E-Commerce

Verlassene Einkaufskörbe – des Retailers Albtraum

Die Gründe für verlassene Einkaufswagen sind vielfältig. Aber Shopping Cart Abandonment hat für Webshop-Betreiber nicht nur Nachteile.

© Andres Rodriguez | Fotolia.com

E-Commerce ist populärer denn je. Während Retailer alles geben, um die Conversion Rate und den durchschnittlichen Einkaufswert zu erhöhen, bereiten ihnen die Kaufabbrüche beim Checkout-Prozess weiterhin schlaflose Nächte.

Retention Science fand heraus, dass 53,8 Prozent der Retailer die Häufigkeit solcher Kaufabbrüche tracken. Die Gründe für ein solches Einkaufsverhalten sind breit gefächert.

Einkaufswagen als Art Favoritenliste

Für viele Kunden stellt der befüllte Einkaufswagen eine Art Favoritenliste dar, die bis zum nächsten Besuch oder Einkauf gespeichert wird. Eine im Oktober 2014 durchgeführte Umfrage von Visual Web Optimizer führte zu dem Ergebnis, dass Kunden ein Produkt, das sie in ihrem Einkaufswagen belassen haben, dann kaufen würden, wenn es ihnen vom Anbieter zu einem reduzierten Preis wiederholt angeboten würde. Diese Art von Kunden können, insbesondere in einem Alter zwischen 25 und 34, mit Retargeting wieder auf die Seite geleitet werden, um ihre Käufe abzuschließen. Denn nahezu 72 Prozent der Befragten stehen einem Retargeting positiv gegenüber, wenn sie dadurch an die von ihnen favorisierten Produkten gelangten.

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Als weitere Gründe für das Verlassen eines Webshops trotz befüllter Einkaufswagen werden unter anderem ein umständliches Checkout (12 Prozent), das Anlegen eines Nutzeraccounts (23 Prozent) sowie unerwartet hohe Versandkosten (28 Prozent) angeführt. Diesen Gründen können Retailer verhältnismäßig leicht entgegensteuern: hohe Versandkosten sollten beispielsweise vom Verkäufer bereits vor Kaufabschluss, etwa auf der Startseite, kommuniziert werden. Indem vom Shopbetreiber Gast-Accounts eingerichtet werden, können Retailer die Kaufabbrüche aufgrund fehlender Accounts von Usern eindämmen.

Allerdings sind Kaufabbrüche bei befüllten Einkaufswagen nicht nur schlecht. Der Anbieter kann auf Grundlage dieser viele Schlüsse aus dem Kaufverhalten seiner Nutzer ziehen und bekommt obendrein Informationen über die Konsumenten und deren individuellen Interessen. Darüber hinaus liefern die Daten Informationen über die Effektivität und die Performance der Webseite, so dass der Betreiber Schwachstellen beim Verkaufsvorgang analysieren und gegebenenfalls ausbessern kann.

 Quelle: eMarketer

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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