E-Commerce

7 E-Commerce Trends für 2015

Wohin führt der Weg im E-Commerce 2015? Sieben Entwicklungen in der Branche, auf die du im kommenden Jahr vorbereitet sein solltest.

© full_frame - Fotolia.com

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Tele-Shopping, Versandhandel und Online-Shopping: Der Handel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend verändert. Vor allem das E-Business hat das Verkaufsverhalten signifikant beeinflusst und den Wettbewerbsdruck erhöht. Was du für das kommende Geschäftsjahr beachten musst, um wertvolle Umsätze zu generieren, zeigt unser Ausblick auf die Trends für 2015.

1. Mobile Shopping und Mobile Payment setzen sich durch

Mobile Commerce und Internetnutzung mit Smartphones entwickeln sich rasant. So stieg die Zahl der mobilen Surfer zwischen 2012 und 2013 in Deutschland von 23 Prozent auf 41 Prozent. 2015 wird mehr als jeder zweite User mit seinem Smartphone oder seinem Tablet  online sein – damit wächst auch die Zahl der Kaufabschlüsse über mobile Endgeräte. 2014 wurde jeder sechste Euro im Online-Handel über Smartphone und Tablet umgesetzt – Tendenz steigend.

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Anbieter wie PayPal erkennen diesen Trend und entwickeln Apps, die den mobilen Bezahlvorgang vereinfachen. Mit „One Touch PayPal“ schließen User den Kauf mit einem Klick ab – nötig dafür sind die Bereitstellung der Software durch den Online-Shop, der Download der App und eine einmalige Authentifizierung des Nutzers.

Auch beim Mobile Payment, dem bargeldlosen Bezahlen im stationären Handel, gibt es erhebliche Fortschritte. Seit Oktober 2014 ist der Bezahldienst Apple Pay in den USA verfügbar. Aufgrund von 50 Millionen weltweit verkauften Apple iPhones allein im ersten Quartal 2014 und der Zusammenarbeit Apples mit führenden Gastronomieketten wie McDonald`s oder Subway in den Vereinigten Staaten prognostizieren Experten den Durchbruch des Mobile Payment. Ein großer Vorteil für den Handel sind geringere Transaktionskosten, da Bargeldversorgung und Einzahlung minimiert werden.

2. One-to-One-Marketing

Die Zeiten, in denen um die Gunst großer homogener Zielgruppen geworben wird, sind vorüber. Die Zukunft liegt in der individuellen Kundensprache – und die heißt One-to-One-Marketing. Mit der detaillierten Identifizierung von Kunden forcieren Online-Shop-Betreiber personalisierte Werbemaßnahmen. Im Zuge der ständig wachsenden Sammlung von Daten (Stichwort: „Big Data“) wird es mittelfristig möglich sein, One-to-One-Marketing zu perfektionieren. Ein Anwendungsbeispiel sind dynamische Preisanpassungen. So können dank Data-Mining Kundendaten gesammelt werden, mit denen individuell zugeschnittene Angebote auf der Shop-Seite ausgespielt und Ihre Kunden noch erfolgreicher erreicht werden können. Große E-Business-Player wie Amazon machen es bereits vor, nun gilt es für Mittelständler 2015 nachzuziehen und einzelnen Besuchern persönliche Empfehlungen anzubieten.

3. Social Commerce

Was sich in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet hat, setzt sich auch 2015 fort: Social Media Plattformen sind wichtige Werbekanäle für den E-Commerce.  Die Zahlen von Facebook und Co. sprechen für sich: Laut aktueller Bitkom Studie nutzten 2013 von 332 befragten Unternehmen in Deutschland:

  • 82 Prozent Social Media zur Steigerung der Bekanntheit des Unternehmens
  • 72 Prozent soziale Kanäle zur Akquise neuer Kunden
  • 68 Prozent Facebook und Co. zum Aufbau von Kunden-Beziehungen

Das Social Media Umsätze steigert und Besucherzahlen erhöht, belegt eine Studie der Universität Buffalo. Demzufolge geben Kunden, die das Social Media-Angebot des Unternehmens nutzen, im Durchschnitt 5,6 Prozent mehr Geld dort aus als Kunden, die keinen „sozialen Kontakt“ zum Unternehmen haben. Weiterhin besuchen „Fans“ des Unternehmens den Online-Shop 5 Prozent häufiger.

