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Corona-Chaos: Trump kündigte Google Website für Symptomcheck an – ohne dass der Konzern davon wusste
© Flickr / Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0

Corona-Chaos: Trump kündigte Google Website für Symptomcheck an – ohne dass der Konzern davon wusste

Nadine von Piechowski | 16.03.20

Da ging einiges durcheinander: Donald Trump verkündete bei einer Pressekonferenz, dass Google an einem umfassenden Portal arbeite, das zur Bekämpfung des COVID-19-Virus beitragen soll. Allerdings hat die Sache einen Haken: Google wusste von diesem Projekt nichts.

Die Google-Mitarbeiter haben ein langes Wochenende hinter sich, denn für viele hieß es am Samstag und Sonntag Überstunden schieben. Der Grund: Donald Trump. Der US-Präsident stellte nämlich während einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag ein Google-Projekt vor, das die US-Bürger in der momentan vorherrschenden Corona-Krise unterstützen soll. Laut Trump arbeite Google nämlich an einem Internet-Portal, das den Menschen dabei helfe, ihre Symptome zu bestimmen und falls eine Infektion mit dem Virus möglich scheint, gleich einen Termin bei der zuständigen Behöre für einen Test zu vereinbaren. Klingt erstmal nach einer nützlichen Website. Nur wusste bei Google niemand etwas davon. Der US-Präsident hatte da einiges durcheinander gebracht.

Trump verwechselte und vermischte drei Google-Projekte miteinander 

Eine entscheidende Rolle bei dem Missverständnis soll Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner gespielt haben. Dieser stand vor der Pressekonferenz mit Verantwortlichen von Google in Kontakt und soll dabei über die Pläne des Tech-Unternehmens informiert worden sein. Er habe diese  Informationen zu drei verschiedenen Google-Projekten an seinen Schwiegervater weitergegeben. Trump verwechselte und vermischte diese Pläne miteinander – und bestätigte der Press gegenüber, dass eine solch fantastische Website in den gesamten USA in Kürze verfügbar sein soll.

Tatsächlich plante Googles Schwesterfirma Verily eine Website, auf der Betroffene ihre Symptome eingeben und überprüfen können. Allerdings befand sich diese Seite am vergangenen Freitag noch in einer sehr frühen Planungsphase und sollte nicht in ganz Nordamerika ausgerollt werden. Lediglich in der Bay Area rund um San Francisco sollte mit den Tests begonnen werden. Google selbst versucht den Usern bereits aus dem Informationschaos zum Cornoavirus zu helfen, indem der Suchmaschinen-Riese eng mit der Weltgesundheitsorganisation zusammenarbeitet. Mit der Website, die Trump auf der Pressekonferenz vorstellte, hatten diese Projekte aber nichts zu tun. Zusätzlich gab der amtierende US-Präsident bekannt, dass ganze 1.700 Mitarbeiter von Google an der Website arbeiten würden. Auch hier hat Trump etwas missverstanden: Denn erstens hat Verily gar keine 1.700 Mitarbeiter. Zweitens handelt es sich hierbei um die Zahl der Google-Mitarbeiter, die sich bereit erklärt haben, an einem solchen Projekt mitzuwirken, falls es in Planung sei.

Google baute Fantasie-Website von Donald Trump tatsächlich 

Bei Google und Verily sorgte Trumps Patzer für Stress. Denn während keinerlei Informationen oder Statements zu einem derartigen Projekt an die Öffentlichkeit gelangten, arbeiteten Google-Mitarbeiter mit Hochdruck an der Umsetzung der von Trump versprochenen Website. Die Seite zur Erstabklärung gibt es seit Sonntagabend also wirklich. Google begründete dieses Vorgehen damit, dass der Konzern gegenüber den Usern eine Verantwortung habe. Diese würden nach der Ankündigung fest mit einem solchen Portal rechnen und man wolle sie nicht enttäuschen. US-Bürger können auf der jetzigen Website zumindest checken, ob ihre Symptome für eine Erkrankung mit dem Corona-Virus typisch sind. Allerdings bleibt die Testphase regional auf die Bay Area beschränkt. Wann und ob die Website bald in allen Staaten der USA verfügbar sein wird, ist noch unklar.

Googles Schwesterkonzern launcht Website für Corona-Symptomcheck