Social Media Marketing

Social Media-Reichweite aufbauen: So gehst du es richtig an

Warum du mit Bildern vom Mittagessen und deinem Hund keine Reichweite aufbaust, geschweige denn, zur eigenen Marke wirst.

© Flickr / Marco Verch, CC BY 2.0

Es gibt 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde, von denen 3,5 Milliarden online sind: Jeder Dritte benutzt die sozialen Medien und ist auf diesen aktiv, postet Bilder und/ oder Videos, kreiert Stories und interagiert mit anderen. Keine Innovation hat uns so verändert wie die, der sozialen Medien. Sie hat großen Einfluss darauf genommen, wie Menschen heute ihren Lebenspartner finden, wie wir uns informieren und im Besonderen darauf wie miteinander kommuniziert wird.

Wenn ihr euch die aktuelle Markenstudie von PwC 2019 anschaut, könnt ihr ganz deutlich erkennen, welchen Stellenwert mittlerweile Social Media für die eigene Marke, die darüber aufgebaut werden kann, für uns alle hat: 89 Prozent der befragten Manager sehen keine Erfolgschancen des Unternehmens ohne Branding und 51 Prozent nennen die eigene Marke sogar als wichtigsten Faktor.Das haben sowohl Einzelunternehmen, als auch kleinere Start-ups erkannt und versuchen seitdem vermehrt eine Audienz auf den verschiedenen Plattformen aufzubauen – viele jedoch ohne Erfolg. Der große Traum vom Influencer-Dasein, mit großen Markenkooperationen, bezahlten Postings, um die Welt reisen und dabei Geld verdienen und am besten noch das eigene Produkt bewerben. Die, die das erfolgreich vormachen und leben, sind jedoch nicht zufällig auf ihre teilweise Millionen Abonnenten gekommen, sondern verfolgen eine klare Marketingstrategie, die immer wieder an aktuelle Marktbegebenheiten angepasst wird.

Zu 99 Prozent ist „Selfish Content“ auf Social Media zu sehen

Frühstücksbilder und Tiere werden zu Hauf abgelichtet, beim Schlafen, Fressen, Spielen u. a. – frei nach dem Motto „Mein Haus, mein Auto, mein Hund“. Bearbeitete Selfies aus dem letzten Urlaubsdomizil, selten Texte mit Mehrwert, eigene polarisierende Meinungen über ein Thema, zu dem jemand etwas sagen möchte, oder gar Videos mit Anleitungen, wie andere etwas nachmachen können. „Bei Justin Bieber und Kyle Jenner funktioniert das doch auch“ ist häufig die erste Reaktion, wenn denjenigen Kritik von außen entgegenweht. Letztere wurde immerhin vom Forbes Magazin zur jüngsten Milliardärin der Geschichte ernannt, ihr Unternehmen Kylie Cosmetics by Kylie Jenner hat 2019 bereits einen Umsatz von 316 Millionen US-Dollar zu verzeichnen.

Was leider dabei vollkommen übersehen wird, ist die Tatsache, dass Kylie über die TV Show „Keeping up with the Kardashians“ bekannt wurde und Justin Bieber über seine Musik: Beide waren ursprünglich relevant für Entertainment und haben dadurch ihre Followerschaft aufgebaut, teilweise seit mehreren Jahren, bei Bieber sogar einem Jahrzehnt. Jetzt monetarisieren sie diese und geben immer mehr Einblicke hinter die Fassade, persönliche Geschichten und Bilder, die Identifikation hervorrufen. Denn das ist das Grundprinzip von Branding:

Dein Content muss für andere einen Mehrwert darstellen

Du wirst in einer Sparte bekannt durch deinen Content, der für andere einen Mehrwert darstellt, das kann dein Gesang sein, der Menschen gefällt, deine Videos, die Menschen zum Lachen bringen oder eben auch Anleitungen zum Nachmachen. Der Interessent, der auf deinem Profil landet, will in erster Linie die folgende Frage klar beantwortet bekommen: Was bekomme ich hier? In zweiter Instanz will er wissen, wer ist die Person dahinter und in dritter, kann ich mich mit ihr und dem Content identifizieren. Je größer deine Community wird, desto mehr interessieren sich Follower eben auch für dich und nicht nur für den Mehrwert, den du stiftest. Diese Reihenfolge kann allerdings nicht einfach umgedreht werden. Deswegen scheitern auch so viele beim Aufbau ihrer Social Media-Kanäle.