© Statista

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4. Responsive Design

Bezogen auf die zunehmende Relevanz des Mobile Commerce (s. Punkt 1), müssen Entwickler auch die Programmierung von Responsive Design beherrschen. User greifen immer mehr zu mobilen Endgeräten – Responsive Design wird damit elementar. Die Vorteile sprechen für sich:

  • Anpassung des Online-Shop an alle Devices
  • Optimierung der User Experience unabhängig von Bildschirmlösungen
  • Corporate Identity konformes Erscheinungsbild
  • Reduzierung der Betriebskosten durch Gestaltung nur einer Website

5. Internationale Expansion

Nach wie vor ein Trend sind internationale Roll-outs. Im E-Commerce wird spätestens 2017 die magische Grenze von 2 Billionen US-Dollar Umsatz weltweit überschritten. Der einheimische Markt ist oft gesättigt, viele Nischen sind besetzt. Etablierte Online-Shops sehen in der internationalen Expansion dagegen große Chancen auf Umsatzwachstum. In der EU wurden 2014 einheitliche Regeln wie das standardisierte Widerrufsrecht für den E-Commerce verabschiedet – die gesetzlichen Rahmenbedingungen kommen (zumindest in Europa) E-Commerce-Strategen immer mehr entgegen. Auch die Vereinheitlichung des europäischen Zahlungsverkehrsraumes (kurz SEPA) erlaubt, Zahlungen in Euro unter den gleichen grundlegenden Bedingungen sowie Rechten und Pflichten abzuwickeln.

6. Crosschannel-Ansätze bringen wertvolle Umsätze

Eine umfassende E-Commerce-Strategie beinhaltet einen gut ausbalancierten Crosschannel-Ansatz. War in den vergangenen Jahren ein Multichannel-Konzept Teil des Marketing-Plans, ist die optimale Vernetzung der einzelnen Verkaufskanäle zukunftsweisend. Eine gelungene Online-Offline-Integration ist für 2015 entscheidend für den Erfolg Ihrer Marke. Ein Beispiel: Einem Kunden gefällt ein Produkt im stationären Handel, was leider vergriffen ist. Es wäre fatal, wenn der Verkäufer nicht auf den markeneigenen Online-Shop verweist, der das Produkt anbietet. Weiterhin denkbar sind Kundenkonten, auf die Verkäufer im stationären Handel und Kundensupports bei Online-Shops zurückgreifen können, um (Stamm)-Kunden besser abzuholen. Denkbar sind Datenerhebungen von getätigten Einkäufen oder bevorzugte Produktbesuche im Online-Shop. Kennen stationäre Verkäufer die Vorlieben, können sie optimal Empfehlungen aussprechen.

Ein weiterer interessanter Aspekt sind Shoppingpartys, bei dem Online-Shop-Betreiber interessante Fokusprodukte Kunden direkt vorstellen können. Bei vorhandenen Ressourcen, geeigneten Produkten und einem überregionalen und landesweiten Händlerverbund können Veranstaltungen organisiert werden, auf denen Produkte vorgestellt (und u. U. verkauft) werden. Als Vorbild dient hierbei die bekannte Tupperwareparty.

7. Augmented Reality

Die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung ist ein weiteres Topthema. Spätestens seit Google eine Brille (Google Glass) mit Funktionen wie Augensteuerung und Gesichtserkennung 2012 vorgestellt hat, ist Augmented Reality einer breiten Gesellschaftsschicht bekannt geworden.

Auch im E-Commerce gibt es einige, wenn auch wenige Beispiele für „erweiterte Realitäten“. IKEA bietet eine App, mit der Customer (warum nicht Kunden?) zuhause ihre Zimmer fotografieren können und anschließend Möbelstücke im Bild beliebig anordnen können. Im Online-Shop von Mister Spex ist es wiederum möglich, Profilbilder hochzuladen, um so Brillen live „anzuprobieren“.

Die Entwicklung geht klar zur Augmented Reality – so sind Styleberatungen, Konfiguratoren und 3D-Modellierungen in naher Zukunft denkbar. Anwendbar ist diese innovative Technik vor allem im Bekleidungs- und Einrichtungssektor.

Über Patrick Paul

votum.de/

Patrick Paul ist Online-Redakteur der VOTUM GmbH in Berlin. Dort schreibt er regelmäßig im „Fokus E-Commerce“ über aktuelle Themen aus der Branche. VOTUM bietet seit 17 Jahren digitale Gesamtkonzepte für E-Commerce, Online Marketing und Brand Communication.

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