das anstehende Update nicht gerade Gutes verspricht. Der Social Media-Riese lässt sich in letzter Zeit aber in einer hohen Frequenz allerhand Neues für den Algorithmus einfallen – jedes Mal in Panik zu verfallen, wäre übertrieben. Es gilt dennoch ein waches Auge auf aktuelle Trends zu haben und zu wissen, bei welcher Art von Themen das User Engagement derzeit hoch ist. Es ist bekannt, dass spannende, überraschende und vor allem lustige Beiträge die Nutzer generell eher interessieren – und somit zum Verweilen einladen! – als nüchterne Fakten. Soziale Medien basieren auf User Engagement – und das sollte ohnehin immer gefördert werden, ganz gleich, was in den Labs passiert.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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