Marketingstrategie

Cinemagraphs als Chance für Unternehmen: Eindrucksvolles Storytelling mit Bildern

Nachdem Pizza Hut das erste Cinemagraph im TV ausgestrahlte, wird es Zeit, sich mit dem Format ernsthaft auseinanderzusetzen. Tipps im Umgang mit Cinemagraphs.

Cinemagraph in Zusammenarbeit mit Cartier (weiter unten als Bewegtbild), © Jamie Beck und Kevin Burg, Ann Street Studio

Cinemagraph in Zusammenarbeit mit Cartier (weiter unten als Bewegtbild), © Jamie Beck und Kevin Burg, Ann Street Studio

Cinemagraphs tauchten erstmals 2011 auf, vergangenes Jahr fanden sie vermehrt in der Onlinewerbung Verwendung. Pizza Hut brachte das Format ins Fernsehen und soziale Netzwerke ebnen den Weg für die künstlerische Alternative zum Video Advertising. Wir werfen im Folgenden einen Blick darauf, für wen sich der Einsatz lohnt und wie du es am besten einsetzt.

Die Chancen für Unternehmen – Storytelling mit Cinemagraphs

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Das Cinemagraph setzt den edlen Weißwein von Ecco Domani in der Sonne gut in Szene, © Jamie Beck und Kevin Burg, Ann Street Studio

Anfangs noch ein faszinierendes Novum, sind Cinemagraphs mittlerweile einem breiteren Publikum bekannt geworden und haben sich ihren Weg in die Werbewelt gebannt. Facebook war Anfang des vergangenen Jahres im Gespräch mit Advertisern, um das Format in der Werbung voranzutreiben. Auch vor dem Hintergrund, dass das Zuckerberg-Netzwerk bereits mit bewegten Profilbildern liebäugelt, werden Cinemagraphs für Unternehmen umso interessanter.

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MichaelAaron Flicker, President of Advertising and Marketing bei XenoPsi, legt in einem Artikel für AdvertisingAge den Fokus auf die Möglichkeiten, die sich für Marken im Storytelling ergeben:

A cinemagraph is technically just a GIF, but aesthetically the cinemagraph — when well-executed — can deliver much more depth and impact than a purely static image or video clip. It is a moment, both with and without time, that can create a lasting impression for brands.

Ohne einen Play-Button und den Aufwand, den eine Videoproduktion erfordert, schaffen es Cinemagraphs, eine starke, visuelle Kommunikationsebene mit dem Betrachter aufzubauen. AdvertisingAge konnte nach eigener Aussage eine Steigerung der Reichweite um 71 Prozent gegenüber normalen Bildposts auf Facebook beobachten.

Die Autoplay-Funktion, die bei einer Vielzahl von Plattformen inzwischen zum Standard geworden ist, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Facebook, Instagram, und Twitter nehmen hier die Vorreiterrolle ein. Philippe LeBlanc, CEO des kanadischen Startups Flixel, das die Software Cinemagraph Pro vertreibt und mit Shutterstock kooperiert, erklärte CO.Create gegenüber:

That was a game-changer for cinemagraphs in general over the last year. Because even though it feels like a photo it’s leveraging video technology, so autoplay makes it feel much more natural.

So finden sich inzwischen Größen wie Apple oder Nike in dem Portfolio der Cinemagraph-Produzenten.

Der richtige Umgang mit Cinemagraphs

Nicht alle Produkte und jedes Unternehmen können von dem Format profitieren. Die Erfinder der Cinemagraphs Jamie Beck und Kevin Burg legen bewusst den Schwerpunkt ihrer Produktionen auf Fashion, Lifestyle und Travel. Zudem darf niemals der künstlerische Anspruch und hohe Qualität fehlen, sonst wirkt das Bild eher irritierend und minderwertig als anziehend.

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Cartier setzt auf malerisches Ambiente und ein Gefühl von Luxus, © Jamie Beck und Kevin Burg, Ann Street Studio

Nicht nur auf Facebook, Instagram oder Twitter sehen User die besonderen GIFs heutzutage. Sie sind sogar in der TV-Werbung angekommen. Pizza Hut nutzte dieses teilweise animierte Bild zehn Sekunden lang als Einleitung für eine Werbeunterbrechung:

Pizza Hut bringt Cinemagraphs in die TV-Werbung

Pizza Hut bringt Cinemagraphs in die TV-Werbung, © Pizza Hut

MichaelAaron Flicker gibt grundsätzlich folgende Tipps im Umgang mit Cinemagraphs:

  • Nicht übers Ziel hinausschießen: Kurze, subtile und gleichzeitig bedeutungsschwere Bilder wirken am besten
  • Details machen den Unterschied: Kleine Bewegungen schaffen emotionsgeladene Sequenzen
  • Das spezielle Etwas: Insbesondere Luxusgüter können gut in Szene gebracht werden, setze auf Exklusivität
  • Geringe Produktionskosten: Cinemagraphs können als kostengünstige Alternative zu Video Advertising getestet werden

Inwiefern diese Punkte bei der Pizza Hut Werbung berücksichtigt wurden, kann jeder selbst prüfen. Flixel-Mitgründer Philippe LeBlanc bezeichnet Cinemagraphs im Interview mit Techvibes als nächste Evolutionsstufe in der Fotografie:

I think it’s a natural evolution of photography. If a photo is worth 1,000 words, a cinemagraph is worth 10,000 words.

Wir bleiben gespannt, wann und wie das Format Einzug in die deutsche Werbelandschaft findet.

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