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YouTubes CEO äußert sich zur Entscheidung in Hate Speech-Debatte

Eine Woche nach der Hate Speech-Kontroverse gibt YouTubes CEO ein Statement zu dem Hergang und dem Grund ihrer Entscheidung ab.

Screenshot © recode

Nachdem wir letzte Woche bereits über das Hin und Her berichteten, das YouTube sich in Hinblick auf seine Richtlinien geleistet hat, gab YouTubes CEO Susan Wojcicki am vergangenen Montag auf der Code Conference in Scottsdale ein Statement zu den Vorfällen ab. Der homosexuelle Journalist Carlos Maza hatte sich beschwert, nachdem er mehrfach aufgrund seiner Herkunft und Sexualität von dem YouTuber Steven Crowder beleidigt worden war. YouTube entschied sich jedoch, die Inhalte von Crowder auf der Plattform zu behalten – und erntete damit jede Menge Kritik.

Nach der Entscheidung kommt die Entschuldigung

Susan Wojcicki sprach jetzt eine Entschuldigung der LGBQT Community gegenüber aus. Würde sie die Entscheidungen erneut treffen können, sagte sie, hätte sie sich schon deutlich früher für eine Demonetarisierung der Videos von Crowder entscheiden:

I know that the decisions we made was very hurtful to the LGBTQ community and that wasn’t our intention at all […] and we were really sorry about that.

Die Entscheidung steht: Die Inhalte bleiben online, doch der Account kann kein Geld mehr durch das Schalten von Anzeigen verdienen. Maza zeigt sich über die Entscheidung enttäuscht. „Demonetizing doesn’t work,” schrieb er in einem Tweet. „Abusers use it as proof they’re being ‚discriminated‘ against. Then they make millions off of selling merch, doing speaking gigs, and getting their followers to support them on Patreon. The ad revenue isn’t the problem. It’s the platform.”

Wo muss die Grenze gezogen werden?

Die Twitter-Community hat sich bereits in zwei Lager unterteilt. Die einen halten Mazas Reaktion für übertrieben und kindisch und sprechen sich für YouTube als Plattform aus, die jeder Meinung einen Platz bietet. Die anderen supporten den Journalisten und zeigen Unverständnis der Entscheidung YouTubes gegenüber. CEO Wojcicki erklärte die Entscheidung folgendermaßen:

It’s just from a policy standpoint we need to be consistent — if we took down that content, there would be so much other content that we need to take down.

Letztendlich ist YouTube eine Plattform und kein Publisher. Natürlich gelten trotzdem Regeln, die den Umgang im Internet bestimmen. Allerdings ist das Unternehmen jetzt in der schwierigen Lage, eine festgelegte Grenze ziehen zu müssen. Die Entscheider können nicht alles auf der Plattform lassen, genauso wenig, wie sie alle gemeldeten Inhalte löschen können, nur weil sie irgendwem nicht gefallen. Die Grenze zu ziehen und Richtlinien festzulegen, ist eine Sache; eine ganz andere ist die beständige Durchsetzung, die derzeit noch zu wünschen übrig lässt. Eine Entschuldigung war angebracht, doch konsequentes Handeln von Anfang an wäre im nächsten Fall wünschenswerter.

Das komplette Interview kann hier angeschaut werden:

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