E-Commerce

Studie zum Mobile Commerce: Das Saisongeschäft verliert an Bedeutung

Ein Report liefert Insights rund ums wachsende Thema mobiler E-Commerce. Er zeigt Trends, Benchmarks sowie detailreiche Erkenntnisse zu fünf Schlüsselländern.

© Paul Hanaoka - Unsplash

Mobiler E-Commerce zeigt weiterhin großes Wachstum. Doch mit den neuen Chancen, die sich durch Shopping Apps in der Interaktion mit Kunden ergeben, kommen auch neue Herausforderungen. Nutzer kaufen zunehmend, wann sie wollen und richten sich nicht mehr nach klassischen Shoppingzeiten wie Feiertagen. Der neue Shopping-Apps Report 2019 von Adjust und Liftoff gibt jetzt detailreiche Erkenntnisse zum vergangenen Jahr im mobilen E-Commerce und zeigt: Immer mehr Nutzer von Shopping Apps tätigen ihre Einkäufe mobil und 2019 soll voraussichtlich das bisher umsatzstärkste Jahr aller Zeiten werden. Nutzer verbringen nicht nur mehr Zeit in Shopping Apps, sondern sind auch bereit, mehr Geld auszugeben.

In 2018, shopping app users spent a total of 18 billion hours in-app, up 45% from 2016.

Traditionelle Feiertage sind nicht mehr so relevant

Dafür spricht besonders, dass sich das Jahr nicht mehr so stark in Saisons unterteilen lässt. Durch den mobilen Zugriff auf Shopping Apps sind Nutzer nicht mehr nur in der Vorweihnachtszeit schnell dabei, etwas Neues zu erwerben. Onlinehändler gehen vermehrt dazu über, einfach eigene „Feiertage“ ins Leben zu rufen, wie den Amazon Prime Day im Juli, der diesmal sogar zwei Tage andauern soll, oder den Alibaba Singles Day im November.

Die Shoppingsaison im Winter wird es weiterhin geben, sowohl mobil als auch in den Geschäften. Aber unsere Daten zeigen, dass Kunden inzwischen das ganze Jahr über einkaufen. Das deutet darauf hin, dass die traditionelle Vorweihnachtssaison nicht mehr wie früher die wichtigste Zeit für den kommerziellen Erfolg einer Marke ist,

erläutert Mark Ellis, Mitgründer und CEO von Liftoff. Das zeigt, dass die Praxis, Anzeigenkampagnen auf saisonale Shoppingevents abzustimmen, nicht mehr als Erfolgsgarant anzusehen ist und Marketer eher daran arbeiten sollten, jede Sitzung eines potentiellen Kunden sinnvoll zu nutzen.


 

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Gesunkene Akquisitionskosten

Die Akquisitionskosten für neue Nutzer sanken im Vergleich zum Vorjahr und liegen jetzt das ganze Jahr über zwischen 30 und 45 US-Dollar. Das zeigt in Verbindung mit den ansteigenden Registrierungen, dass Nutzer Shopping Apps gegenüber sehr aufgeschlossen sind. Das Verhältnis von Installationen einer App zu Einkäufen in der App ist währenddessen um fast 50 Prozent gestiegen.

Conversion Rates und Akquisitionskosten bei Shopping-Apps in Deutschland. © Adjust und Liftoff

Mobiler Schaufensterbummel hält Conversions niedrig

Die Apps werden von den meisten Nutzern sehr schnell heruntergeladen und auch ein eigenes Konto wird oft direkt erstellt, doch der tatsächliche Kauf scheitert oft am letzten entscheidenden Schritt. Das läge, so zeigt der Bericht, an einer Praxis, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut: Der mobile Schaufensterbummel, den die Konsumenten hauptsächlich zur Inspiration nutzen. Durch diesen verbringen Nutzer zwar viel Zeit in einer App, doch die Conversion Rate ist erstaunlich gering. In der Region APAC lag die Conversion Rate im vergangenen Jahr bei niedrigen 10,1 Prozent; in NAR sank sie um fast 60 Prozent. So sei es umso wichtiger eine persönliche Bindung zu den Kunden aufzubauen. Personalisierung sei der Schlüssel zur Bindung von unentschlossenen Konsumenten und zum Aufbau langfristiger Kundenloyalität, so Christian Henschel, der Co-Founder und CEO von Adjust, im Bericht:

Marketer, die einen Anstieg der Einkaufsraten erreichen wollen, sollten lernen, die zur Verfügung stehenden Daten optimal zu nutzen.

Deutschland im Detail

Während die Wachstumsrate des mobilen E-Commerce in Westeuropa gute 19,3 Prozent im Durchschnitt beträgt, soll sie in Deutschland 2019 auf 12 Prozent fallen – von noch knapp 15 Prozent im Vorjahr. Erklären lässt sich die Einbuße mit Bedenken der Deutschen bezüglich der Sicherheit ihrer persönlichen Daten und Cyberkriminalität. Auch die Akquisitionskosten für einen Nutzer, der etwas erwirbt, sind im Gegensatz zum Raum EMEA mit 65,26 US-Dollar deutlich höher. Dafür sind deutsche Nutzer an zweiter Stelle (hinter den USA), was die Geschwindigkeit angeht, mit der nach Installation etwas erworben wird. Einen Tag, 13 Stunden und vier Minuten lassen sich die Deutschen im Durchschnitt Zeit, um vor dem Kauf noch etwas Research zu betreiben.

Deutsche Konsumenten sind schnelle Käufer. © Adjust und Liftoff

Die Nutzer laden sich Apps nicht nur mit einem klaren Kaufvorhaben herunter: Die Retention Rate bleibt im Vergleich zum EMEA-Durchschnitt auch nach 30 Tagen noch vergleichsweise hoch. Daran lässt sich erkennen, dass die Nutzer nicht nur ein hohes Interesse an Shopping Apps zeigen und diese begeistert herunterladen, sondern dass auch das Engagement lange nach Installation hoch bleiben kann.

Auch wenn einige der Zahlen nicht mehr so stark wachsen wie noch im Jahr zuvor, zeigt der Bericht doch, wie viel Potential mobiles App Shopping hat und wo Marketer ansetzen müssen, um sich auf dem hart umkämpften Markt zu behaupten. Für alle, die auf noch mehr Insights aus dem Bericht zugreifen wollen, steht dieser nach Registrierung zum Download zur Verfügung.

Für den Report griffen Adjust und Liftoff auf die Daten vom 1. April 2018 bis zum 1. April 2019 zu. Dabei interpretierten sie die Daten von 90,9 Milliarden Anzeigen-Impressionen, 13,6 Millionen App-Installationen und 3,9 Millionen Ereignissen in Apps.

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