Social Media Marketing

Instagram Erfolgsgeschichte – Wie Nois7 trotz Algorithmus ein Millionenpublikum erreicht

Robert Jahns begeistert mit seinen Bildern Millionen weltweit. Nois7 über Reichweitenaufbau, den Instagram Algorithmus und Geld verdienen auf Instagram.

© Robert Jahns / Nois7, Instagram

Robert Jahns alias Nois7 hat es geschafft, sich ein Millionenpublikum auf Instagram aufzubauen. Der Künstler verbindet traditionelle Fotografie mit digitaler Bildbearbeitung und machte bereits vor Jahren mit dem Werk „Butterphant“ auf sich aufmerksam. Jedes neue Bild erscheint zuerst auf Instagram, bevor es weiter verarbeitet wird.

Wer Instagram nicht nur als Hobby nutzt, der weiß, dass der Aufbau einer Community anstrengend ist und Kontinuität voraussetzt. Robert Jahns hat mit seinen Bildkreationen bislang über 1,1 Millionen Follower auf Instagram in seinen Bann gezogen und spricht im Interview über seinen spannenden Beruf, den Aufbau von Reichweite auf Instagram und die Entwicklung der Werbung auf der Plattform. Dabei gibt er Tipps für Instagram User und verrät, was Kooperationen mit Werbepartnern in dem Netzwerk erfolgreich macht. Wer neugierig geworden ist, kann Robert am Freitag live auf der Berliner INREACH treffen.

Interview mit Robert Jahns alias Nois7, Digital Artist, Photographer und Art Director

OnlineMarketing.de: Erzähl uns ein bisschen über dich. Seit wann fotografierst du? Wie bist du zum Digital Artist geworden?

Robert Jahns: Ich fotografiere seit etwa 16 Jahren und bin seitdem auch an den Techniken der Bildbearbeitung interessiert. Ich bin ein riesen Freund davon, neue Dinge auszuprobieren und versuche immer das umzusetzen, was ich als visuelle Idee im Kopf habe. Die Möglichkeit genau das mit Fotografie und Bildbearbeitung zu erreichen, hat für mich damals Türen geöffnet und ich konnte meine Ideen verwirklichen. Ich sehe die Welt oft etwas anders als andere und das versuche ich mit meinen Werken zu zeigen. Ich stelle mir oft die Frage: Was wäre wenn?
Ich habe mich vor etwa drei Jahren selbstständig gemacht und arbeite seitdem hauptberuflich als Künstler und Fotograf.

Robert Jahns, auf Instagram bekannt als Nois7

1,1 Millionen Abonnenten  – wie hast du es geschafft, eine solch immense Reichweite aufzubauen? Was ist dein Erfolgsrezept auf der Bilderplattform?

Egal auf welcher Plattform – es ist immer mit sehr viel Arbeit und Zeit verbunden, eine hohe Reichweite aufzubauen. Wichtig ist, sich mit der Community zu beschäftigen und sich mit den Leuten auf den Plattformen auszutauschen. Für mich als Künstler und Fotograf ist es immer wichtig gewesen, Feedback für meine Arbeit zu bekommen und genau das bekommt man auf Instagram.

Ich versuche die Leute mit meinen Bilder zu inspirieren und möchte, dass sie für eine kurze Zeit dem wirklichen Leben „entfliehen“ können, um für einen Moment in meiner Traumwelt zu sein.

Es gibt leider kein Erfolgsrezept, jeder Mensch ist natürlich anders und hat andere Ziele. Ich denke, solang die Arbeit etwas Besonderes ist und man aus der großen Masse heraussticht, besteht eine Möglichkeit damit erfolgreich zu werden.

„Don’t be afraid to be different. That’s what makes you beautiful“ – The Butterphant

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Was rätst du anderen Usern, die Probleme haben, ihre Reichweite auszubauen?

Immer wichtig ist es, mit den Leuten in Kontakt zu treten, die das gleiche Interesse haben wie man selbst oder auch mit denjenigen, die in einem anderen Bereich positiv herausstechen. Ich habe damals sehr oft mit anderen Fotografen zusammengearbeitet. Wenn man gegenseitig die entstandene Arbeit auf seinem Instagram Account zeigt und den anderen erwähnt, bringt das natürlich neue Follower, die sich wirklich für deine Arbeit interessieren.

