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Technologie
Error 400 und 500: Was steckt wirklich hinter den HTTP-Statuscodes?
© Erik Mclean - Unsplash

Error 400 und 500: Was steckt wirklich hinter den HTTP-Statuscodes?

Ein Gastbeitrag von Stefan Leuenberger | 21.04.20

Dieser Beitrag klärt dich über verschiedene HTTP-Fehlercodes auf, von Error 500 bis 403. Und er zeigt dir nützliche Handlungsempfehlungen.

Bei Internet-Usern sind sie ungern gesehen: Fehlermeldungen. Sind diese erst einmal da, werden die Suchmaschinen meistens zum „Erst-Helfer“: Was bedeutet 404? Was ist der Fehlercode 500? Die Antworten von Google und Co. sind oftmals nur kurze Definitionen des jeweiligen Errors – tiefergehende Problemlösung? Fehlanzeige!

Kennt man die Gründe hinter den jeweiligen Fehlermeldungen, kann man als User ganz gezielt nach der besten Lösung suchen. Fehlermeldungen haben nämlich nicht den einen Grund, sondern sind manchmal recht vielfältig. Welche Probleme können hinter den Zahlencodes stecken? Hier gibt es die Antwort.

Ein Error-ABC von HTTP-Statuscodes oder besser: Das Error-Einmaleins

Wir wollen hier nicht lange um den heißen Brei herumreden, denn die Zuordnung der Fehlermeldungen beziehungsweise der HTTP-Statuscodes, wie sie im Fachjargon genannt werden, wurde relativ einfach gestrickt: Für Webserver unterscheidet man fünf verschiedene Statuscodes.

  • 1xx – 3xx: Diese bemerkt der User gar nicht – sie erfolgen quasi im Hintergrund
  • 4xx – 5xx: Diese bemerkt der User beziehungsweise der Website-Betreiber sehr wohl, weil der Bildschirm einen Error anzeigt

Alle Codes geben – wie der Name schon sagt – den jeweiligen Status des Problems wieder. Die Zahlenfolge wird vom Server an den Client (also an deinen PC oder dein Smartphone) geschickt. Demnach treten die „Fehler“ also beim Aufrufen einer URL im Browser auf.

Kümmern wir uns nun um jene Statuscodes, die dich beim Surfen im Internet wirklich einschränken, die 4xx- und 5xx-Fehlermeldungen.

HTTP Error 400 – schnelle Lösungsansätze und Deep Dive für 4xx

Der erste Hinweis von 4xx-Fehlern lautet: „Fehler beim Client!“ Hinter der 4 stehen dann verschiedene Zahlen, je nachdem, welchen Status der Server sendet. Was die Zahlenkombinationen genau bedeuten, erfährst du hier.

Einer der häufigsten 4xx-Fehler ist der allseits bekannte 404 Error. Er kann in manchen Fällen relativ schnell und einfach behoben werden, zum Beispiel so:

  • Die Seite neu laden – mit der Taste F5 geht das am schnellsten
  • Fehler in der URL beheben – wurde die URL falsch geschrieben? Manchmal hilft es schon, am Ende das Zeichen „/“ hinzuzufügen
  • Den Cache leeren und die Cookies löschen – in den meisten Browsern findest du diese Möglichkeit unter „Einstellungen“
  • Die Seite über Google suchen und eine andere URL der gleichen Website aufrufen – eventuell ist nämlich gerade die ganze Website down, dann solltest du den Webmaster dieser Seite anschreiben

Wenn die Seite immer noch nicht erscheint, dann hängen damit wohl tieferliegende Probleme zusammen, die nicht immer ohne die Hilfe des Webmasters behoben werden können. Deshalb nun der Deep Dive: Was kann noch hinter einem 4xx Error stecken und wie kann man die Fehler wieder beheben? Hier haben wir die bekanntesten Fälle für dich zusammengefasst:

1. Probleme beim Uploaden? Error 400 als Antwort

Ein Error 400 bedeutet, dass der Server die Anfrage nicht verstanden hat. Eventuell liegt der Fehler also in der URL (wurde alles richtig geschrieben?) oder gespeicherte Cookies im Browser sind fehlerhaft (Cookies löschen hilft vielleicht!).

