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Xiaomi sammelt selbst im Inkognitomodus Nutzerdaten

Xiaomi sammelt selbst im Inkognitomodus Nutzerdaten

Aniko Milz | 04.05.20

Der Smartphone-Hersteller Xiaomi sieht sich Vorwürfen zur Verletzung der Privatsphäre seiner Nutzer gegenüber. Ein Sicherheitsforscher deckte die Datensammlung des Unternehmens auf.

Der Sicherheitsspezialist Gabriel Cîrlig entdeckte, dass sein Xiaomi Smartphone sein Nutzungsverhalten aufzeichnet. Bei Verwendung des Standardbrowsers hatte das Redmi Note 8 den Seitenverlauf an einen von Alibaba gehosteten Server übermittelt. Auch Suchanfragen bei Google oder DuckDuckGo wurden übertragen – selbst wenn diese im Inkognitomodus durchgeführt wurden. Dies erzählte Cîrlig Forbes in einem Interview.

Browserdaten seien auf den einzelnen User zurückzuführen

Xiaomi gab als Reaktion auf die Vorwürfe an, die Daten komplett anonymisiert weiterzuleiten, dem würden User mit der Nutzung zustimmen. Jedoch, so Cîrlig, würden in allen bisher untersuchten Fällen zu dem Browserverlauf auch Auskünfte über das Smartphone, die Android-Version und eine Nutzerkennung übermittelt. Diese verändere sich nicht und sei so mit Hilfe der anderen Daten dazu geeignet, Benutzer eindeutig zu identifizieren.

Wenn auch andere Smartphone-Modelle betroffen sind, wovon Cîrlig ausgeht, würden die Daten von mehreren Millionen Smartphone-Besitzern versendet werden. Die Sammlung dieser gehe weit über die sonst übliche Datenerhebung hinaus und stelle so eine eindeutige Verletzung der Privatsphäre dar. Nicht nur Gabriel Cîrlig untersucht derzeit die Datenweitergabe von Xiaomi, auch IT-Sicherheitsspezialist Andrew Tierney nahm sich die Browser Apps von Xiaomi vor. Seine Ergebnisse zeigen, dass Mi Browser Pro und Mint Browser, Apps, die gemeinsam etwa 15 Millionen Mal heruntergeladen wurden, ähnlich mit den Daten ihrer User verfahren.

In einem Blogpost reagierte Xiaomi auf den Forbes-Artikel und verteidigte sich. Das Unternehmen sammle die Daten der User nur nach ihrer Zustimmung, zudem würden diese nur anonymisiert weitergegeben. Auf den Vorwurf von Cîrlig, dass die Nutzerkennung stets gleich bleibe, reagierte der chinesische Smartphone-Hersteller nicht. In einem Update des Blogposts machte das Unternehmen nun jedoch darauf aufmerksam, dass im nächsten Browser Update die Funktion gegeben sein wird, die Datensammlung im Inkognitomodus zu unterbinden.

Smartphone-Hersteller Xiaomi sammelt auch im Inkognitomodus die Daten der Nutzer

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