Wenn Menschen auf dein Profil gehen und sich dort aufhalten, was haben sie davon? Welchen Mehrwert gibst du ihnen und warum sollten sie bleiben und deinen Content abonnieren? Diese Frage stellt sich selbst kaum einer. Stattdessen wird wild einfach drauf los gepostet und entwickelt oftmals ein Unverständnis dafür, dass Social Media bei anderen besser funktioniert. Vergiss nicht: Egal, ob es Facebook mit über zwei Milliarden Anmeldungen, Instagram mit einer Milliarden User oder gar TikTok ist, das im Oktober 2019 die am meisten heruntergeladene App war, der entscheidende Indikator auf allen Kanälen, ist deine Relevanz für den User.

Nutze diese Checkliste als Herangehensweise zur Erstellung deines relevanten Contents:

#1 Wer ist deine Zielgruppe und wo hält sie sich auf?

Für wen produzierst du den Content und wo befinden sich die Menschen, die diesen sehen wollen und sollen? Überlege hier genau, welche Plattform für dich am meisten Sinn macht. TikTok beispielsweise ist gut geeignet für 30-sekündige lustige Videos, Instagram für emotionale Bilder und Videos oder ein Einblick hinter die Kulissen, Facebook für dreiminütige Videos und längere Texte, YouTube als zweitgrößte Suchmaschine der Welt für Themen, nach denen Menschen suchen. Auch über eine Mischung aus verschiedenen Kanälen sollte nachgedacht werden, um unterschiedliche Impressionen liefern zu können.

#2 Welches Problem löst du?

Dein Content sollte eine Problemlösung zu etwas darstellen, wonach viele Ausschau halten. Verkauf funktioniert immer nach dem Prinzip von Schmerz und Aspirin. Jemand hat einen Schmerz und will diesen los werden, jemand anderes verkauft ihm die Tablette dagegen und du solltest mit deinem Mehrwert die Tablette für jemanden sein, der etwas für sich selbst lösen möchte.

#3 Welches Medium willst du verwenden?

Magst du es in Videos zu sprechen oder möchtest du lieber nicht vor der Kamera stehen? Bilder, Videos oder vielleicht sogar nur Ton über einen eigenen Podcast zu einem Thema, welches noch nicht groß behandelt wird? Wichtig ist, dass du dich wohl fühlst, deinen Content zu erstellen und es nicht zum Zwang wird oder dir angemerkt wird, dass du dich unwohl fühlst. Authentizität gewinnt.

#4 Wie häufig willst du posten?

Social Media funktioniert nicht über Nacht, auch wenn dir das viele suggerieren wollen. Es ist kein Sprint, sondern vielmehr ein Marathon, sich eine Reichweite und eigene Community aufzubauen. Bist du gewillt einige Monate zu produzieren, ohne Anerkennung dafür zu erhalten? Habe die richtige Erwartungshaltung bevor du startest, denn es erhöht die Chance, dass du durchhältst.

Lass mich gerne wissen, wie es klappt und ob dich meine Checkliste bei den relevanten Fragestellungen unterstützt hat.

Über Torben Platzer

https://torbenplatzer.com/

Torben Platzer (32) stammt aus der kleinen Stadt Delmenhorst bei Bremen. Der Gründer, Unternehmer und Branding-Experte lebt heute in München und ist Co-Founder der Medienagentur TPA Media GmbH, die spezialisiert ist auf das Personal Branding namhafter Unternehmerpersönlichkeiten und -marken. Darüber hinaus ist er an unterschiedlichen Unternehmen beteiligt wie beispielsweise Yuicery u. a. Wichtig sind Torben Platzer die Themen Bildung und Unternehmertum, für die er sich über sein Mentorship Programm SELFMADE besonders bei jungen Menschen stark macht.

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