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App Monetarisierungs-Strategien für 2013

Die App-Economy verspricht traumhafte Gewinne für App-Entwickler. Wie aber sollte eine App monetarisiert werden – welches ist das erfolgreichste Business-Modell um Umsatz mit der App zu generieren?

Apple hat vor kurzem verkündet daß Smartphone-User mittlerweile über 40 Milliarden App heruntergeladen haben, dabei 20 Milliarden allein im Jahr 2012.  Der App Store hat über 500 Million aktive Konten und 775.000 Apps werden im App Store angeboten.  Apple’s iOS App-Entwickler haben mittlerweile über 7 Milliarden USD an Einnahmen zu verbuchen.

Dies scheint eine fruchtbare „App-mosphäre“ zu sein um als Entwickler gutes Geld zu entwickeln. Wie kaum ein anderer Markt boomt der App-Markt und der Nachfrage nach zu urteilen ist hier ein lukratives Geschäft möglich. Auf der anderen Seite sind es scheinbar nur einige wenige Apps die wirklich Reibach machen, denn laut einem Report von Canalys sind in den USA die Top 25 App Entwickler für 50% des gesamten Umsatzes verantwortlich. Von diesen 25 App-Entwicklern sind 24 Spiele-Produzenten die mit In-App-Käufen Geld verdienen. Die Nummer 25 ist die US-App Pandora, die sich mit Werbung monetarisiert.

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Ist damit das In-App-Puchasing das beste Businessmodell? Wie machen die Apps generell Geld, welches Business-Model wird angewandt und wie wird sich die Monetarisierung 2013 entwickeln – dies wird im Folgenden erläutert.

Monetarisierung-Strategie

Um die wichtigste Frage für jeden Developer zu beantworten, wie kann ich mit der App Geld verdienen, sollte man sich klar sein über folgende Fragen: Wird die App oft genutzt oder nur zu bestimmten eher seltenen Anlässen? Bietet die App genügend Alleinstellungsmerkmale und Wert um als Bezahl-App eine Chance zu haben? Welche Strategie fahren meine Konkurrenten oder existieren neben meiner Bezahl-App fünf weitere kostenlose Apps mit ähnlicher Funktionalität?

Umsatz kann generiert werden durch kostenlose Apps mit In-App-Werbung oder In-App-Käufen oder die App muss von Vornherein im App-Store gekauft werden (Bezahl-App). Das heißt der Entwickler wird entweder von den Smartphone-Usern oder den Werbetreibenden bezahlt.

Kostenlose Apps oder bezahlte Apps

Als der App-Store 2008 eingeführt wurde waren die meisten App nur nach Bezahlung zum Download erhältlich. Seitdem haben sich die Zeiten allerdings geändert; laut einem Bericht von Appsfire wurden 2012 nur noch 34% an bezahlten Apps gekauft – ganz im Gegensatz zu 74% im Jahr 2008. Das heißt nicht nur die Top 25 App-Großverdiener sondern auch die große allgemeine Mehrheit der App-Entwickler vertraut mehr dem Freemium-Model. Ganz zu schweigen von der dementsprechenden vorhandenen Preissensibiliät der User, welche mehrheitlich kostenlose Apps bevorzugen.

Das Freemium Model und In-App-Purchasing

Freemium ist laut Wikipedia: „…ein Geschäftsmodell, bei dem Basisdienste gratis angeboten werden und über das Basisangebot hinausgehende Dienste kostenpflichtig sind“. Der Kauf dieser Dienste innerhalb der App wird auch In-App-Purchases genannt und können in der eigentlichen App relativ schnell mit 2 Klicks durchgeführt werden – die Abrechnung erfolgt über den App-Store.

inappIn vielen Spiele-Apps kann der nächste Level oft gar nicht erreicht werden wenn kein Kauf stattfindet, d.h. nach einiger Zeit des Spielens ist der Anreiz den Level zu „schaffen“ so groß dass bereitwillig z.B. sog. Virtual Currency gekauft wird. Der wohl bekannteste Fall eines In-App-Purchase ist der mighty Eagle bei den Angry Birds, der, wenn er für 99c gekauft wurde, alle Schweine dem Erdboden gleichmacht. In anderen Spielen kann dies auch der Erwerb von zusätzlicher Energie, Waffen oder anderen Hilfestellungen sein. Bei anderen App-Kategorien handelt es sich eher um Premium-Inhalte, wie zusätzliche Funktionalität oder auch Magazin- Abonnements.

