Social Media Marketing

Unauthentisches Engagement: Instagram startet Angriff gegen Drittanbieter-Apps

Die Plattform startet einen erneuten Feldzug gegen Bots: User, die Third Party Apps zur Steigerung des Engagements nutzen, sind das Ziel.

© Alex Iby - Unsplash

Ohne Frage ist Instagram derzeit unser aller liebstes Netzwerk. User und Brands können sich selbst in Szene setzen, ihre schönsten Fotos zeigen und für all das jede Menge Beifall kassieren. Obwohl Instagram Botaktivitäten schon vor längerem den Kampf angesagt und Apps wie Instagress den Garaus gemacht hat, sind diese Bemühungen kaum wahrnehmbar. Nun kündigte das Netzwerk an, erneut gegen Drittanbieter-Apps vorgehen zu wollen und schiebt so hoffentlich automatisierten Kommentaren, Likes und Follows einen größeren Riegel vor.

Kampf gegen unauthentische Aktivitäten mittels Machine Learning

„Nice Pic!“, „Your photos are beautiful, how do you like my profile?“ oder „Keep up the great work!“ – jeder von uns dürfte derartige Kommentare bereits mehrfach erhalten haben. Ein User, der plötzlich 20 Bilder eines Accounts binnen weniger Minuten liked, der wird sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal angesehen, sondern mittels App irgendeins deiner Hashtags getargeted haben. Auch User, die folgen und innerhalb weniger Tage wieder entfolgen, sind ein allgegenwärtiges Phänomen. Während viele sich daran nicht weiter stören, ist ein automatisiertes Engagement für andere ein echtes Ärgernis.

Instagram unternimmt nun einen weiteren Versuch gegen Fake Engagement vorzugehen, das mittels Drittanbieter Apps generiert wird. Dazu kommen Machine Learning Tools zum Einsatz, die Accounts, welche auf derartige Apps und Services zurückgreifen, identifizieren und die Aktivitäten entfernen.

Die betroffenen Accounts sollen von Instagram innerhalb der App darüber benachrichtigt werden, dass das Netzwerk das Fake Engagement gelöscht hat. Weiterhin wird dabei darauf hingewiesen, dass sie ihr Passwort möglichst ändern sollen, um den Third Party Apps den Zugriff zu verwehren. Darüber hinaus kündigte das Netzwerk an in den kommenden Wochen weitere schwere Geschütze gegen unauthentisches Engagement auffahren zu wollen, ging dabei aber nicht ins Detail.

Instagram verkommt zur Bot-Plattform

Obwohl Instagram bereits Versuche unternommen hat, Automatisierung via Drittanbieter auf der Plattform auszumerzen, blieb der Erfolg bislang aus. Auch weiterhin findet sich unauthentisches Engagement zuhauf auf der Plattform. Noch immer stellen Follow-Unfollow-Methoden etwa ein großes Ärgernis für Nutzer dar, die ihren Account auf ehrlichem Wege aufbauen. Die derzeit sehr beliebten Engagement Pods erzeugen ebenfalls gewissermaßen Fake Engagement, auch wenn dies von echten Usern stammt. Da der Algorithmus mutmaßlich Inhalte nach oben in den Feed spült, die innerhalb kurzer Zeit hohes Engagement erzeugen, beinhalten die Regeln in den Pods häufig die Verpflichtung innerhalb eines kurzen Zeitraumes mit geposteten Beiträgen der anderen Mitglieder zu interagieren. Hier steht weniger das Interesse an den Beiträgen im Vordergrund, als den Algorithmus zu hacken. Auch diese Strategie ist problematisch für die Authentizität auf der Plattform. Ob Instagram gegen die Pods ebenfalls vorgehen will, ist nicht bekannt, käme jedoch nicht überraschend.

Für viele ist Instagram schnell zur Goldgrube geworden, Postings von reichweitenstarken Nutzern sind tausende von Euro wert und der eigentliche Sinn der Plattform gerät immer weiter aus dem Blickfeld und Instagram verkommt allmählich zur Bot-Plattform. Die unauthentischen Aktivitäten zerstören die Experience derjenigen Nutzer, die es mit Ehrlichkeit versuchen. Und von denen scheint es immer weniger zu geben. Eine Vielzahl an Influencern dürfte sich im Übrigen demnächst warm anziehen müssen, sollten die Bestrebungen Instagrams Früchte tragen.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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