Suchmaschinenmarketing

Relationship Search by MC Hammer: Was wurde eigentlich aus der Suchmaschine WireDoo?

MC Hammer träumte 2011 von seiner revolutionären semantischen Suchmaschine als Konkurrenz zu Google. Wie hat sich das Projekt seitdem entwickelt?

© Flickr / Betsy Weber, CC BY 2.0

MC Hammer kündigte im Jahr 2011 den Launch seiner Suchmaschine WireDoo an. Diese sollte mithilfe sogenannter Relationship Search bessere Suchergebnisse liefern als Google. Was ist eigentlich aus dieser Idee geworden?

Deep Search als Konkurrenz zu Google

Im Oktober 2011 machte Stanley Kirk Burrell, der in lustigen Hosen unter dem Namen MC Hammer mit dem Song “Can’t touch this!” bekannt wurde, nach der eher rasanten Talfahrt seiner Musikkarriere erneut auf sich aufmerksam, indem er die Entwicklung einer semantischen Suchmaschine verkündete. Der Hip Hopper aus den USA  sprach von einer Search Engine, die den Fokus nach dem Motto “Search once and see what’s related” von den Keywords und Links auf die Semantik der Begriffe verlagerte. Die sogenannte Deep Search oder Relationship Search sollte Usern “beyond just the 10 blue links or keywords” einen Mehrwert schaffen, den Google ihnen nicht bieten konnte. So wird bei einer Suche das  gesamte Themengebiet rund um einen Begriff durchleuchtet.

wiredoo screenshot

Über die Betaversion ging es leider nie hinaus, © The Internet Archive

Bei der Suche zu “90210” taucht beispielsweise zusätzlich zu den Basisinformationen wie bei jeder anderen Suchmaschine die Kategorie “Related Content” auf: Schulen, Wohnungen und Krankenhäuser in dem Kreis werden gelistet. Ein Klick auf Schulen führt zu einer Auflistung der Bildungseinrichtungen ebenso wie des zugehörige Academic Performance Index, der Lehrer und deren Qualifikationen, der Personen, die auf die Schule gegangen sind und die jeweiligen Qualifikationen, die sie vorweisen können. Zwei Jahre Entwicklungsarbeit flossen in das Projekt, das auf dem Web 2.0 Summit 2011 vorgestellt wurde.

Was wurde aus dem Projekt?

Bei einem Besuch der Website bietet sich den Suchenden heute folgendes Bild:

Wiredoo Timeout

Da hilft auch keine Überprüfung des Kabels – die Seite ist offline. Der offizielle Twitter-Account @WireDoo ist verwaist, der letzte der insgesamt acht Tweets stammt aus dem Oktober 2012. Mit 26 Followern und ohne Bild wirkt das Profil mehr als verlassen.

Eine Recherche bei Google listet nur die Newsseiten aus dem Oktober 2011 auf, danach verschwindet WireDoo von der Bildfläche. Lediglich CrunchBase informiert darüber, dass die Seite bereits seit Januar 2012 nicht mehr online ist:

wiredoo crunchbase

Die Suchmaschine sei in der Betaphase aufgrund mangelnden Interesses der User eingestellt worden.

Wurde die Idee adaptiert?

Das bahnbrechende Prinzip von WireDoo wurde nicht lange nach der Bekanntgebung von MC Hammer adaptiert. Der große Konkurrent Google launchte Mitte 2012 den Knowledge Graph und machte damit einen riesigen Schritt Richtung semantische Suche. Mittels künstlicher Intelligenz werden Themenfelder miteinander verknüpft und den Usern als Paket präsentiert. Wie das genau funktioniert und wie ihr den Knowledge Graph als Trafficlieferanten nutzen könnt, ist in diesem Artikel beschrieben: Knowledge Graph: Eine wertvolle und unterschätzte Quelle für Such-Traffic.

Obwohl die Navigation bei WireDoo wohl anders vonstatten gelaufen wäre, ist die Deep Search somit doch realisiert worden – leider nicht von MC Hammer. Gegen Google anzutreten hat sich anscheinend nicht ausgezahlt. Alternative Suchmaschinen gibt es zwar einige, doch streiten sich alle lediglich um die Krümel an Marktanteilen, die der Gigant übrig lässt.

Übrigens hat auch Fußball-Star Zlatan Ibrahimovic mittlerweile seine eigene semantische Suchmaschine im Google-Stil: Zlatan SearchWie Spox berichtet ist der Schwede Andreas Killander, Creative Director der Werbeagentur SweetPop, Schöpfer von Zlaaatan.com. Die Suchmaschine sei mit Google verknüpft, “zlatanisiere” jedoch alle Ergebnisse. Jeder Suchbegriff wird mit dem Fußball-Star in Relation gesetzt. Anfangs als Aprilscherz gedacht, erfährt die Zlatan Search mittlerweile regen Zulauf – um Erlaubnis wurde Killander zufolge jedoch weder Google noch Ibrahimovic selbst gefragt.

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