Targeting

Reminder Ads Update: Google geht gegen exzessives Retargeting vor

Retargeting kann nerven, aber es funktioniert. Google bietet Usern jedoch jetzt die Option, sich gezielt dem Remarketing zu entziehen.

© Matthew Henry - Unsplash

Google stellt zwei Neuerungen für Retargeting vor. Nutzer bekommen jetzt häufiger die Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schließen. Zusätzlich stellt Google ihnen einen eigenen Bereich in den Account-Einstellungen zu Verfügung, um einzelne Advertiser komplett zu blockieren.

Zwei Updates für Remarketing Ads

Jeder kennt den berühmten Schuh, der den User, einmal im Shop angesehen, über sämtliche Websites und Geräte wochenlang verfolgt. Remarketing oder auch Retargeting gilt seit jeher als eine der effektivsten Werbedisziplinen und wird gern genutzt. Google bietet selbst Retargeting an, im Google-Jargon „Reminder Ads“ oder auch „Anzeigen für gesehene Angebote“ genannt. Der Suchmaschinenriese kündigt nun ein Update an, um störender Werbung für Produkte, die der Nutzer nicht kaufen möchte, einen Regel vorzuschieben.

Jon Krafcik, Googles Group Product Manager, Data Privacy and Transparency, spricht auf dem Unternehmensblog von zwei Änderungen:

User erhalten Kontrolle über Reminder Ads

Der User erhält Einblick darin, welche Werbetreibenden ihn markiert haben, um mit ihren Produkten erneut zu werben. Der Bereich „Your reminder ads“ im Google-Account listet diese auf und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, bestimmte Advertiser stummzuschalten.

Einmal entfernt, sind die Anzeigen von diesem Advertiser für 90 Tage lang blockiert. Diese Funktion soll in der kommenden Zeit auch auf YouTube, die Google-Suche und Gmail ausgeweitet werden. Ob ein komplettes Opt-Out aus dem Remarketing möglich ist, bleibt allerdings abzuwarten. Ebenso ist unklar, ob die Option auch andere Retargeting-Anbieter außerhalb des eigenen Werbenetzwerkes wie Criteo treffen wird.

Mehr Macht für das Blockieren-Feature 

Bislang konnten User vereinzelt bei Werbeanzeigen auf das „X“ am oberen rechten Rand klicken, um diese und ähnliche Ads künftig zu verbergen. Dieses Feature zum Blockieren werden User nun vermehrt zu sehen bekommen.

Google erlaubt Usern, Werbeanzeigen zu schließen

War die Option zuvor nur auf das derzeit verwendete Gerät beschränkt, soll eine blockierte Anzeige auf dem Smartphone ab jetzt auch nicht mehr auf dem Desktop auftauchen. Gleiches gilt für Apps und sämtliche Partner-Websites, die mit DoubleClick arbeiten.

Seit 2012 sammelt das Tool Nutzerfeedback. Allein in 2017 wurden 5 Milliarden Anzeigen blockiert, wie Jon Krafcik verrät. In der Folge sind bereits eine Million Werbeanzeigen aus dem Werbenetzwerk geflogen.

Die derzeitigen Einstellungen zum Blockieren von Werbung

Remarketing in Gefahr?

Das neue Feature und die verstärkte Kontrolle über ausgespielte Werbung scheinen auf den ersten Blick ebenso Vorteile für User als auch für Advertsier zu bringen. Google schafft Transparenz und Werbetreibende bezahlen nicht mehr für Remarketing, das Nutzer nicht wollen. Allerdings hat sich genau dieses penetrante Verfolgen in der Vergangenheit als äußerst effektiv erwiesen.

Die Mehrheit der User wird diese Einstellungen jedoch ohnehin übersehen, bzw. sind sich die meisten wahrscheinlich nicht bewusst, dass sie diese Kontrolle besitzen. Die Zahlen, die Krafcik für das Reporting nennt, wirken im ersten Moment gigantisch. Doch für Googles Werbenetzwerk sind 5 Milliarden Klicks auf das „X“ verhältnismäßig wenig. Es scheint eher eine Neuerung im Hinblick auf die kommende DSGVO zu sein, als ein hilfreiches Tool für User und eine Bedrohung für Remarketer.

Das Update ist noch nicht vollständig ausgerollt. Die Funktion wird aber schon bald für alle in den Werbeeinstellungen zu sehen sein.

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