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T-Commerce: Kaufen wir zukünftig nur noch per Fernbedienung ein?

H&M nutzt den Super Bowl 2014 für die Vorstellung einer technischen Neuerung. Seht bei uns, was Delivery Agent sich dafür ausgedacht hat.

Fernbedienung

(c) aldimann / MorgueFile

Welche Überraschung hält der Super Bowl Werbeblock dieses Jahr für uns bereit? Todd Wasserman, Business Editor bei Mashable, ging dieser Frage nach und stellte Nachforschungen an. H&M wartet 2014 mit einer speziellen Idee für die Super Bowl Werbezeit auf. Samsung-Smart-TV-Nutzer werden darauf vorbereitet, mit ihrem Fernseher Unterwäsche aus der David Beckham Bodywear-Kollektion zu kaufen. In dem 30-Sekunden Spot, der am Bildrand den zukünftigen Shopping-Prozess zeigt, und sonst zum Geschenkeeinkauf verführen soll, wird eine neue Dimension des Einkaufs vorgestellt.

Hinter der Technologie steckt das Unternehmen Delivery Agent, das fest davon überzeugt ist, dass die Zeit des T-Commerce (Television-Commerce, also Transaktionen via TV) gekommen ist. CEO Mike Fitzsimmons spricht von 25 Millionen US-Haushalten, also ungefähr einem Viertel landesweit, die diese Technik bis zum Ende des Jahres anwenden könnten. Gegenstimmen sehen aber Probleme bei dem Support auf Infrastrukturebene und mangelnden Interesse der Kunden.

Delivery Agent hat es sich seit 2005 auf die Fahne geschrieben, aus TV-Konsumenten direkt agierende Kunden zu generieren. So sollen die Zuschauer beispielsweise die Kleidung der Charaktere aus ihrer Lieblingsserie spontan über eine Shop App kaufen können. Das Unternehmen arbeitet neben Samsung unter Anderem mit Größen wie NBC, HBO, und Pepsi zusammen. Für die H&M Werbung haben sich die Entwickler etwas Neues ausgedacht. Während des Clips taucht in der unteren Bildhälfte eine Leiste auf:

t-commerce Prompt

Wenn dem Zuschauer nun das Hemd gefällt, das der sympathische Herr unten im Bild trägt, kann er es bequem per Fernbedienung ordern. Bei einem Klick auf „OK“ erscheint auf der linken Seite ein Menü, das die in der Werbung getragene Kleidung präsentiert:  

t-commerce Shirt

orderUnter Eingabe der PayPal- oder Kreditkarteninformationen kann dann die Bestellung abgeschlossen werden. Eine einmalige Angabe der Infos reicht, ab dann genügt es, sein Passwort zu wissen. Klingt alles sehr praktisch, doch Schwierigkeiten sehen Experten vor allem in der fehlenden Personalisierung der Werbung. Während es in der Online-Branche inzwischen Standard ist, durch Targeting und Trackingmethoden passende Anzeigen für den User zu schalten, kann der Fernseher (noch) keine dieser Verfahren anwenden. Er zeigt stattdessen, was eben gerade an Clips läuft. Penny Gillespie, Analystin bei Gartner, ist der Meinung, dass ungeeignete Werbeanzeigen auch auf fehlende Akzeptanz stoßen könnten. Die Toleranzgrenze für Ads ist im mobilen Bereich sei schon sehr niedrig – da fragt man sich, wie weit Werber beim TV gehen dürfen?

Ähnlich sieht das auch Sucharita Mulpuru, Analystin bei Forrester. Sie glaubt nicht daran, dass dieser Entwicklung nach dem Super Bowl eine goldene Zukunft bevorsteht. Vor allem, weil zur Zeit Samsung-Fernseher nicht von der breiten Masse genutzt werden und sicherlich nicht alle an Beckhams Unterwäsche interessiert sind.

Vom technischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Idee schon seit Jahren realisierbar. Sich via Fernbedienung neu einzukleiden scheint attraktiv. Doch die meisten haben sich wohl mittlerweile an den Umgang mit Smartphone und Tablet gewöhnt und brauchen die Technik schlichtweg nicht.

Was sagt ihr? Seht ihr eine Zukunft für diesen Markt? Oder ist das alles Wunschdenken von Delivery Agent?

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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