Ein gutes Freemium-Modell hat für Entwickler und User gleichermaßen Vorteile; die Kernfunktionalitäten sind für User kostenlos und können evaluiert werden – gefällt der Inhalt / die App kann relativ risikoarm mehr davon gekauft werden.

In-App-Werbung

Der Markt für Werbung in Apps ist so groß und interessant dass sich schnell eine ganze Industrie mit vielen verschiedenen und mehr oder weniger spezialisierten Werbenetzwerken daraus entwickelt hat. Die große Chance und Verlockung für Advertisers des Models In-App-Werbung stellt die lange Zeit die User durchschnittlich mit Smartphone und Apps dar. Werbetreibende wollen ein Stück dieser Zeit und der Aufmerksamkeit der Smartphone-User abhaben um Produkte jederzeit und überall mobil bewerben zu können. Apps und mobile Marketing bieten sich auch durch die mittlerweile verbesserten Targeting-Möglichkeiten sowie allgemein weniger Konkurrenz als in mehr etablierten Plattformen (z.B. Google Adwords) als interessantes und kostengünstiges Werbemedium an.

Auch die Akzeptanz der User und das Verstehen des gegenseitigen Vorteils durch werbefinanzierte Apps ist laut einem Forrester Report vorhanden. Demnach würden die User lieber Werbung in den kostenlosen Apps sehen als die Apps kaufen zu müssen.

App-Werbenetzwerke

Um Werbung in den Apps zu schalten stehen relativ viele Werbenetzwerke zur Verfügung und es werden scheinbar monatlich mehr. Die Auswahl kann etwas verwirrend sein da jedes Netzwerk seine Vor- und Nachteile hat. Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl sind: Reichweite, Tracking, Kosten, Targeting und Reporting. Eine kleine Übersicht gibt dieser Blog Post.

Bezahl-Apps

Traditionell würde man denken Bezahl-Apps sind die besten Monetarisierungstrategien – jedoch geht die Entwicklung klar in Richtung werbe-unterstütztes Modell. Eine Studie der Cambridge Universität fand heraus dass 73% der Google Play Apps kostenlos sind und von diesen 80% werbeunterstützt sind. Darüber hinaus sind kostenlose Apps wesentlich beliebter beim Download und nur 20% der Bezahl-Apps werden mehr als 100mal heruntergeladen. Gute Umsätze kann man erst ab ca. 10.000 Downloads erreichen, dieser Wert wird allerdings nur 0,2% aller Bezahl-Apps erreicht.

Die Zukunft

2013 wird, durch vermehrten Eintritt auch größerer Firmen in die App Economy (im Gegensatz zu den One-Man-Band Entwicklern), der Verdrängungswettbewerb zunehmend brutaler und das Marketingbudget höher. Es werden viele Alleinstellungsmerkmale schwinden und es wird immer mehr freie Apps mit ähnlichen Inhalten geben. Es wird auch 2013 viele neue Smartphone-User geben die wahrscheinlich eher preissensibel sind (da „App-Anfänger“) und all dies lässt die Bezahl-App als in vielen Fällen sub-optimale Strategie erscheinen.

Entwickler oder Unternehmen sollten vor allem den werbeunterstützten Ansatz (In-App-Werbung) genau untersuchen da die Angebote und SDKs der Netzwerke durchaus auch Mehrwert für die App bieten können und immer innovativer werden.

So gibt es seit einiger Zeit das sog. Cross-Promotion-Networks in denen in Apps für andere Apps geworben wird, dieser „Eine Hand wäscht die andere“ Ansatz ist schon lange als Marketinginstrument beliebt mach aber gerade bei Apps mit weniger Marketing-Budget großen Sinn.


Wer mehr zum Thema wissen möchte, schaut im Unternehmensblog von App Marketing Agentur vorbei.

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