Erscheint der Statuscode 400 nach dem Upload einer Datei, heißt das meistens: Die hochgeladene Datei ist zu groß. Auch hier kann der Admin der Webseite helfen, indem er die Größenbeschränkung von Dateien beim Server erhöht.

2. 404? 301-Weiterleitungen fehlen oder sind fehlerhaft

Wenn eine Webpage gelöscht wird, weil sie beispielsweise nicht mehr benötigt wird, muss unbedingt eine sogenannte 301-Weiterleitung eingerichtet werden. Diese Weiterleitung sorgt dafür, dass der User nicht auf einer 404-Seite landet, sondern zu einer funktionierenden, anderen Webpage weitergeleitet wird. Manchmal fehlen solche Weiterleitungen oder wurden falsch eingerichtet und deshalb erscheint der 404-Statuscode.

Wie behebt man das Problem? Indem man als Admin nachträglich sinnvolle Weiterleitungen setzt. Diese werden in der .htaccess-Datei eingerichtet. Welche Rolle diese Datei bei den Statuscodes spielt, erfährst du übrigens am Ende des Artikels.

3. 429 „Too Many Requests Error“ nach dem Login?

Egal, ob du dich in einem Forum oder in deine eigene WordPress-Seite einloggen oder einfach nur etwas downloaden möchtest – der Statuscode 429 will einfach nicht verschwinden? Dann hast du den Server mit zu vielen „Anfragen“ überfordert.

Was du tun kannst:

  • 429 in WordPress: Versuche die URL des Standard-Logins zu ändern oder überprüfe interne https Links. Manchmal verursachen auch Themes oder Plugins diese Login-Probleme. Wenn gar nichts hilft, nimm mit deinem Hoster Kontakt auf. Ein professioneller Hoster wird dir selbst mit diesem tückischen Fehler weiterhelfen können
  • Beim Login oder dem Zurücksetzen eines Passworts: Hier hilft meistens nur warten. Nach einer gewissen Zeit sind von deiner IP-Adresse aus wieder Anfragen an den Server möglich
  • Beim Download von Daten in Google Chrome: Auch beim Download in Chrome scheint der Statuscode 429 viele User hartnäckig zu ärgern. Der Google-Support selbst empfiehlt im Hilfe-Forum, wie man diese Fehler behebt.

HTTP Error 500 – Sieben Probleme, die dahinterstecken können

Erster Hinweis bei 5xxer-Fehlern: „Fehler beim Server, auf dem die Website liegt, die du gerade aufrufen möchtest.“ Die gute Nachricht zuerst: Der Fehler liegt höchstwahrscheinlich nicht bei dir, sondern beim Server, auf dem die Website liegt. Die schlechte Nachricht: Du wirst den Fehler wohl nicht selbst beheben können. Bist du aber der Webmaster der betroffenen Website, dann kannst du sehr wohl etwas tun – mehr dazu jetzt.

Diese fünf Probleme können hinter dem „Error 500“ stecken:

  • Die .htaccess-Datei ist fehlerhaft
  • Der Server ist überlastet – hier hilft manchmal einfach nur warten
  • Neu installierte Plugins oder Themes machen Probleme – bei WordPress lassen sich Plugins ganz einfach deaktivieren. Unser Tipp: Deaktiviere die Plugins nacheinander und mach danach einen Check, so findest du heraus, welches Plugin der Übeltäter war
  • Probleme im Script – besonders fehleranfällig sind übrigens Dateipfade und Dateinamen der Scripte. Dazu gehören unter anderem PHP-Fehler
  • PHP Timeouts, auf Deutsch: der Server hat zu lange für eine Antwort gebraucht. Der Zeitrahmen (der Standard beträgt 30 Sekunden) bis zu dieser Fehlermeldung wird in der Datei max_execution_time festgelegt. Warum benötigt man die Einstellung überhaupt? Schlampige Skripte könnten sonst den ganzen Server blockieren.

