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Social Media Marketing
Read it before you tweet it – Twitter möchte User erziehen
© Sara Kurfeß - Unsplash

Read it before you tweet it – Twitter möchte User erziehen

Aniko Milz | 11.06.20

In einem Versuch, die Verbreitung von Desinformationen zu stoppen, fordert Twitter seine User nun auf, Artikel zu lesen, bevor sie sie reposten.

Viele User nutzen den Kurznachrichtendienst Twitter, um ihre Gedanken zu bestimmten Artikeln zu teilen. Oft wird hierzu der Artikel mit einem Kommentar repostet. Um in diesem Kontext bessere Diskussionen auf Twitter zu ermöglichen, gab Twitter am vergangenem Mittwoch bekannt, ein neues Feature auszurollen. Demnach werden User, die den Artikel zuvor nicht in der Twitter App gelesen haben, dazu angehalten, diesen vor dem Teilen zu öffnen und zu lesen.


Der Mechanismus soll zunächst bei Android-Nutzern getestet werden. Wenn sich der User in der Testgruppe befindet, wird er, wenn er einen Artikel retweeten möchte, den er vorher nicht in der Twitter App gelesen hat, gefragt, ob er den Artikel vor dem Teilen nicht lesen möchte. Nach der Aussage des Twitter Support Accounts soll es aber weiterhin möglich bleiben, den Beitrag ohne lesen zu teilen.


Die Twitter User in den Kommentaren zeigen sich nicht begeistert. Während einige angeben, keine Kleinkinder zu sein und nicht in der Art bemuttert werden zu müssen, fragen sich andere, ob nicht doch eine neue Monetarisierungsstrategie dahinter steckt. Dies weist Twitter jedoch von sich.


Das Feature bedeutet eine weitere Anstrengung Twitters, gegen die Verbreitung von Desinformationen auf der Plattform vorzugehen. Viele Tweets werden mit Fact Check Labels versehen, sogar einige Tweets des US-amerikanischen Präsidenten wurden als irreführend gekennzeichnet. Damit möchte Twitter erreichen, dass nicht alles, was auf der Plattform zu finden ist, als wahr angenommen, sondern auch hinterfragt wird. Grundsätzlich ein gutes Anliegen. Es könnte jedoch sein, dass Twitter mit der neuen Aufforderung etwas zu weit in das Nutzungsverhalten der User eingreift – zumindest den Reaktionen in den Kommentaren nach zu urteilen.

Kommen bald Twitter Reactions?

Twitter arbeitet zusätzlich fleißig weiter daran, seinen Usern mehr Möglichkeiten zum Ausdruck ihrer Gefühle zu geben. Reverse Engineerin Jane Wong entdeckte einen Test, in dem mehrere Emojis zur Auswahl stehen, mit denen auf einen Tweet reagiert werden kann. Derzeit gibt es nur die Möglichkeit, einen Tweet zu liken. Mit der Entdeckung kämen Reaktionen wie ein Tränen lachender Emoji, ein erstaunter Emoji, ein Verbotsschild und so weiter hinzu.


Zu diesem Feature wurde von offizieller Seite noch nichts bekanntgegeben. Daher ist noch nicht klar, ob und wann die Twitter Reactions ausgerollt werden.

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