Video Marketing

Rewarded Video Ads finden hohe Akzeptanz im Mobile Gaming

Die exklusiv vorliegende Erhebung zeigt, dass eine Incentivierung von Video Ads ein gelungenes Konzept ist und sich auch Premium-Zielgruppen erreichen lassen.

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Während konventionelle Video Ads sich bei Werbetreibenden wachsender Beliebtheit erfreuen, fällt die Rezeption beim User eher mäßig aus. Werden Pre-Rolls etwa auf YouTube häufig übersprungen, sobald sich die Gelegenheit dazu bietet, tendieren Nutzer zunehmend dazu, das laufende Video bei einer Mid-Roll Ad auf Facebook beispielsweise komplett abzubrechen und weiterzuscrollen. Eine aktuelle Umfrage von Ad-Tech-Anbieter und Videoexperte Unruly konnte nun zeigen, dass es mit Rewarded Video Ads (RVAs) durchaus ein System gibt, das sich auch bei Usern behaupten kann – und das auf Basis von Incentives in Video Games.

Rewarded Video Ads werden überwiegend positiv wahrgenommen

In der Umfrage wurden Personen in Deutschland nach ihrem Spielverhalten, ihrer Meinung zu verschiedenen Werbeformaten und insbesondere zu vergüteten Videoanzeigen befragt. Wenig überraschend, dass unser aller unverzichtbarer Begleiter, das Smartphone, über alle untersuchten Einkommensklassen hinweg das mit Abstand am häufigsten verwendete Gerät für Online Gaming ist.

Auch spielt ein Großteil der User täglich bis mehrmals wöchentlich Online Games. Mit 48 Prozent greift die Mehrheit der Spielenden dabei allein auf Free-to-Play-Angebote zurück, während lediglich 6 Prozent der Befragten ausschließlich Spiele kaufen.

Die meisten Free-to-Play Games monetarisieren sich durch In-App-Käufe oder Werbung. Bei letzteren gibt es verschiedene Formate: Während bei manchen Games unskippable Ads zwischen Spielsequenzen geschaltet werden, sind RVAs das deutlich beliebtere, da incentivierte Format. Hierbei kann der Nutzer zumeist selbst entscheiden, ob er die Werbung überspringen oder sie ansehen möchte. Schaut er sie bis zum Ende an, warten Belohnungen auf ihn, die für das Game nützlich sind. Dafür gibt es verschiedene Varianten, wie etwa ein Extraleben, unendliche Spieldauer oder ein Spielgegenstand.

Und das kommt an: Insgesamt 66 Prozent der Befragten nehmen dieses belohnende Format als sehr positiv (30%) oder zumindest positiv (36%) wahr, die Ergebnisse weisen altersübergreifend große Ähnlichkeiten auf.

Die überaus positive Rezeption bestätigen auch die Antworten zu der Frage, ob Nutzer sich Rewarded Video Ads schon einmal freiwillig angeschaut haben, um im Anschluss eine Belohnung zu erhalten. Auch hier ist das Ergebnis einkommensunabhängig durchweg positiv.

Bei der Dauer der Video Clips sind die User auch wenig wählerisch, solang sie nicht länger als 30 Sekunden dauert. So ist der überwiegende Teil der Befragten der Ansicht, dass eine Videoanzeige zwischen fünf und 30 Sekunden laufen kann. Lediglich bei bis zu 60 Sekunden und über 60 Sekunden macht sich unter den Teilnehmern wenig Begeisterung breit.

Wer sind die deutschen Online Gamer?

Laut den Berechnungen des GfK Consumer Panels des Verbandes der deutschen Games-Branche ist der deutsche Online Gamer im Schnitt 36,4 Jahre alt, das Geschlechterverhältnis ist dabei nahezu ausgeglichen (Frauen 47%; Männer 53%). Insgesamt nutzen 34 Millionen Deutsche regelmäßig Online Games und knapp 10 Millionen davon sind über 50 Jahre alt.

Die zentralsten Erkenntnisse der Studie zusammengefasst:

  • Mobile Games sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das Smartphone im Vergleich mit Laptop, Konsole und Co. das verbreitetste Gerät, auf dem gespielt wird.
  • Dabei werden vor allem Free-to-play Angebote gespielt.
  • Rewarded Video Ads werden von einem hohen Prozentsatz der Befragten als positiv oder sehr positiv empfunden und bereitwillig angesehen:
    • in allen Altersgruppen
    • bei beiden Geschlechtern
    • und über alle Einkommensschichten hinweg

Für das Marketing ebenso relevant ist die Demographie der Online Gamer:

  • Durchschnittlich 36,4 Jahre alt
  • zu 47 Prozent weiblich
  • Insgesamt spielen 34 Millionen Deutsche regelmäßig
  • Mit knapp 10 Millionen Spielern über 50 Jahren gehört knapp ein Drittel davon zu den Silver Surfern

Die Studie zu den ReVAs in Online-Gaming Umfeldern wurde von Unruly zusammen mit der HAW Hamburg sowie dem Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt. Die Umfrage fand im Dezember 2018 statt. 511 Personen im Alter von 16 bis 75 Jahren nahmen daran teil.

Rewarded Video Ads sind beliebt, aber performen sie auch?

Dass RVAs unter Nutzern beliebter sind als deren konventionelle Gegenspieler ergibt durchaus Sinn, wird doch das Belohnungszentrum der Gamer angesprochen. Im Austausch für das Ansehen der Video Ad erhalten sie einen Reward, den sie unmittelbar im Spiel einsetzen können. Für Online Games ist der Einsatz der RVAs also entsprechend geeignet. Wie und ob der E-Commerce oder andere Branchen davon Gebrauch machen können, ist dann vermutlich Sache der jeweiligen Kreativität und sinnvoller Incentives im jeweiligen Bereich. Was die Studie vermissen lässt, sind Aussagen über mögliche Ziele der Ads, die Performance des Formats sowie die tatsächliche Aufmerksamkeit der Nutzer. Denn die Frage ist, ob User tatsächlich an der Ad und deren Inhalten interessiert sind, oder die Werbung lediglich laufen lässt, um die Rewards zu erhalten, sich dabei aber anderen Dingen widmet.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 bei OnlineMarketing.de, seit 2019 Senior Content Manager.

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