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Facebook geht gegen Inhalte der Verschwörungsgruppe QAnon vor
© Glen Carrie - Unsplash

Facebook geht gegen Inhalte der Verschwörungsgruppe QAnon vor

Nadine von Piechowski | 20.08.20

Nachdem bereits Twitter und TikTok die Reichweite der Verschwörungstheoretiker erheblich einschränkte, geht nun auch Facebook verstärkt gegen die Posts der QAnon-Gruppe vor.

Ein Bericht des News-Portals NBC News legte offen, dass auf Facebook eine Vielzahl von Gruppen bestehen, die Inhalte der gefährlichen Verschwörungsgruppe QAnon teilen. Die Facebook-Gruppen umfassen meist mehrere tausend Mitglieder. Auch Pages, die die hanebüchenen Theorien der QAnon-Gruppe teilen, weisen Follower im Millionenbereich auf. Da das nicht nur die Verbreitung von Verschwörungstheorien und Desinformationen begünstigt, sondern auch ernsthafte und gefährliche Konsequenzen haben kann, verkündete Facebook heute, gegen derartige Gruppen und Pages vorzugehen. Die Social-Media-Plattform wolle künftig Verschwörungsgruppen auf der Seite konsequent löschen. Zusätzlich sollen die Richtlinien bezüglich des Umgangs mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien und gewaltverherrlichenden Inhalten überarbeitet werden. Facebook erklärt:

Today we are taking action against Facebook Pages, Groups and Instagram accounts tied to offline anarchist groups that support violent acts amidst protests, US-based militia organizations and QAnon. [We’re also]  expanding our Dangerous Individuals and Organizations policy to address organizations and movements that have demonstrated significant risks to public safety, but do not meet the rigorous criteria to be designated as a dangerous organization and banned from having any presence on our platform.

Facebook geht gegen QAnon vor: Über 790 Gruppen wurden gelöscht und 100 Pages verbannt

Die angekündigten, verschärften Maßnahmen betreffen bereits zahlreiche Accounts. Facebook gibt an, dass

  • über 790 Gruppen von der Plattform entfernt wurden
  • 100 Facebook Pages verbannt wurden
  • 1.500 Ads der QAnon-Gruppe blockiert wurden
  • 300 Hashtags, die einen Bezug zu der Verschwörungsgruppe haben, auf Facebook und Instagram geblockt wurden
  • über 1.950 Gruppen und 440 Pages auf Facebook unter Beobachtung stehen und mehr als 10.000 Instagram Accounts beschränkt wurden

Dass Facebook nun verstärkt gegen die Verschwörungstheoretiker der QAnon-Gruppe vorgeht, ist eine überraschende Entwicklung. Denn bisher hielt sich der Social-Media-Riese bei der Regulierung des Contents stets zurück. NBC News bemerkte in dem Bericht:

Facebook has been key to QAnon’s growth, in large part due to the platform’s Groups feature, which has also seen a significant uptick in use since the social network began emphasizing it in 2017.

QAnon-Anhänger schoss in Washington um sich

Die QAnon-Bewegung entstand ursprünglich auf der Web-Plattform 4Chan. Ein User, der sich „Q“ nannte, verbreitete auf dem Imageboard im Oktober 2017 Verschwörungstheorien über die US-Politikerin und damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. „Q“ behauptete, dass Clinton einen Kinderpornographie-Ring in einer Washingtoner Pizzeria leiten würde. Diese fälschlichen Anschuldigungen führten sogar dazu, dass ein Mann den besagten Laden mit einer Waffe stürmte und um sich schoss. Um den User „Q“, der die Verschwörungstheorie in die Welt gesetzt hatte, entstand ein regelrechter Kult. Das „Anon“ im Gruppennamen ist eine Abkürzung für „anonym“, was alle User der Plattform 4Chan sind.


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QAnon: Die Verschwörungsgruppe wurde bereits auf anderen Social-Plattformen gesperrt

Da die Gruppe offensichtlich nicht nur Schaden im Internet anrichtet, sondern auch gefährliche Auswirkungen auf das reale Leben vieler Menschen haben kann, beschlossen bereits Twitter und TikTok, gegen QAnon-Inhalte vorzugehen. Twitter löscht mittlerweile alle Konten, die auch nur eine Nähe zu der Verschwörungsgruppe aufweisen. TikTok entfernte zwei Hashtags. Facebook gibt an, künftig ebenfalls härter gegen Inhalte und Profile, die eine Nähe zu QAnon aufweisen, vorgehen zu wollen. Zwar steht die Plattform immer noch in der Kritik, weil problematische Inhalte meist problemlos geteilt werden können. Aber den Fokus auf die Einschränkung der Verschwörungstheorien der QAnon-Gruppe zu legen, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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