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Twitch löscht jetzt Clips, die Musik-Copyright verletzen

Clips, die auf den Seiten der Streamer auftauchen und urheberrechtlich geschützte Musik enthalten, werden jetzt gelöscht – ohne Strafe für die Streamer.

Twitch App aus Smartphone

© Caspar Camille Rubin - Unsplash

Bei Twitch können User – auch Zuschauer – mit dem Feature Clips besondere Twitch-Momente von Broadcastern teilen. Die Streamer selbst haben die Möglichkeit, damit ihre Kanäle per Social Sharing weiter auszubauen. Allerdings können diese Ausschnitte aus Livestreams das Urheberrecht verletzen, wenn dabei geschützte Musik verwendet wird. Daher wird Twitch nun alle existierenden Clips entfernen, bei denen das der Fall ist. Und künftig sollen auch jegliche neu erstelle Clips geprüft und im Zweifel gelöscht werden. Dieses Feature integriert Twitch, nachdem viele Streamer jüngst mit zahlreichen Copyright Takedown Requests konfrontiert worden waren.

Twitch achtet verstärkt auf Audio-Copyright

Livestreams auf Twitch werden bereits auf Audioinhalte überprüft, die möglicherweise ein Urheberrecht verletzten. Werden solche gefunden, kann es dazu kommen, dass der Stream für 30 Minuten stumm geschaltet wird, wie Jacob Kastrenakes bei The Verge berichtet. Doch während die Streamer für diese Livestreams selbst verantwortlich sind, ist das bei Clips nicht immer der Fall. Denn diese können auch von Zuschauern erstellt und auf der Seite des Streamers integriert werden.

Das Clips Feature bei Twitch, © Twitch
Das Clips Feature bei Twitch, © Twitch

Daher erwarten Streamer, auf deren Seiten Twitch Clips mit Verstößen gegen das Musik-Copyright findet und entfernt, in diesem Kontext keine Strafen. Grundsätzlich dürfen Streamer keine Musik verwenden, für die sie keine Nutzungsrechte besitzen. Das ist in Twitchs Richtlinien eindeutig festgelegt:

Wir erwarten, dass Inhaltsersteller nur Inhalte teilen, für die sie über die erforderlichen Rechte verfügen. Es stellt einen Verstoß gegen unsere Richtlinien dar, Inhalte zu streamen oder hochzuladen, die urheberrechtlich geschützte Musik enthalten, es sei denn, du verfügst über die entsprechenden Rechte oder bist autorisiert, solche Musik auf Twitch zu teilen. Es ist nicht zulässig, Musik, die dir nicht gehört, in deine Streams oder VODs (frühere Übertragungen, frühere Premieren, Highlights, Clips und Uploads) auf Twitch zu integrieren. Ausnahmen gelten für die unten beschriebenen Fälle oder wenn dies anderweitig gesetzlich zulässig ist.

Bei Verstößen gegen diese Richtlinie kann es zu einer Takedown Notice kommen. Allerdings kann Twitch auch weiterführende Maßnahmen einleiten, die bis zum Bann führen.

Clips im Fokus: Streamer sollten ihre Inhalte prüfen

Zusammen mit dem Unternehmen Audible Magic, das mit Rechteinhabern wie der Universal Music Group, Disney und der Warner Music Group kooperiert, wird Twitch ab jetzt bestehende Clips-Inhalte scannen. In den kommenden Monaten werden dann auch neu erstellte Clips direkt und automatisiert geprüft. Im Rahmen etwaiger Takedown Requests möchte Twitch Streamern auch erlauben, sämtliche Clips von der eigenen Seite eigenständig zu löschen. Noch gibt es allerdings keine Option, um Beschwerde gegen fälschlich entfernte Clips einzureichen. Da aber eine Beschwerde gegen stummgeschaltete Audioinhalte möglich ist, könnte eine solche Option demnächst eingeführt werden.

Während die Streamer beim Löschen älterer Clips von Zuschauern keine Strafe fürchten müssen, sollten sie ihre Channels dennoch auf Audioinhalte überprüfen, die möglicherweise ein Copyright verletzen und von ihnen selbst eingestellt wurden. Denn für die unrechtmäßige Verwendung von Musik in den eigenen Streams oder Videos harte Sanktionen von Twitch zu riskieren, wäre für die Entwicklung auf der Plattform kontraproduktiv. Insbesondere jetzt, da Twitch verstärkt und mit einer analytischen Technologie auf das Einhalten dieser Richtlinie achtet.


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Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

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