Branding

Salesforce Tower trifft Mittelerde: Das Auge Saurons über San Francisco

An Halloween fühlten sich die Bewohner der kalifornischen Metropole an Mordor erinnert. Die Aktion wird fälschlicherweise Salesforce zugeschrieben.

Die Vision der Antragsteller, © Change.org / The Fellowship

Das Auge Saurons wachte in der Halloween-Nacht auf dem Dach des Salesforce Tower über San Francisco. Den Anstoß dafür gab eine Petition auf Change.org. Salesforce freut sich über gelungenes Branding – obwohl das Unternehmen mit der Entscheidung gar nichts zu tun hatte.

Ein Zeichen gegen den Kapitalismus und für Kreativität

Der Salesforce Tower ist mit über 300 Metern verteilt auf 61 Etagen das höchste Gebäude in San Francisco und wurde erst vor kurzem eröffnet. Die Kuppel des Wolkenkratzers bietet nachts mithilfe von LED-Lichtern regelmäßig ein buntes Spektakel für die Bewohner der Stadt.

Die Initiatoren der Petition auf Change.org riefen dazu auf, in der Nacht zum ersten November hier das Symbol Saurons aus Tolkiens Der Herr der Ringe erscheinen zu lassen, das spätestens dank Peter Jacksons epischer Verfilmung auf der ganzen Welt berühmt geworden ist. Der Gedanke dahinter ist, dass der Salesforce Tower nicht als „Leuchtturm für Kapitalismus“ stehen sollte, sondern vielmehr als „Anerkennung an die Menschen, Kultur und Gemeinschaft“. Dies sei ein Signal an „alle, die zu träumen wagen“ und würde „die Beziehungen der einzelnen Distrikte untereinander stärken“. Die Stadt sei schließlich ein Zentrum für „Kreativität, Forschung und Selbstverwirklichung“.

Die Begründung dafür, dass sich das Auge Saurons dafür bestens eignet, liefern die Antragssteller – The Fellowship – auf dem Fuße:

It has been said that bonds are formed through shared experiences, the strongest of which are forged in fire. We ask of you to help us unite the city, and raise the torch on Halloween night as one community, together.

Auch wenn die Metapher auf den ersten Blick nicht treffend erscheint, konnte sie die Massen wohl dank der Popularität der Trilogie begeistern. Über 11.000 Menschen unterzeichneten die Petition, was offensichtlich reichte, um die Idee umzusetzen.

Die Falschen stehen im Fokus, Salesforce erntet die Loorbeeren

Die Aktion richtete sich laut der Landingpage an Change.org-Gründer Ben Rattray, LED-Künstler Jim Campbell, Autor JRR Tolkien, Satiriker Stephen Colbert sowie Salesforce-CEO Marc Benioff. Einige von ihnen – Rattray, Tolkien und Colbert – wurden sicherlich ausgewählt, um mehr Aufmerksamkeit für das Projekt zu generieren, doch keiner der Genannten ist letztlich für die Lichtinstallationen auf dem Salesforce Tower verantwortlich. Viele der Unterzeichner appellierten direkt an Benioff, wobei sein Unternehmen den Turm nur mietet. Der Eigentümer des Gebäudes ist Boston Properties.

Gegenüber Curbed verriet Benioff, dass auch die Entscheidungsgewalt über die LED-Kuppel bei der Investorengesellschaft liegt. Wenn es nach ihm ginge, hätte die Kuppel in der Halloween-Nacht etwas ganz anderes gezeigt:

I would prefer for it to become a signal for Batkid to return as our city needs a lot of love right now.

Damit spielt Benioff auf eine Aktion vor fünf Jahren an, als San Francisco für Miles Scott alias Batkid einen Tag lang in Gotham City – das Zuhause Batmans – verwandelt wurde. Für Scott, der als Kleinkind an Leukämie erkrankte, wurde ein Traum war. Er bekam den ganzen Tag ein Programm geboten, das sich an der Geschichte des Batman-Universums orientierte und bei dem die gesamte Stadt partizipierte.

Statt Liebe steht Sauron für das Böse, doch Benioff kann sich sicherlich nicht über positive PR beklagen. Schließlich gehen die meisten Bewohner davon aus, dass er für den Spaß zu Halloween verantwortlich war.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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