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Social Media Marketing
Spyware: Wollte Facebook mithilfe der NSO Group wirklich Apple User ausspionieren?
© LoboStudioHamburg - Pixabay

Spyware: Wollte Facebook mithilfe der NSO Group wirklich Apple User ausspionieren?

Nadine von Piechowski | 06.04.20

Das umstrittene Software-Unternehmen NSO behauptet, dass Facebook an einem Kauf ihrer Spionagesoftware interessiert gewesen sei, um einfacher an Daten von iPhone Usern zu gelangen. Facebook bestätigte eine Diskussion mit der Firma.

Facebook befindet sich momentan in einem Rechtsstreit mit dem israelischen Software-Unternehmen NSO Group. Denn die umstrittene Firma bietet hauptsächlich Spysoftware an, die Sicherheitslücken in Apps ausnutzt. 2019 reichte Facebook Klage gegen NSO ein, da das Unternehmen eine Sicherheitslücke bei WhatsApp absichtlich geheim hielt. So wurden weltweit Milliarden User gefährdet. Außerdem hätte das Unternehmen versucht, sich unbemerkt Zutritt zu den Smartphones dieser Nutzer zu verschaffen.

Nun gab es in dem Falle eine unerwartete Wendung. Shalev Hulio, CEO der NSO Group, erklärte vor einem US-Bundesbezirksgericht, dass Facebook versucht hätte, die Nutzerdaten von Apple Usern zu erfassen. Dazu wollte der Social-Media-Riese laut Hulio ein Tool von NSO kaufen, das in die VPN-App Onavo Protect implementiert werden sollte. So könnte Facebook frühzeitig an Informationen gelangen, welche Apps auf dem Device besonders gern genutzt werden.

Apple hat den Vertrieb der Facebook-Apps, die Daten sammeln, verboten und die Enterprise-Zertifikate des Social-Media-Unternehmens gesperrt. Dadurch ist das Sammeln von Informationen auf Apple-Geräten wesentlich schwieriger als auf Android Devices. Laut NSO-Erklärung hätte sich Facebook daher für die Technik seines Unternehmens interessiert. So hätte der Social-Media-Riese über die App Onavo Protect, falls diese bereits auf dem Gerät installiert ist, unentdeckt Daten von iPhone Usern sammeln können. Facebook bot NSO angeblich an, eine monatliche Gebühr pro Onavo-User zu bezahlen. In der Erklärung gab Hulios an:

Onavo Protect, which has frequently been categorized as “spyware,” allowed Facebook to gather information about Onavo Protect users, including the applications installed on those users’ mobile devices and the amount of time the users spent on each application. The Facebook representatives stated that Facebook was concerned that its method for gathering user data through Onavo Protect was less effective on Apple devices than on Android devices.

Facebook reagierte auf die Erklärung. Gegenüber dem Online-Portal Motherboard gab das Unternehmen ein Statement ab:

NSO is trying to distract from the facts Facebook and WhatsApp filed in court over six months ago. Their attempt to avoid responsibility includes inaccurate representations about both their spyware and a discussion with people who work at Facebook. 

Eine Diskussion zwischen Facebook und NSO habe es demnach gegeben, allerdings stelle Hulios diese falsch da, um vom eigentlichen Prozess abzulenken. Der NSO-CEO gab in seiner Erklärung weiter an, dass ein Geschäft mit Facebook nicht zustande gekommen sei, da der Social-Media-Konzern weder eine Regierungsbehörde noch für die nationale Sicherheit oder die Strafverfolgung verantwortlich sei. Somit habe die Firma nicht den NSO-Kundenkriterien entsprochen.

Ob die Diskussion um die Spionagesoftware der NSO Group bei der Urteilsfindung zu Gute kommt, ist noch unklar.

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