Nicht nur der 500er, auch andere 5xx Errors können beim Surfen auftreten. Die häufigsten Probleme findest du hier kurz zusammengefasst:

  1. 502 Bad Gateway: Die Anfrage konnte nicht weitergeleitet werden, weil der Webserver ausgefallen oder überlastet ist. Hier lautet die Devise: Etwas später noch einmal probieren. Klappt es dann immer noch nicht mit der gewünschten Website, dann liegen tiefergehende Probleme vor. Ein Fehler im Code der Webseite, blockierende Firewalls auf Client- oder Server-Seite oder ein Browser Plugin können für den Error verantwortlich sein.
  2. 504 Gateway Timeout: Meistens bedeutet diese Fehlermeldung, dass die Antwort auf die Anfrage zu lange gedauert hat – kurzum: Die aufgerufene Seite lädt zu lange oder ist ohnehin offline. Was man als User tun kann: Die Proxy-Einstellungen im Browser checken! Sollte zum Schutz gegen Malware ein Proxy Server aktiviert sein, kann dieser der Verursacher des Gateway-Timeouts sein. Wie das in Firefox funktioniert, wird hier erklärt.
  3. 510 Not Extended: Die Anfrage vom Client war unvollständig oder fehlerhaft. Ein einfacher Grund für diesen Error könnte sein: Eine Web Application Firewall (WAF) könnte den Aufruf blockiert haben. Am besten direkt beim Provider nachfragen, wie du WAF-Regeln selber verwalten kannst.
  4. 511 Network Authentication Required: Der zwischengeschaltete Proxy meldet, dass sich der Client zuerst authentifizieren muss. Diese Fehlermeldung kann deshalb manchmal beim Surfen mit öffentlichen PCs oder in einem öffentlichen WLAN auftreten, wenn der Benutzer den Nutzerbedingungen oder ähnlichem noch nicht zugestimmt hat.

Was die .htaccess-Datei mit Errors zu tun hat

Abschließend möchten wir noch kurz auf die ominöse .htaccess-Datei eingehen. Wobei, so ominös ist sie gar nicht, wie du gleich feststellen wirst. Eigentlich ist sie sogar recht praktisch, denn darin kann quasi alles geregelt werden, was beim Austausch zwischen Client und Server wichtig sein könnte, zum Beispiel:

  • Wer darf auf eine Seite zugreifen?
  • Wer darf eine Datei verändern?
  • Für welche IP soll die Seite gesperrt werden?

Erscheint etwa ein 403 Error, dann bedeutet das: Diese Anfrage ist nicht erlaubt. Diese Erlaubnis kann in der .htaccess-Datei angepasst werden.

Wo findet man die .htaccess-Datei? Sie liegt normalerweise im Root-Verzeichnis der Website. Du gelangst dahin, indem du dich mit den FTP-Zugangsdaten, die du vom Hoster bekommen hast, in einem FTP-Programm einloggst. Achtung: Die .htaccess ist versteckt, deshalb solltest du ein Programm verwenden, welches versteckte Dateien (NCSA-kompatibel) anzeigen kann.

Wie bearbeitet man die .htaccess-Datei? Es handelt sich um einen Hypertext, also kannst du die Datei mit einem beliebigen Editor öffnen. Beachte aber: Alle Änderungen in dieser Datei sollten mit der nötigen Vorsicht durchgeführt werden, denn nur ein kleiner Fehler im Code kann Großes bewirken. Im schlimmsten Fall einen Error; und deine User haben keinen Zugriff mehr auf die Webseite. Das kann fatale Auswirkungen für deine Google Rankings haben.

Was kann man mit der .htaccess-Datei machen? Hier nur eine kurze Auflistung davon, was alles möglich ist:

  • 301- oder 302-Weiterleitungen erstellen und bearbeiten
  • Einen Passwortschutz für die Webseite einrichten
  • Zugriffe auf Daten erlauben oder sperren
  • PHP-Einstellungen aufrufen
  • IPs sperren oder freischalten
  • Trailing Slash anfügen
  • Individuelle Fehlerseiten erstellen

Für alle, die bis hierher gelesen haben: Du bist nun besser gewappnet für das Internet und seine Tücken. Beim nächsten Error weißt du Bescheid und hast auch einige Schnell-Hilfe-Tricks auf Lager, ganz ohne googeln zu müssen. Zur Erinnerung: F5 drücken und ein paar Minuten warten wirkt manchmal ebenfalls wahre Wunder.