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Social Media Marketing
Spotify, Tinder und Google: Facebooks SDK bringt populäre Apps zum Absturz
© William Hook - Unsplash

Spotify, Tinder und Google: Facebooks SDK bringt populäre Apps zum Absturz

Nadine von Piechowski | 08.05.20

Ein fehlerhafter Code in Facebooks SDK führte am 6. Mai dazu, dass bekannte und viel genutzte Apps für iOS nicht mehr zur Verfügung standen.

Am Mittwoch mussten einige iOS User auf zahlreiche beliebte Apps wie Spotify, TikTok oder Tinder verzichten. Der Grund: Ein Bug im Update von Facebooks SDK (Software Development Kit). Dieses wird mittlerweile bei der App-Entwicklung nicht nur von kleineren, sondern auch von größeren Unternehmen eingesetzt. Der Social-Media-Konzern hat den Fehler bereits behoben. Der Absturz zahlreicher Apps aufgrund des inkorrekten Codes in Facebooks SDK zeigt deutlich, welche gravierenden Auswirkungen bereits ein Fehler für das App-Ökosystem haben kann.

Facebook entschuldigt sich

Facebooks SDK beinhaltet viele hilfreiche Software Tools. Diese helfen bei der Implementierung von Features wie dem „Auf Facebook teilen“-Button oder dem Einloggen mit einem Facebook-Account. Der Social-Media-Konzern erneuert und optimiert das eigene SDK fortlaufend. Den verursachten Crash vieler populärer Apps bedauert das Unternehmen. In einem Statement gegenüber dem Online-Portal The Verge sagte ein Sprecher des Konzerns am Mittwoch:

Earlier today, a new release of Facebook included a change that triggered crashes for some users in some apps using the Facebook iOS SDK. We identified the issue quickly and resolved it. We apologize for any inconvenience.

Facebooks SDK: Fehler bleibt unbekannt

Bis jetzt gab Facebook noch nicht bekannt, wo der Fehler im SDK zu finden war. Auch nicht, wieso dieser zu einem Absturz der anderen Apps geführt hat. Besonders bemerkenswert: Auch User, die Apps verwendeten, die keinerlei Code des SDKs beinhalteten, konnten auf diese nicht mehr zugreifen. Ebenfalls Anwendungen, die keinen Gebrauch von Facebooks SDK machten, waren von dem Crash betroffen. Catalin Cimpanu, Security-Reporter des Online-Magazines ZDnet, hat eine Vermutung, wo der Fehler aufgetreten sein könnte:

The issue was that the SDK was expecting a server reply in a certain format, which on Wednesday, the Facebook servers were not providing. […] Without the proper response, the Facebook SDK crashed, also bringing down all the apps that used it.

Entwickler, deren Apps betroffen waren, konnten nichts tun, um das Problem selbst zu beseitigen. Nur Facebook konnte den Fehler beheben.

Facebook pusht Entwickler, das SDK zu nutzen

App-Entwickler Guilherme Rambo sagte gegenüber The Verge, dass das Problem darin läge, dass Facebook viele Entwickler beinahe dazu zwinge, das eigene SDK zu nutzen. Rambo erklärt:

Facebook really pushes developers into installing their SDK, likely because they want the very rich data they can collect on those app’s users. The SDK is offered as a convenience for both developers and marketing teams, since it can also be used to track the conversions of ads run through Facebook.

Dass Facebooks SDK für viele App-Betreiber Vorteile bietet, ist unumstritten. Vor allen Dingen, dass es kostenlos ist, macht das SDK für viele Developer attraktiver. Sollte allerdings ein Fehler auftreten – wie am Mittwoch geschehen – könnte die breite Nutzung dazu führen, dass dies verheerende Auswirkungen auf zahlreiche Apps hat. Auch dass die App-Entwickler dem Social-Media-Konzern im Gegenzug für die kostenlose Nutzung, sehr viele Daten zur Verfügung stellen, muss kritisch betrachtet werden. Denn jedes Mal, wenn eine App von einem User geöffnet wird, kommuniziert diese mit Facebooks SDK.

Wie Developer dieses Problem zukünftig lösen, ist noch unklar. Allerdings zeigt der Vorfall, dass sich schnell etwas im Umgang mit Software Tools von Dritt-Anbietern bei der Entwicklung von Apps ändern muss, damit sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholt. Der App Crash am Mittwoch erinnert viele Developer und User ebenfalls daran, dass Facebook mittlerweile großen Einfluss auf die App-Ökosytsem hat. Was dazu führen könnte, dass der Social-Media-Konzern diesem empfindliche Schäden zufügen oder große Veränderungen vornehmen könnte.

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