Video Marketing

Immer noch auf YouTube? Neues Tool soll Nutzern zeigen, wie viel Zeit sie dort wirklich verbringen

YouTube möchte den Nutzern anzeigen, wie lange sie Videos schauen, pro Tag, pro Woche, im Schnitt. Erinnerungen für Pausen sollen sich auch einstellen lassen.

YouTubes Time Watched-Profil, © YouTube

Wer kennt das nicht? Nur mal eben ein Video auf YouTube ansehen, vielleicht den Trailer zum neuen Film Solo: A Star Wars Story. Stunden später ist man mittendrin in sämtlichen intergalaktischen Clips zum Lucas-Universum, von Bad Lip Reading bei Yoda bis hin zu Adam Driver alias Kylo Ren als Undercover Boss. Und die Zeit ist einfach so vergangen. YouTube möchte dem Nutzer künftig klar anzeigen, wie viel Zeit er tatsächlich auf dem Portal verbringt; und ihn sogar an Pausen erinnern.

Ein Time Watched-Profil für Nutzer

Matt Southern vom Search Engine Journal wurde auf neue Tools aufmerksam, die YouTube für seine riesige Nutzerschaft plant. Im YouTube Help-Forum wird deutlich, welche Optionen den Usern künftig bereitstehen sollen. Dabei sticht das Time Watched-Profil heraus. Im Menü des Accounts soll bald ein Profil darüber Auskunft geben, wie viel Zeit der Nutzer bei YouTube verbringt. Das Profil zeigt an, wie lange man am jeweiligen Tag geschaut hat, wie die durchschnittliche tägliche Sehdauer aussieht und wie diese sich für den Vortag und die gesamte letzte Woche darstellt.

Dieses Feature soll den Viewern einen klareren Überblick darüber verschaffen, wie viel ihrer Zeit tatsächlich für, womöglich auch überflüssige, Rezeption genutzt wird. Es soll in den nächsten Monaten ausgerollt werden. In den kommenden Tagen stellt YouTube hingegen drei weitere Tools bereit. Darunter die Erinnerung zur Pause. Mit diesem Feature können Nutzer eine Erinnerung einstellen, die alle 15, 30, 60, 90 oder 180 Minuten erscheint und das gerade laufende Video stoppt. Nun sollte der Nutzer eine Pause machen, wenn er nicht selbst schon mal daran gedacht hat.

Es erscheint dabei etwas ungewöhnlich, dass YouTube die Viewer sogar anhält, Pause zu machen. Immerhin bedeutet das potentiell weniger bei YouTube verbrachte Zeit, was in einem größeren Kontext gar Werbetreibenden sauer aufstoßen könnte. Allerdings ist das Tool per Standardeinstellung ausgestellt. Und nur die wenigsten Nutzer werden wohl eine Pausenerinnerung einstellen, die sich einfach übergehen lässt. Damit ist das Tool vielmehr ein wohlgemeinter Zusatz, auf den YouTube sich stützen kann, wenn es darum geht, den Nutzern eine strukturiertere oder gesündere Nutzungspraktik bieten zu können.

Push-Nachrichten lassen sich in eine pro Tag zusammenfassen und stumm schalten 

In den kommenden Tagen soll es ebenfalls Updates in Bezug auf die Einstellungen zu den Push-Nachrichten von YouTube geben. Diese sind übrigens standardisiert ausgestellt. Aber damit lassen sich die Push-Nachrichten in eine einzige kombinierte Nachricht bündeln, die zu einem vom Nutzer selbst gesetzten Zeitpunkt am Tag an ihn gesendet wird. Hier besteht für diesen jedoch die Gefahr, dass er Push-Nachrichten zu Live Streams erst nach Ablauf derselben erhält.

Diese Nachrichten können für bestimmte Zeiträume ebenso stumm geschaltet werden. Als Standardeinstellung für dieses Tool sollen alle Push-Benachrichtigungen zwischen 22.00 Uhr und 8.00 Uhr weder mit Sound noch mit Vibration gesendet werden. Diese Einstellungen können Nutzer natürlich selbst wieder ändern. Es hat sich jedoch gezeigt, dass sich durch dieses Stummschalten in der Nacht die Opt-Outs bei Push-Nachrichten verringert haben, was auch für Abbestellungen überhaupt gilt.

In der mobilen App sollen diese Features also in Kürze auftauchen. Ob sie die Nutzungsgewohnheiten bei YouTube bedeutend verändern werden, ist fraglich. Trotzdem bieten sie einen Ansatz für eine bessere Life-(Social) Media-Balance, der in den kommenden Jahren möglicherweise mehr Gewicht zukommen wird. Das scheinen Google und YouTube ebenfalls verstanden zu haben, so heißt es in ihrem Guide zum Thema Digital Wellbeing:

Great technology should improve life, not distract from it.

Er soll die Gewohnheiten der Nutzung verstehen helfen, aber ebenso zeigen, wo im Alltag Google seine Produkte sinnvoll einsetzt. Dennoch wird dort genauso thematisiert, dass es mehr Möglichkeiten geben soll, einfach mal Pause zu drücken; oder ein Gerät sogar auszuschalten.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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