E-Commerce

3,6 Milliarden US-Dollar: Rekordgewinn für Amazon – Auch das Ad-Geschäft wächst

Die Quartalszahlen Amazons zeigen ein stetes, aber verlangsamtes Umsatzwachstum. Fast 60 Milliarden US-Dollar sind dennoch immens. Die Werbeeinkünfte steigen.

Amazons Campus, © Amazon

Auch Amazon hat pünktlich Ende April seine Quartalszahlen präsentiert. Dabei zeigte sich ein Umsatzwachstum von starken 17 Prozent, das jedoch unter vorherigen Werten liegt. 59,7 Milliarden US-Dollar Umsatz sprechen für sich, doch besonders die 3,6 Milliarden US-Dollar Gewinn sind ein Grund zur Freude für die Anleger. Der Aktienkurs hat sich nur wenig verändert, steigt aber seit Jahresbeginn ohnehin.

Amazon verzeichnet starke Zahlen, auch im Werbesegment

Die Umsatzzahl des ersten Quartals bei Amazon ist mit 59,7 Milliarden US-Dollar in einem Bereich, den die Prognosen erwartet hatten. Im Bericht gibt das Unternehmen an, dass dies ein Wachstum von 17 Prozent bedeutet. Das ist etwas geringer als zuletzt. Der Rekordgewinn von 3,6 Milliarden US-Dollar zeigt hingegen, wie stark der Onlinemarktplatz finanziell dasteht. Im ersten Quartal 2018 lag der Gewinn noch bei 1,6 Milliarden. Auch wenn die Aktie an der Börse keine großen Sprünge gemacht hat, ist sie stark. Denn seit Jahresbeginn ist diese kontinuierlich angestiegen.

Für das kommende Quartal wird ein Umsatz im Bereich von 59,5 bis 63,5 Milliarden US-Dollar vorausgesagt. Während die Einkünfte aus dem E-Commerce weiter wachsen, hat Amazon auch andere Sparten, die erfolgreich waren. Die Amazon Web Services (AWS) konnten einen Umsatzanstieg um 41 Prozent auf 7,7 Milliarden verbuchen. Der Bereich „Other“ sah ein Wachstum um 34 Prozent – auf gut 2,7 Milliarden US-Dollar. Er besteht hauptsächlich aus Werbung, ein Feld, in dem Amazon im vergangenen Jahr immer mehr investiert hat. Der Umsatz dürfte in diesem Segment 2019 und die kommenden Jahre nur weiter wachsen. Im Offline-Handel lag der Umsatz wiederum bei 4,3 Milliarden US-Dollar und konnte nur einen Prozentpunkt Wachstum verzeichnen.

Pläne für die Zukunft

Neben den Geschäftszahlen veröffentlichte Amazon einige weitere beeindruckende Angaben. So weist Alexa nun über 90.000 Skills auf, was darauf hindeutet, dass der Sprachassistent künftig noch häufiger genutzt werden wird; und dass Echo-Geräte weiterhin auf vielen Einkaufslisten stehen könnten. Obwohl zuletzt einige Datenschutzprobleme diesbezüglich publik geworden sind. Außerdem hat Amazon Fire TV nun über 30 Millionen aktive Nutzer.

Eine der relevanten Änderungen bei Amazon dürfte sich auf das System Prime beziehen. Zum einen können Prime-Nutzer in den USA und Business Prime-Nutzer nun einen Wochentag bestimmen, an dem ihre Lieferung ankommt. Bei der FAZ gibt Roland Lindner außerdem an, dass man ein Lieferfenster von einem Tag für Prime-Nutzer zum Standard machen wolle. Demnach sei das Versprechen „bahnbrechend“ und man erhoffe sich noch mehr Bestellungen aufgrund dieses Service.

Durch das breit aufgestellte Portfolio von Online- und Offline-Handel, Cloud-Lösungen, Hardware und Werbebereich kann Amazon – ähnlich wie Microsoft – auf verschiedenen Ebenen den Umsatz ankurbeln und weiter immense Gewinne verbuchen. Amazon setzt seinen Erfolg jedoch mit harter Hand durch. Informationen, die The Verge vorliegen, zeigen, dass das Unternehmen die Produktivität der Mitarbeiten in den Fulfillment Centern automatisch trackt und regelmäßig nicht unerhebliche Teile der Belegschaft feuert, sollten diese bestimmten Standards nicht gerecht werden.

Amazon’s system tracks the rates of each individual associate’s productivity and automatically generates any warnings or terminations regarding quality or productivity without input from supervisors,

heißt es im Dokument.

Die Marktmacht, die die großen Unternehmen dadurch nur weiter festigen, muss bei all den positiven Auswirkungen an der Börse und trotz der Verheißung neuer innovativer Lösungen dank Investitionsbereitschaft kritisch betrachtet werden. Denn immer mehr Nutzer und immer größere Gewinne bei und für Amazon, genauso aber auch Facebook, Google, Microsoft und Co., bedeuten eine Konzentration von Ressourcen auf wenige Unternehmen. Zu erwarten ist in Bezug auf Amazon, dass sie Google und Facebook auf dem digitalen Werbemarkt weiter ein paar Prozentpunkte des Marktanteils abnehmen werden; immerhin hat das Unternehmen den Vorteil, die Präferenzen der Kunden in umfassenden Datensätzen schon vorliegen zu haben. Und diese Daten sind extrem viel wert.


Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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