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Online-Betrug im großen Stil: Ein alter E-Mail-Trick kostet deutsches Unternehmen 40 Millionen Euro

Der deutsche Technologie-Riese Leoni wurde mit gefälschten Zahlungsaufforderungen per Mail um einen zweistelligen Millionenbetrag gebracht.

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Online-Betrug in Form gefälschter Dokumente ist nicht neu. Dennoch musste das deutsche Unternehmen Leoni, das Kabel- und Systemtechnologie unter anderem für die Automobil- und die Informationsindustrie bietet, am 12. August feststellen, dass es Opfer einer schwerwiegenden Täuschung geworden war. Firmengelder wurden auf Auslandskosten transferiert, nachdem bei der rumänischen Zentrale des Unternehmens in Bistrita Mails eingegangen waren, die nicht nur wie legitime Zahlungsforderungen wirkten, sondern auch von einem der deutschen Executives zu kommen schienen. Daraufhin wurden nach Angaben von Leoni etwa 40 Millionen Euro auf die Zielkonten überwiesen.

Die Betrüger hatten die Firmenstruktur ausspioniert

Dass es zu einer solchen Straftat kommen konnte, war nicht einfach ein Zufall, sondern ist mit der Organisation der Betrüger zu erklären. Diese wussten nicht nur, dass von den vier Niederlassungen Leonis in Rumänien nur die in Bistrita zur Zahlung von Geldern autorisiert ist. Auch die Art und Weise der Konzeption der Mails, die an den Finanzvorstand der Niederlassung adressiert waren, weist nach Aussagen der eingeschalteten Ermittler auf ein Ausspähen der Firmenabläufe im Vorhinein hin. Das auf diesem Wissen basierte Nutzen der gefälschten Dokumente, Identitäten und Kommunikationswege führte letztlich zu dem immensen Verlust.

Wie das Unternehmen reagiert

Nach dem Entdecken des Betrugs und dem Einschalten der Kriminalpolizei in Rumänien prüft Leoni derzeit, ob Versicherungs- oder Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können. Beteuert wird von Unternehmensseite, dass die IT-Infrastruktur und die Datensicherheit unbeeinträchtigt von betrügerischen Aktivitäten seien und dass der finanzielle Verlust keinen Einfluss auf die Liquidität von Leoni habe. Trotzdem könne man nicht wissen, ob das prognostizierte Jahresergebnis einer Veränderung unterliegt. Unsicherheit besteht auch weiterhin darüber, wo sich das Geld derzeit befindet. Auf eine solche kriminelle Attacke, die als Business Email Compromise (BEC), CEO Fraud oder Whaling Attack bekannt ist, kann der Betroffene meist nur mit der Publikation oder einem Statement reagieren, wie Leoni es getan hat. Diese bedeuten zumindest ein Bekanntwerden des Betrugs und können dazu beitragen, dass andere Unternehmen sich gegen derartige Täuschungen wappnen.

Quelle: The Next Web

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