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Zoom: Zahlende User können bald das Data Center für ihre Anrufe auswählen
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Zoom: Zahlende User können bald das Data Center für ihre Anrufe auswählen

Nadine von Piechowski | 14.04.20

Die Videochat App Zoom erlaubt zahlenden Nutzern ab dem 18. April, das Rechenzentrum, aus dem die eigenen Anrufe weitergeleitet werden, auszuwählen. User der Free-Version können dies nach wie vor nicht.

User, die für den Videochat Service Zoom bezahlen, können zukünftig auswählen, über welches Data Center ihre Anrufe weitergeleitet werden. Das verkündete Zoom CTO Brendan Ittelson in einem Blogpost. Zuvor ergab ein Bericht des Citizen Labs der Universität Toronto, dass die Verschlüsselungscodes für Zoom Calls teilweise über chinesische Rechenzentren generiert wurden, ohne dass sich einer der User während des Gesprächs in China befand. Dies ermöglicht es der chinesischen Regierung, Aufzeichnungen einzelner Gespräche anzufordern und somit die User zu überwachen. Ein derartiger Fall ist bisher allerdings nicht bekannt. In dem Blogpost schreibt Ittelson:

Beginning April 18, every paid Zoom customer can opt in or out of a specific data center region. This will determine the meeting servers and Zoom connectors that can be used to connect to Zoom meetings or webinars you are hosting and ensure the best-quality service.

Zooms Rechenzentren sind momentan in Australien, Kanada, China, Europa, Japan, Hongkong, Lateinamerika und den USA verteilt. Für User der kostenlosen Version ändert sich ab dem 18. April nichts. Allerdings versicherte das Unternehmen, dass zukünftig keine Gespräche von Nutzern, die sich außerhalb von China befinden, zukünftig über chinesische Server laufen sollen.

Zoom will Sicherheitslücken schnell schließen 

Die Videochat App erlebte durch die Coronapandemie einen enormen Nutzerzuwachs. Verwendeten laut Zoom im Dezember 2019 noch 10 Millionen User die Videochat App täglich, waren es im März 2020 bereits als 200 Millionen. Nachdem immer wieder erhebliche Sicherheitslücken bekannt wurden – wie die Weitergabe von User-Daten an Facebook – kam mehrfach die Frage auf, ob Zoom der Coronakrise gewachsen sei. In einer Antwort auf den Report des Citizen Labs sagte Zoom CEO Eric Yuan, dass der starke Anstieg an Nutzern auch der Grund dafür sei, dass bisher Verschlüsselungscodes von chinesischen Servern generiert wurden:

In our urgency to come to the aid of people around the world during this unprecedented pandemic, we added server capacity and deployed it quickly – starting in China, where the outbreak began. In that process, we failed to fully implement our usual geo-fencing best practices.

Um die Sicherheitslücken im eigenen System zu schließen, verkündete Yuan Anfang April, dass Zoom 90 Tage lang auf etwaige Feature Updates verzichte. Es besteht also Hoffnung, dass die User die Videochat App zukünftig unbesorgt nutzen können.

Zahlende Zoom User können Data Center für ihre Gespräche auswählen