Ich habe ebenfalls Editing Contests gemacht, wo ich meinen Fans die Gelegenheit gab ein paar meiner Originalfotos zu bearbeiten.

Das war eine tolle Möglichkeit auch neue Talente zu entdecken und sich innerhalb der Community auszutauschen. Ein einfacher, aber sehr effektiver Tipp ist es, nicht nur „Amazing“ zu kommentieren, sondern detailreiches Feedback zu geben. Solch ein Feedback liest man lieber durch als ein einfaches „Amazing“, denn das überliest man meist dann doch immer.

Was hat sich durch den Algorithmus für dich geändert?

Mich hat es leider auch erwischt, mein Engagement war zu dem Zeitpunkt, an dem der Algorithmus drastisch angepasst wurde, etwas eingeknickt. Nichtsdestotrotz habe ich es wieder geschafft, die Wachstumskurve steigen zu lassen.

Man darf sich von sowas nicht einschüchtern lassen, sondern muss einfach dafür arbeiten, dass man weiterhin erfolgreich ist.

Ich kenne aber viele, die stark davon getroffen sind und generell finde ich den neuen Algorithmus super nervig. Der Algorithmus sorgt dafür, dass Instagram einschätzt, welche Bilder du im Moment vielleicht sehen wollen würdest. Das heißt, du siehst Bilder in deinem Feed, die vor sechs Stunden oder sogar gestern gepostet wurden. Ich kenne tatsächlich keinen, der positiv darüber denkt, denn alle beschweren sich nur über diese Änderung. Es macht es für viele schwieriger, dass die Bilder auch wirklich gesehen werden, denn bei vielen landet das Bild gar nicht mehr im Feed und das bringt natürlich weniger Impressions.

The Whale in Venice

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Wie siehst du die Entwicklung Instagrams im Hinblick auf immer mehr werbliche Inhalte?

Es ist, wie es mir scheint, tatsächlich so, als würde Instagram immer mehr wie Facebook werden. Ich bin wie viele meiner Kollegen seit mehr als vier Jahren auf Instagram. Wir kennen noch die Zeit, in der die Rahmen als Filter angesagt waren. Es ging da tatsächlich hauptsächlich um die Community, um die Fotografen und um Kreativität. Das Thema Werbung und Business war damals noch gar kein Thema bei Instagram. Nun hat sich das Blatt tatsächlich gewendet.

Gefühlt ist es so, dass die Punkte Werbung und Business einfach viel wichtiger wirken als die Community, was sehr schade ist.

Ich denke, solang die Fotografen und Instagram User selbst bestimmen, für welche Dinge sie werben möchten und dabei authentisch bleiben, ist das absolut in Ordnung. Es ist ja auch für die Instagram User selbst eine super Möglichkeit mit ihrer aufgebauten Reichweite nun ein wenig Geld zu machen.

Wie verdienst du mit Instagram Geld? Wie sehen Kooperationen bei dir aus?

Es gibt viele Möglichkeiten mit mir zusammen zu arbeiten. Allerdings sieht man nicht sehr viele sogenannte Sponsored Posts auf meinem Account, da ich mir schon genau überlege, mit welcher Brand ich arbeiten möchte und welche gut zu meinen Arbeiten passen kann.

Als Künstler achte ich immer darauf, dass auch bei Kooperationen das Bild genau so wird, wie ich es für künstlerisch richtig halte und meinen Qualitäten entspricht.

Genau so bin ich als Künstler glücklich, aber auch die Kooperationspartner sind mehr als zufrieden. Ich weiß genau, was meine Fans gerne sehen wollen und was nicht.

Auch außerhalb von Instagram erstelle ich Artworks für Brands, da sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Teilweise hingen Bilder von mir als 20 Meter Billboards in Los Angeles, Hong Kong etc. Ich präsentiere aber auch gerne für die Kampagne und rede über die Kooperation in Live TV-Shows oder Interviews. So war ich beispielsweise schon Teil diverser Events in Neu Delhi, New York, Paris, Hong Kong und Jakarta. Viele meiner Kooperationspartner möchten natürlich auch meine internationale Reichweite auf Instagram nutzen. Ich erreiche in ein paar Tagen mehrere Millionen Menschen weltweit mit meiner Arbeit. Hier sind also eigentlich keine Grenzen gesetzt und ich bin immer offen für neue interessante Anfragen und Projekte.

