Lösungssuche: Neue Optionen im Messenger Marketing

Bald findet die Messenger Marketing Conference statt. Unter anderem wird besprochen, was es nach dem 07. Dezember für Alternativen gibt.

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Auf der Messenger Marketing Conference in Köln wird dieses Jahr vor allem ein Thema im Mittelpunkt stehen: Ab dem 07. Dezember dürfen keine WhatsApp Newsletter mehr versendet werden. Martin Sinner klärt uns über die Auswirkungen auf und mit welchen Alternativen sich die Branche derzeit beschäftigt.

OnlineMarketing.de Redaktion: In der Welt der Messenger tut sich gefühlt gerade Einiges, speziell rund um WhatsApp. Was ist da los?

Martin Sinner: WhatsApp hat angekündigt, dass ab Dezember gegen das Newslettering per WhatsApp vorgegangen wird. Das ist eine spannende Situation, denn da wird einfach eine ganze Industrie ausgeknippst. Viele dieser Dienste wie der Dienst der Tagesschau oder von Chip Online versuchen ihr Glück auf anderen Messenger-Plattformen wie Telegram. Aber nicht nur der Umzug macht Mühe, die Öffnungsraten sind auf anderen Messenger wesentlich schlechter.

Die Schnäppchen-Plattform mydealz und deren Schwester-Dienste mit angeblich mehreren Hunderttausenden Abonnenten sieht sich nicht in der Lage WhatsApp weiterhin so zu nutzen wie sie es bisher getan haben. Warum?

Mir gegenüber hat Mydealz-CEO Fabian Spielberger schon vor einer Weile bestätigt, dass er keine gleichwertigen Alternativen sieht. Telegram als einer von wenigen Messengern erlaubt Broadcasting, ist aber zumindest aktuell noch zu nischig. Das Team von Fabians Firma Pepper arbeitet nun an Nachrichtenfunktionen in den jeweiligen Apps der zu Fabians Firmen gehörenden Dienste.

Für viele Dienste-Anbieter ist also die Regel, dass Unternehmen über WhatsApp Usern nur innerhalb einer Session von 24 Stunden nach dem letzten durch den Nutzer initiierten Kontakt kostenlos Nachrichten schicken können, keine Basis ihre Newsletter-Dienste weiter zu führen.

Einige Stimmen aus Medienkreisen finden das problematisch und rufen nach Regulierung.

Ich selbst finde das nicht problematisch, auch wenn es schade ist, denn einige der Dienste waren wirklich wertig. Ich mag zum Beispiel den WhatsApp-Dienst von Kassenzone sehr gerne. Da die Whatsapp-Newsletter aber nie auf einer offiziellen Schnittstelle, sondern auf sogenannten Pirate APIs betrieben worden sind, kann man WhatsApp bzw. Facebook auch keinen Vorwurf machen. Facebook hat diese Dienste zwar eine Weile toleriert, aber nie unterstützt.

Das Verbot der WhatsApp-Newsletter kam zu einem Zeitpunkt als Facebook die WhatsApp Business API vorgestellt hat. Wie positioniert sich Facebook mit dieser WhatsApp-Schnittstelle?

WhatsApp trat Ende 2018 in den Markt mit seiner Business API ein. Weltweit erhielten nur ca. 40 Unternehmen die Möglichkeit die WhatsApp Business API zu vermarkten. Die Möglichkeit, WhatsApp via API zu integrieren, wird auch in Deutschland das Thema Messenger Services enorm pushen, denn hier verwenden 83 Prozent der deutschen Internetnutzer bereits WhatsApp. Mit Fokus auf Kundenservice will WhatsApp die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden nachhaltig verbessern und sagt nervigen Telefonhotline-Warteschleifen ebenso wie E-Mail und SMS den Kampf an. Man darf neugierig sein, wie viele Funktionen WhatsApp seinen Business-Partnern anbieten wird, bisher können zum Beispiel keinerlei Parameter außerhalb des Dialogs mit übergeben werden.

Was für Use Cases werden denn durch die WhatsApp API möglich?

Der Kunde kann nun WhatsApp statt der Email oder Telefonhotline nutzen, um mit seinem Dienstleister GDPR-konform zu kommunizieren. Ohne API war die Kommunikation nicht GDPR-konform. So integrieren schon einige CRM-Anbieter WhatsApp in ihre Systeme um vor allem für User die mit Smartphone unterwegs sind einen alternativen und viel besser nutzbaren Kanal zur Hotline oder Email anzubieten.

Wo hakelt es noch? Bei den QR-Codes?

Definitiv, der Deutsche Kunde tut sich momentan noch schwer mit QR-Codes. Dies wird nicht mehr lange so bleiben, denn der direkte Einstieg in den Messenger-Dialog bringt vor allem mit WhatsApp große Vorteile. Spätestens, wenn man per Messenger zahlen kann, wird es auch mit der QR-Code Adaption richtig losgehen.

Da passt es gut, dass demnächst die Messenger-Marketing-Conference stattfindet.

Richtig, am 5.11. 2019 findet in Köln zum zweiten Mal Deutschlands Konferenz zum Thema Messenger Marketing statt, auf die ich mich sehr freue. Nicht nur, weil ich sie zusammen mit Fabian Rossbacher konzipiert habe, sondern auch, weil dort zahlreiche Experten richtig spannende Use Cases um Messenger und Chat-Bots präsentieren werden. Neben Facebook, Whatsapp, Google Messaging und WeChat werden wir ein paar richtig spannende Technologiefirmen aus Deutschland sehen. Das wird spannende Einblicke in die Zukunft des Messenger-gestützten Marketings und Messenger-Kommunikation geben.


Wir bedanken uns bei unserem Interviewpartner für die spannenden Insights.

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