Influencer Marketing

„Ich vertraue Influencern auf TikTok mehr als meinen Freunden“

Eine Studie befragte Teilnehmende zu Vertrauen und Authentizität auf den Influencer-Kanälen TikTok, Instagram und YouTube – mit erstaunlichen Ergebnissen.

© Jehyun Sung - Unsplash

Eine kürzlich von der Influencer-Marketing-Plattform Takumi durchgeführte Studie ergab überraschende Resultate. Befragt wurden Marketer, Influencer sowie Verbraucher in Großbritannien, den USA und Deutschland. Das Ziel der Studie war es, mehr über die Wahrnehmung von YouTube, TikTok und Instagram als Influencer-Marketing-Kanäle herauszufinden. Besonders die Aspekte Vertrauen, Authentizität und Kreativität standen dabei im Vordergrund.

TikToker beeinflussen die 16- bis 24-Jährigen

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Wahrnehmung der unterschiedlichen Kanäle nach Altersklasse und Land variiert. So gaben 40 Prozent der 16- bis 24-Jährigen aus Deutschland an, in ihren Kaufentscheidungen am ehesten von TikTokern beeinflusst zu werden. In Großbritannien waren es etwa 30 Prozent. In den USA hingegen war die Altersgruppe, die sich nach eigener Aussage am meisten von TikTokern beeinflussen ließ, die der 35- bis 44-Jährigen (37 Prozent).

Ältere Plattformen gelten als vertrauenswürdiger und nutzerfreundlicher

TikTok war die jüngste Plattform, die in der Studie untersucht wurde. Damit genossen YouTube und Instagram einen gewissen Vorteil, was den Vertrauensaufbau der User angeht. Im Gesamtvergleich aller befragten Verbraucher landen YouTube und Instagram so auch vorne. 27 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten sechs Monaten in ihrer Kaufentscheidung von einem Influencer auf YouTube beeinflusst worden zu sein. Auf Instagram waren es 24 Prozent und auf TikTok immerhin 15 Prozent.

© Takumi

Marketer und Verbraucher sehen YouTube als nutzerfreundlichsten Kanal an. Hier spiegelt sich erneut wieder, welche Plattformen seit Jahren erprobt sind. Instagram gilt unter den Befragten als informativster Kanal, TikTok dagegen als kreativster.

Influencer genießen deutlich mehr Vertrauen als noch in den Jahren zuvor

Grundsätzlich schneiden Influencer, egal auf welcher Plattform, besser ab als beispielsweise Prominente. 37 Prozent der 16- bis 24-Jährigen vertrauen einem YouTube Influencer mehr als einer Person der Öffentlichkeit oder einem Prominenten. Doch das Vertrauen geht noch weiter: In der gleichen Altersgruppe gaben 23 Prozent der Befragten an, dass sie der Empfehlung eines TikTok Influencers sogar mehr vertrauen als der eines Freundes.

© Takumi

Plattformübergreifend steigt das Vertrauen in Influencer. Im vergangenen Jahr hatten noch 20 Prozent „keine Bedenken“ gegenüber YouTube Influencern. In diesem Jahr waren es ganze 48 Prozent. Ähnlich sieht es auf TikTok aus. Hier gaben 44 Prozent an, gegen die Influencer keinerlei Bedenken zu hegen. So beschreibt auch Mary Keane-Dawson, Group CEO von Takumi, die aktuelle Lage:

Seit 2019 ist Influencer Marketing erheblich gereift. Die Bedenken der Verbraucher geringer als je zuvor, was durch die zunehmende Gesetzgebung und Professionalisierung der Branche möglicherweise noch beschleunigt wird. Es bleibt jedoch noch Einiges zu tun, wenn Influencer und Marketer das Potenzial des Influencer-Marketings wirklich ausschöpfen wollen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Einstellung der User gegenüber Influencer Marketing fast durchweg positiv ausfällt. Das bedeutet, dass der Markt noch nicht übersättigt ist. Jedoch müssen Vertrauen und Authentizität immer im Vordergrund stehen. Verliert ein Influencer diesen Status bei den eigenen Followern, dürfte es schwierig sein, wieder erfolgreich zu werden. Es gilt, das beste der drei Plattformen (die Nutzerfreundlichkeit von YouTube, den Informationsgehalt von Instagram und die Kreativität von TikTok) für Kampagnen mit einander zu vereinen und so ein optimales Erlebnis für Marketer, Influencer und Follower gleichermaßen zu erschaffen.

Die vollständige Studie kann hier heruntergeladen werden.

Über Aniko Milz

Aniko Milz

Aniko hat Digitale Medien an der Leuphana Universität studiert und ist Anfang 2019 als Redakteurin bei OnlineMarketing.de.

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