Welcher Fehler, glaubst du, wird beim Influencer Marketing zu häufig begangen?

Ich denke ein Wort reicht hier aus, um das zu beschreiben, was ich als Problem sehe: Masse. Viele der Influencer Agenturen setzen nämlich genau auf das. Sie haben tausende Influencer und Brands in ihrem Netzwerk und wollen diese miteinander verknüpfen.

Wirkliche Talente werden somit mit anderen unter einen Kamm geschert und es zählen nur noch die Zahlen sowie Reichweite.

Ganz schlimm finde ich, wenn dann von einer Formel gesprochen wird, um die Bezahlung eines Influencers zu berechnen. Natürlich ist das in gewisser Weise auch wichtig, allerdings finde ich es viel wichtiger, dass darauf geachtet wird, warum man mit welchem Influencer arbeiten möchte. Erst sollte man sich eben mit den Influencern und dessen Arbeiten beschäftigen, bevor man sich dann mit den Zahlen beschäftigt. Ansonsten kann eine Kampagne gewaltig nach hinten losgehen und zwar für beide Seiten.

Welches ist dein Lieblingsbild und was ist die Geschichte dazu?

Ich habe nicht DAS Lieblingsbild, ich beschäftige mich selbst lange mit meinen Bildern und möchte, dass jedes eine Emotion beim Betrachter auslöst.

Eigentlich bin ich auf jedes, welches ich veröffentliche, in gewisser Weise stolz.

Natürlich gibt es Bilder, die mir besonders am Herzen liegen wie z.B. die Bildserie „Frozen Venice“ oder der Elefant, der an hunderten Heliumballons über New York fliegt. Der Wal in Venedig ist auch einer meiner Lieblingsbilder, ebenfalls eins, das viral durchs Netz ging und viel Aufmerksamkeit auf sich zog.

Eine interessante Geschichte kann ich aber zum Elefanten an den Heliumballons erzählen. Das Bild ist entstanden, weil ich mich gefragt habe, ob es möglich wäre, einen Elefanten an Heliumballons hochzuheben und schweben zu lassen. Nach kurzer Recherche habe ich festgestellt, dass es es etwa mit 50.000 Heliumballons möglich wäre, den Elefanten hoch zu bekommen. Genau dieses Bild, welches ich im Kopf hatte, wollte ich sozusagen „aufs Papier“ bringen und durch die Erstellung des Artworks habe ich allen Leuten meine Idee visuell zeigen können.

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Glaubst du, es ist heute noch einfach Geld auf Instagram zu verdienen? Gibt es eine nennenswerte Alternative zu Instagram?

Einfach war es nie mit Instagram Geld zu verdienen. Es ist ja nicht so wie bei YouTube, dass vor jedem Instagram Post ein kurzes Werbebild eingeblendet wird und man dadurch Geld verdient. Vielleicht kommt das sogar noch.

Ich denke vor allem durch die vielen Agenturen, die Brands mit Influencern verbinden, wird es für viele einfacher etwas Geld durch Instagram zu verdienen.

Man sollte aber nicht vergessen, dass es auch für Brands einfacher ist, durch die Influencer die Kampagne an die richtige Zielgruppe zu bringen. Für mich ist Instagram immer noch die beste Plattform, allerdings wegen der Leute und Freunde, die ich durch die App gefunden habe.

Eine super Alternative sehe ich in YouTube, kaum etwas lässt Menschen so nah ins Leben eines anderen blicken. Außerdem ist es natürlich deutlich einfacher für die YouTuber Geld mit den Videos zu verdienen, da man anders als bei Instagram durch das Vorschalten von Werbung direkt am Video verdienen kann.

Vielen Dank für das Interview!

Robert Jahns ist am Freitag, den 10.11., auf der Influencer Marketing Konferenz INREACH in Berlin. Die letzten Tickets gibt’s hier für OnlineMarketing.de-Leser mit 30% Rabatt (Code: OMDE30).

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien, Conversion Optimierung und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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