E-Commerce

Effektives Design: 5 Eigenschaften, die einen modernen Onlineshop ausmachen

Der E-Commerce-Markt ist hart umkämpft. Worauf müssen Onlinehändler beim Shopdesign achten, um gegenüber der Konkurrenz punkten zu können?

© Flickr / IQRemix, CC BY-SA 2.0

© Flickr / IQRemix, CC BY-SA 2.0

Heutzutage ist es für Onlinehändler immer schwerer, eine Produktnische zu finden. Deshalb müssen sie sich zusätzliche Differenzierungsmerkmale suchen, um mit ihrem Shop erfolgreich zu sein. Besonders wichtig ist hierbei das Einkaufserlebnis in Form eines attraktiven Shopdesigns. Designtrends ändern sich jedoch schnell und was heute als angesagt gilt, kann im kommenden Jahr schon wieder veraltet sein. Anhand von fünf Trends zeige ich dir, worauf in 2016 geachtet werden sollte.

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1. Je bunter die Produkte, desto schlichter das Shopdesign

Was im ersten Moment etwas widersprüchlich klingen mag, setzen die meisten großen Fashionshops konsequent um. Der Fokus liegt klar auf den Produktfotos, das umgebende Design ist minimalistisch, oftmals sogar komplett in Schwarz-Weiß gehalten. Die Aufmerksamkeit des Kunden wird so direkt auf die Produkte gelenkt – eine bunte Farbenpracht würde hier nur ablenken. Stationäre Ladengeschäfte verfahren übrigens ähnlich. Du wirst in den seltensten Fällen erleben, dass bunte Kleidungsstücke in einem bunten Regal verkauft werden. Bei technischen und farbarmen Produkten gilt natürlich Gegenteiliges: Hier solltest du im Shopdesign mit Farben arbeiten, um auch ohne bunte Produkte einen fröhlich anmutenden Shop präsentieren zu können.

Zalando-Shop

Das Shopdesign von Zalando ist mit wenigen Ausnahmen komplett in Schwarz-Weiß gehalten. Die Produktfotos stehen klar im Vordergrund.

2. Bewegung im Design wird immer rückläufiger

Noch vor ein bis zwei Jahren galten rotierende Content Slider als unverzichtbar. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass sich Content Slider negativ auf die Conversion Rate auswirken können. Darüber hinaus verstecken Content Slider manche Shopinhalte mitunter sogar, denn nur wenige Kunden warten, bis alle drei oder vier Slides durchgescrollt sind. Setze daher lieber auf einzelne statische Bilder mit einem klaren Call-to-Action-Button, die du beispielsweise wöchentlich austauschst. Vier Bilder in vier Wochen sind besser als vier Wochen mit dem gleichen Content Slider.

Anstelle eines Content Sliders nutzt Gap.com eine statische Headergrafik, auf der die Rabattaktion deutlich hervorgehoben wird.

Anstelle eines Content Sliders nutzt Gap.com eine statische Headergrafik, auf der die Rabattaktion deutlich hervorgehoben wird.

3. Übertreibe es nicht mit dem Content

„Content is King“ – schon lange ein Kandidat für das Phrasenschwein, aber dennoch weiterhin gültig. Achte jedoch darauf, deine Kunden nicht mit langen Texten zu überfordern. Halte die richtige Balance zwischen Bildern und Text und präsentiere alles in leicht zu verarbeitender Form. Am wichtigsten ist es, dass deine Message klar ist und Kunden dein Angebot auf einen Blick erkennen können. Bei Texten, die doch etwas länger sind, solltest du zuallererst mit den wichtigsten Informationen beginnen, sodass deine Kunden sie schnell erkennen. Daraufhin können sie dann entscheiden, ob sie den Text weiterlesen möchten.

Net-A-Porter nutzt auf den aufgeräumten Produktseiten einen guten Mix aus Bildern und Text

Net-A-Porter nutzt auf den aufgeräumten Produktseiten einen guten Mix aus Bildern und Text

4. Klare Struktur und klare Botschaften

Ein ungeschriebenes Gesetz im Online Marketing besagt, dass der Nutzer innerhalb von maximal vier Sekunden die wichtigsten Informationen einer Webseite verstehen muss. Ansonsten kann es passieren, dass er die Seite schnell wieder verlässt. Du solltest dich fragen, ob das Thema deines Onlineshops und seine Alleinstellungsmerkmale in wenigen Sekunden vermittelt werden. Damit dies gelingt, muss dein Shop klar strukturiert sein und klare Botschaften übermitteln.

Im Onlineshop guterkuchen.de erkennt der Besucher innerhalb weniger Sekunden, was hier verkauft wird.

Im Onlineshop guterkuchen.de erkennt der Besucher innerhalb weniger Sekunden, was hier verkauft wird.

5. Mega-Menüs für einfache Navigation

Um Besucher eines Shops schnell und einfach zum gewünschten Ziel zu führen, eignet sich ein sogenanntes Mega-Menü als Navigationshilfe besonders gut. Bei einem Mega-Menü werden beim Bewegen des Mauszeigers über einen Menüpunkt sämtliche Unterpunkte übersichtlich dargestellt. Der Vorteil für deine Kunden: Bei einem herkömmlichen Drop-Down-Menü muss sich der Nutzer mühsam von Untermenü zu Untermenü hangeln. Das wird oft zum Geschicklichkeitsspiel und kann Nerven kosten. In einem Mega-Menü findet er hingegen sofort die passende Kategorie. Somit gelangt er schneller zu seinem gewünschten Produkt und ist eher geneigt, bei dir einzukaufen. Ein Mega-Menü ist allerdings nur dann zu empfehlen, wenn dein Sortiment groß genug ist und du über eine Kategoriestruktur von mindestens drei Ebenen verfügst.

Otto-Shop

Das Mega-Menü auf otto.de sorgt für eine übersichtliche Navigation innerhalb des Shops.

Über André Podeyn

epages.com

André Podeyn ist Senior E-Commerce Trainer bei ePages und berät seit 2012 die Partner und Kunden von ePages. Auf über 25 Veranstaltungen der ePages academy in Deutschland, Spanien und Großbritannien hat er Onlinehändler zum Erfolg gecoacht. Mit über 140.000 Onlineshops ist ePages nach Lizenzumsatz der größte unabhängige Hersteller von Onlineshop-Software in Europa.

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