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Social Media Marketing
YouTube: Creator können möglicherweise bald selbst Ads in ihren Videos verkaufen
© Nordwood-Themes - Unsplash

YouTube: Creator können möglicherweise bald selbst Ads in ihren Videos verkaufen

Nadine von Piechowski | 28.02.20

Die Video-Plattform testet ein neues Programm, in dem YouTube Creator kontrollieren können, welche Ads in ihren Videos zu sehen sind. Allerdings kann Werbung nur an Brands verkauft werden, mit denen die Creator bereits in Kontakt stehen.

YouTube startete ein sehr limitiertes Pilotprogramm, das den meisten Creatorn genau das geben könnte, wonach sie schon länger verlangen: Mehr Kontrolle über die Ads, die während ihrer Videos gezeigt werden. Tom Leung, Director of Product Management bei YouTube, sagte in einem Video dazu:

We know a lot of people are very interested in this topic, so it’s a very small pilot now, but as we have more information, we will definitely share it out as soon as we can […] basically [we’re] allowing a creator to sell ads directly to a brand.

YouTube Partner wie das Hörfunk- und Fernsehnetzwerk NBC haben bereits seit 2010 die Möglichkeit, zu kontrollieren, welche Werbung auf ihrem Kanal gezeigt wird. Warum wurde Creatorn dies also bisher vorenthalten? Ein Grund dafür könnte sein, dass eine Offenlegung der Ads bei Creatorn um ein Vielfaches komplizierter ist. Ein Beispiel: Muss ein Creator ein Video, in dem das gleiche Produkt beworben wird wie in der eingespielten Ad, dies dann noch als Werbung markieren? Hierzu gibt es noch keinerlei Richtlinien von YouTube.

Nur eine Zusammenarbeit mit bekannten Brands ist erlaubt

Während des Tests erlaubt YouTube Creatorn allerdings nur eine Zusammenarbeit mit Brands, mit denen sie vorher schon in Kontakt standen. Leung sagte dazu konkret:

We’re experimenting with a new way for creators to sell advertising to brands with whom they already have a relationship.

Wie diese „Relationship“ definiert ist, ist allerdings unklar. Ebenfalls noch nicht geklärt ist, wie viel die Creator bei dem direkten Ad-Verkauf an eine Brand verhältnismäßig verdienen würden. Es wird spekuliert, dass die Video-Plattform momentan noch den größten Teil der Mediaspendings abgreift. Konkreter soll Google 45 Prozent des Werbeumsatzes behalten. Mit dem direkten Verkauf an die Brands würde YouTube die Vermittlungsposition verlieren und könnte einen Teil seiner Einnahmen einbüßen.

Ads auf YouTube: Ein lukratives Geschäft

Das Testprogramm könnte YouTube Creatorn ermöglichen, eine eigene Werbestrategie zu entwickeln, die zu Brand und Creator passt. Bis jetzt spielte YouTube Werbung automatisiert an bestimmte Top Creator aus. Diese erzielen einen höheren CPM (Cost per Impression), von dem sie selbst und YouTube profitieren, und sind damit für einen Großteil der Werbeeinnahmen auf der Videoplattform verantwortlich. YouTubes Begründung dafür ist nachvollziehbar: Top Creator generieren im Durchschnitt eben mehr Views. YouTuber mit weniger Zuschauern und andere Ad-Optionen stellt Google den Brands in YouTube’s Partner Program zur Verfügung. Ads sind für Googles Tochterunternehmen YouTube ein lukratives Geschäft. Allein 2019 konnte ein Umsatz von mehr als 15 Millionen US-Dollar nur mit Werbung auf der Videoplattform erzielt werden.

Es ist noch unklar, wie viele Creator an dem Pilotprogramm teilnehmen und ob YouTube dieses in den kommenden Monaten weiter ausbaut.

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