Display Advertising

Betrug im Display Advertising: Ein Publisher packt aus

Klickbetrug kostet Advertiser jährlich Milliarden. Publisher beteuern ihre Unschuld, Ad Exchanges schauen großzügig darüber hinweg.

Bild: Maxim Kulemza / photoXpress

Bild: Maxim Kulemza / photoXpress

Betrug im Display Advertising stellt vor allem Advertiser vor große Probleme. Fake Impressions kosten diese laut einer Studie der MdotLabs allein in den USA rund 3,6 und 4,5 Milliarden USD jährlich – weltweit schätzungsweise 10 Milliarden. In einem Interview mit Digiday berichtet eine ehemalige Führungskraft aus dem Publishing-Bereich von seinen Erfahrungen und Erfolgen im Kauf von Bot-Traffic.

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Das Geschäftsmodell

Die von ihm betreute Website finanzierte sich durch Display-Anzeigen und letztendlich Betrug. Das Modell: Gewisse Dienstleister leiten für 0,002 USD pro Klick Traffic auf die Website. Diese verdient durch mehrere Pageviews etwa 0,0025 bis 0,004 USD pro Visit. Dass eine Website für einen so niedrigen Betrag hauptsächlich Traffic durch Bots erhält, war dem namentlich nicht genannten Interviewpartner klar und günstig.

Dass hinter den hohen Aufrufzahlen Bots stehen, konnte nicht direkt nachgewiesen werden. Google Analytics gab aber einige auffällige Hinweise. Zum einen nutzten die meisten User veraltete Versionen des Internet Explorer, das gleiche Betriebssystem oder eine Flash-Version von 2003. Zum anderen erfolgten die Aufrufe innerhalb eines Zeitfensters von wenigen Stunden.

Ad Exchanges spielen mit

Dass einige Publisher vortäuschen, nichts von von dem unnatürlichen Ursprung ihrer Trafficquellen zu wissen hält der Interviewte für Heuchelei. Seinen Aussagen zufolge ist das beschriebene Modell gängige Praxis. Alle Beteiligten sind sich über die Vorgänge im Klaren und spielen wohlwollend mit.

So auch die Supply-Side-Platform, mit denen sein Unternehmen kooperierte. Vertretern dieser, bis hin zur Führungsetage, waren die in den Traffic-Daten auffälligen Muster bekannt. Da beschriebene Geschäftsmodelle einen bedeutenden Teil ihrer Einnahmen ausmacht, hakte jedoch niemand genauer nach. Den Ad Exchanges würde es nicht schwer fallen, solche Netzwerke aufzudecken und Advertisern mehr Sicherheit zu bieten – jedoch fehlt ihnen der Anreiz, so der Interviewte zum Abschluss.

Ein Gedanke zu „Betrug im Display Advertising: Ein Publisher packt aus

  1. herbert

    Deswegen geben wir mit unserem Banner immer eine URL von uns mit, die wir selbst noch einmal tracken können über unseren Server und auch noch über Alanytics laufen lassen. Dann kann man das schön mit ihren Angaben vergleichen. Der Analytics Wert ist aber natürlich immer anders, da die ganzen Filterregeln von google greifen.

    Schalten relativ viel Bannerwerbung und haben im Alpenraum bis jetzt nur 1-2mal extreme Abweichungen feststellen können bei den Anbietern. Sonst müsste man sich eben auf deren Angaben verlassen, bleibt einen nicht viel anderes über

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