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Populäre Facebook-Gruppen plötzlich geheim: Schutz vor Schließung?

Zahlreiche große Facebook-Gruppen wurden schlagartig geheim gestellt. Grund war eine Vorsichtsmaßnahme, weil sabotierte Gruppen geschlossen worden waren.

© Facebook

Bei vielen Facebook Usern machte sich zuletzt Panik und Ungläubigkeit breit, als sie erkannten, dass viele große und populäre Gruppen ihre Privatsphäreeinstellungen änderten. Immer mehr Gruppen wurden geheim, was bei den Nutzern für Unmut sorgte. Nun zeigt sich, dass nach der fragwürdigen Schließung einer beliebten Meme-Gruppe Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden. Dabei hat Facebook nun angegeben, Gruppen geschlossen zu haben, die sabotiert worden waren.

Das große Geheimschalten

Die Nutzer bei Facebook fragten sich in den letzten Tagen, warum bloß so viele große Gruppen, in denen sie vertreten waren, plötzlich und beinah in Abstimmung geheim geschaltet wurden.

Mashable berichtet über das Phänomen, bei dem verschiedenste Gruppen auf der Plattform seit Mittwoch ihre Privatsphäreeinstellungen geändert hatten. User, die sich einloggten, wurden mitunter von sehr vielen Benachrichtigungen begrüßt, die sie über die Privatsphäreänderungen bei Gruppen, in denen sie Mitglied sind, informierten. Der anfänglichen Verwirrung wird nun jedoch eine Erklärung gegenübergestellt. Denn die Indonesia Reporting Commission hatte eine Gruppe namens Crossovers Nobody Asked For (CNAF) mit beinah 500.000 Mitgliedern wegen Hate Speech-Inhalten an Facebook gemeldet. Eine koordinierte Massenmeldung wie diese zwingt Facebook dazu, eine Gruppe zunächst zu schließen. Aus Angst, dass ihren Gruppen das gleiche widerfährt, haben zahlreiche Admins in der Folge die Gruppen geheim geschaltet – auch wenn es keine unangemessenen Inhalte und damit eine unmittelbare Schließung zu befürchten gab.

Better safe than sorry,

kommentiert ein Admin bei Mashable.

Sie konnten nicht ahnen, dass Facebook viele Gruppen schon wegen solchen Contents geschlossen hatte – der jedoch durch Sabotageakte in diese gelangt war.

Facebook möchte sabotierte Gruppen wieder öffnen

Inzwischen ist eine Nachricht des Verantwortlichen der Indonesian Reporting Commission bei Facebook aufgetaucht, in der sich dieser für die Probleme entschuldigt, die durch das Melden und Schließen einiger Gruppen aufgetreten waren. Muhammad Salim erklärt:

My reason for that wrongdoing was to delete or destroyed everything negative in Facebook, like, SARA [religious offensive jokes] , hoax, and others, who break Facebook rules. Also, our motive to attack non-Indonesian group, like NSM and CNA, because [I found] some hate-speech or religious offensive jokes. I’m deeply sorry for what happened to everyone, and to our wrongdoings. I, as leader of IReC, will stop IReC’s operation, and we will take responsibility for everything happened.

Gestern gab Facebook nun in einem offiziellen Statement bei Mashable bekannt, dass man Gruppen geschlossen hatte, bei denen Content entdeckt worden war, der den Richtlinien zuwiderläuft. Allerdings sei dieser durch Sabotage grundsätzlich legitimer Gruppen eingefügt worden. Daher werde Facebook betroffene Gruppen schnellstmöglich wieder öffnen und eine Wiederholung vermeiden.

We removed several Groups from Facebook after detecting content that violated our policies. We since discovered that this content was posted to sabotage legitimate, non-violating Groups. We’re working to restore any Groups affected and to prevent this from happening again.

Die Gruppe Crossovers Nobody Asked For (CNAF) ist inzwischen wieder offen.

Der Vorfall zeigt erneut zwei Gesichter Facebooks. Einerseits reagiert das Soziale Netzwerk relativ schnell auf Meldungen von grenzverletzendem Content und schützt seine Nutzer somit vor unangemessenen Inhalten – in diesem Fall in Gruppen. Andererseits zeigten sich diese Gruppen sowie das System zur Schließung anfällig für die Sabotageakte Dritter. Und genau das sorgte für die Geheimschaltung so vieler populärer Gruppen. Denn diese fürchteten, unwissend, dass vielleicht auch bei ihnen Inhalte unangemessener Natur eingeschleust worden waren, eine ungerechtfertigte Schließung. Schließlich ist all die Aufregung aber nur vorübergehend, weil Facebook das Problem in den Griff bekommen zu haben scheint. Vor trügerischen Praktiken und Content, der Facebooks Richtlinien verletzt, sind die User jedoch kaum jemals sicher. Und das bedroht auch die Stabilität der Gruppen. Vielleicht hilft dieser Fall Facebook jedoch dabei, künftig die Sabotage von Gruppen schneller zu erkennen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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