Social Media Marketing

Algorithmus Update: Facebook macht Verweildauer zum starken Signal

Die Verweildauer ist schon knappes Jahr Faktor für Relevanz im Facebook Newsfeed. Nun gibt es aber einige einschneidende Anpassungen im Algorithmus.

© Flickr / ewvasquez2001, CC BY 2.0

Facebook kündigt an, die Verweildauer als Komponente für die Relevanz im Newsfeed künftig noch stärker zu gewichten. Der Social Riese hat erkannt, dass das Engagement als Kriterium nicht immer eine Rolle spielt, sondern die User Beiträge auch als relevant einstufen, ohne damit offensichtlich zu interagieren.

Facebook weitet Kriterien für Verweildauer aus

Das Netzwerk nimmt regelmäßig Änderungen am Newsfeed vor, um den Usern das bestmögliche Erlebnis zu gewähren. Dafür befragt der Konzern täglich tausende von Usern zur Einschätzung ihrer Experience. Bei diesem sogenannten Feed Quality Program hat sich gezeigt, dass Interaktionen mit Beiträgen auf Facebook nicht zwangsläufig das maßgebende Kriterium für Relevanz sind. Nutzer empfinden Beiträge auch sehr häufig als relevant, ohne mit ihnen zu interagieren: So kann es sein, dass der User beim Durchscrollen seines Feeds einige Fotos liked, oder einen Kommentar hinterlässt, einen spannenden Artikel aber bloß anklickt und ihn sich durchliest, ohne offensichtliche Spuren beim Post selbst zu hinterlassen.

Zwar war schon vor einem knappen Jahr die Rede von einer stärkeren Gewichtung nach Verweildauer. Damals betraf dies allerdings die Verweildauer auf einem Post, die Zeit also, in der der User nicht mehr scrollt und sich mit dem Posting im Newsfeed beschäftigt. Auch dass der Nutzer auf einen Artikel klickt und die Seite direkt oder nach kurzer Zeit wieder verlässt, um auf den Newsfeed zurückzukehren, war bisher Teil der Gewichtung. Daraus war zu schließen, dass der Artikel nicht hielt, was er versprach, weshalb er als irrelevant eingestuft wurde. Gestern hat Facebook im Newsroom weitere Anpassungen bekannt gegeben.

Die Lesezeit wird zum Signal für Relevanz

Der Newsfeed-Algorithmus sagt die Wahrscheinlichkeit für eine hohe Verweildauer nach dem Klick voraus und ordnet Beiträge auf diese Weise nach Relevanz ein. Dabei macht Facebook keinen Unterschied, ob der Artikel sich auf einer externen Seite im mobilen Browser befindet, oder es sich um einen Instant Article handelt. Die Ladezeiten spielen hier ebenfalls keine Rolle und hohe werden nicht negativer gewichtet. Der Algorithmus schätzt lediglich ein, wie wahrscheinlich ein Klick ist beziehungsweise, wie viel Zeit der Nutzer mit dem Lesen verbringt, nachdem der Beitrag vollständig geladen wurde. Längere Artikel sollten hierbei nicht als revelanter eingestuft werden, weil die Verweildauer höher ist. Eher ermittelt der Algorithmus einen Mittelwert, so dass Artikel unterschiedlicher Länge gleich gewertet werden können.

Die Menge macht’s ebenfalls

Weiterhin gab der Konzern bekannt, dass User gern Beiträge unterschliedlicher Publisher lesen und es eher als störend empfinden, wenn von ein und derselben Quelle mehrere Posts hintereinander im Feed auftauchen. Daher wird der Algorithmus auch dahingehend ein Update erfahren, so dass der Newsfeed durchmischter ist.

Qualitativ hochwertiger Content für mehr Relevanz

Der neue Algorithmus wird in den kommenden Wochen weltweit ausgerollt. Laut Facebook werden die Änderungen für Pages kaum spürbar sein, doch werden einige Seiten einen leichten Anstieg an Referral Traffic bemerken können, während andere kleine Einbrüche feststellen werden.

Nun wird es immer unausweichlicher, guten und interessanten Content mit Mehrwert zu erstellen, um vom Facebook Algorithmus als relevant eingestuft zu werden. Schlechte Inhalte werden durch das Userverhalten künftig reliabel abgestraft – wir werden sehen, ob sich die Qualität des Feeds dadurch merklich verbessert.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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