Mobile Marketing

WhatsApp: Monetarisierung des Nachrichtendiestes startet ab 2016

WhatsApp-Gründer Jan Koum verschob eine Monetarisierung des Nachrichtendienstes auf 2016. Wir machten uns Gedanken, wie diese aussehen könnte.

WhatsApp Monetarisierung

(c) 2bgr8 / Wikipedia

Der Firmengründer des Nachrichtendienstes WhatsApp Jan Koum sprach auf der Digital-Life-Design-Conference in München über seine Zukunftspläne. Whatsapp kann mittlerweile 30 Millionen aktive Nutzer in Deutschland vorweisen – 430 Millionen sind es weltweit. 50 Milliarden Nachrichten werden jeden Tag darüber ausgetauscht.

WhatsApp löst SMS ab

Das Institut für Demoskopie (IfD) Allensbach veröffentlichte im Dezember eine Studie. Demzufolge gerät das SMS-Schreiben zu Gunsten der Chat-Anwendung langsam in den Hintergrund. 37 Prozent der unter 30-Jährigen kommunizieren via WhatsApp, die SMS ist mit 36 Prozent bereits dahinter.

Datenschutzprobleme bei WhatsApp

Die eine Milliarde Smartphone-Nutzer Marke ist global längst überschritten, Koum sieht fünf Milliarden Menschen mit Smartphones in den kommenden Jahren. Auf jedem der Telefone soll seine Applikation installiert sein. Mit Hinblick auf die Spionageaffären der NSA versuchte er, die User zu entspannen. Koum kenne nicht mehr als die Telefonnummern der Nutzer. WhatsApp war in der Vergangenheit öfters wegen Datenschutzbestimmungen in Kritik geraten, denn die ausgetauschten Informationen waren leicht zugänglich und die Bestimmungen unklar. Mittlerweile wird die Kommunikation zwischen Smartphones und Servern erfolgreich verschlüsselt.

Der Nachrichtendienst könnte Milliarden US-Dollar Umsatz machen

In dem Unternehmen sind nur 50 Mitarbeiter beschäftigt. Davon kümmern sich 20 um die landessprachlichen Aspekte und die restlichen um die technische Umsetzung und den Support.

Zur Zeit muss jeder User im zweiten Jahr der Verwendung von WhatsApp einen Dollar (in Europa 0,89 Cent) zahlen. Mit 430 Millionen Kunden (vorausgesetzt, sie wollen den Service weiter in Anspruch nehmen) ergibt sich eine ziemlich einfache Rechenaufgabe in Bezug auf den Umsatz. Wer die Anwendung bis Mitte vergangenen Jahres über den iTunes Store gekauft hat, kann sich mit dem einmaligen Beitrag über eine lebenslange Lizenz freuen. Aktuell ist nur noch das Jahresabo für 0,89 Cent möglich. Doch allein dies bietet bei der Anzahl der User gigantische Möglichkeiten, einen hohen Umsatz zu generieren. 

Gerüchte bezüglich einer Übernahme dementierte Koum auf der Konferenz. Google, Facebook und ähnliche Giganten werden WhatsApp nicht akquirieren. Der Gründer setzt im Bezug auf das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. WhatsApp soll Jahrzehnte in das Nachrichtendienst-Segment dominieren. Gedanken über Monetarisierung möchte er sich erst 2016 machen. Werbung soll ebenfalls noch nicht geschaltet werden.

Wie könnte die Monetarisierung des Nachrichtendienstes aussehen? 

WhatsApp soll also in zwei Jahren weiter kommerzialisiert werden. Aber welche Möglichkeiten gibt es, mit der Chat-Applikation Geld zu verdienen? Wir haben uns diese fünf Instrumente überlegt, die in 2016 Teil der Monetarisierung sein könnten:

  • Sponsored Messages: Nachrichten, gesponsort von Unternehmen, die direkt im Posteingang landen
  • Display Ads: Ein reservierter Teilbereich in der App zeigt Werbebanner
  • Video Advertising: Bei jedem Start von WhatsApp wird ein Werbevideo abgespielt
  • Premium Version: Um die Werbung zu umgehen, können Premiumaccounts eingerichtet werden
  • Contextual Ads: Auf bestimmte Keywords im Chatverlauf wird Werbung geschaltet, oder die Keywords werden direkt verlinkt

Was haltet ihr von der Monetarisierung von WhatsApp? Fallen euch noch weitere Ideen ein, wie die Kommerzialiserung erfolgen könnte?

Quellen: Meedia und Tagesspiegel

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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