Social Media Marketing

Die Social Media Strategie der NASA: Wie das All Millionen Fans begeistert

Die NASA beherrscht die sozialen Medien ausnehmend gut. Socialbakers hat die Aktivitäten der Behörde analysiert und kann den Erfolg anhand der Daten erklären.

© Flickr / NASA HQ PHOTO, CC BY-NC-ND 2.0

Die NASA hat nichts zu verkaufen und ist entsprechend nicht auf Kundenfang. Dennoch betreibt die Behörde in den sozialen Medien Aufklärung und erzeugt mit dem beispielhaften Content Marketing ein ungewöhnlich hohes Engagement.

Social Media Marketing nicht von dieser Welt

Der massive Erfolg der NASA über alle sozialen Medien hinweg hat Socialbakers, einen der größten Social Media Analytics Tool-Anbieter, dazu verleitet, die Aktivitäten von Januar 2015 bis März 2016 einmal genauer zu durchleuchten. Die dafür verwendeten Tools erlauben tiefe Einblicke in das Schaffen und die Strategie der US-Weltraumbehörde, die auf Facebook, ihrem erfolgreichsten Kanal, 15,5 Millionen Fans ihr Eigen nennen kann. Socialbakers hat insgesamt vier Channels unter die Lupe genommen und diese analysiert.

#1 Facebook: Durchschlagend

Das Wachstum des NASA Facebook Kanals in 14 Monaten.

Das Wachstum des NASA Facebook Kanals in 14 Monaten.

Der Facebook Kanal der Weltraumbehörde ist mit Abstand der größte von allen und wächst auch weiterhin in einem schnellen Tempo: Von Januar 2015 bis März dieses Jahres kamen 5,6 Millionen neue Fans hinzu. Besonders fällt hier der Juli ins Gewicht, als die NASA exklusives Material von der New Horizons Mission auf Facebook veröffentlicht hat. Die Mission endete erfolgreich mit dem ersten Flug zum Pluto und dessen Monden.

NASA-FAcebook

Am erfolgreichsten war das unten stehende Bild, das Pluto erstmalig in hoher Auflösung zeigte. Dieses Material veröffentlichte die NASA exklusiv und noch vor ihren eigenen Webpräsenzen auf Instagram. Mit mehr als 320.000 Interaktionen und über 152.000 neuen Fans an einem Tag wurde das Bild auch zum erfolgreichsten auf dem Facebookprofil der Behörde.

Die Vorab-Veröffentlichung des ersten hochauflösenden Bildes, das von Pluto jemals gemacht wurde, war von einschlagendem Erfolg für die NASA.

Die Vorab-Veröffentlichung des ersten hochauflösenden Bildes, das von Pluto jemals gemacht wurde, war von einschlagendem Erfolg für die NASA und das Wachstum ihrer Social Channels.

Damit hat die NASA bewiesen, dass sie weiß, wie Buzz generiert wird.

Insgesamt konnte der im Juli 2015 veröffentlichte Content 5,7 Millionen Interaktionen erzielen. Im Schnitt bringt es die Behörde auf 3,6 Millionen im Monat bei etwa 200 Beiträgen. Durchschnittlich postet die Weltraumbehörde sieben Mal am Tag, fast ein Viertel davon ist Video Content und Fotoinhalte erzielen das höchste Engagement.

#2 Instagram: Engaging

Auf Instagram hat die NASA 10,6 Millionen Follower und das Engagement auf der visuellen Plattform ist so hoch wie auf keinem anderen Kanal der Weltraumbehörde. Es gibt kein stärkeres visuelles Netzwerk für gebrandeten Content als die Facebook-Tochter, die ebenfalls Elemente eines High End Digital Magazins aufweist. Die NASA nutzt Instagram als Storytelling-Plattform mehr als vorbildlich, indem sie Geschichten um die Bilder spinnt und die Follower mit jeder Veröffentlichung etwas Interessantes dazulernen.

Die NASA veröffentlicht auf Instagram täglich ein bis zwei Bilder oder Videos und erzielt nicht selten über 300.000 Likes und mehrere tausend Kommentare pro Posting. Auch findet die Behörde auf Twitter etwa 350.000 Erwähnungen monatlich.

#3 Twitter: Tweets nicht von dieser Welt 

Auf Twitter ist die NASA ebenfalls sehr erfolgreich zugange. Hier tummeln sich 15,5 Millionen Follower, die im Schnitt 300 Tweets im Monat zu sehen bekommen. Die Interaktionen bewegen sich bei etwa 700.000 im Monat.

Der Erfolg der NASA auf Twitter ist zu großen Teilen auch den Tweets der Astronauten, die sich derzeit auf der ISS befinden, zu verdanken. Die Weltraumbehörde setzt aber bei ihrer Strategie auch auf Influencer. So hat die Band One Direction ein Musikvideo auf dem Gelände der NASA aufgenommen, der dazugehörige Tweet konnte fast 104.000 Interaktionen erzeugen und ist damit der erfolgreichste auf diesem Kanal.

Socialbakers Nasa Twitter

#4 YouTube: Lehrreicher Video Content

Auf der Videoplattform hat die NASA 800.000 Abonnenten. Der erfolgreichste Monat war, wie auch bei den anderen Kanälen, der Juli 2015: Hier kann ein Zugewinn von 54.000 neuen Subscribern verzeichnet werden, die sich allein auf die Pluto-Kampagne zurückführen lassen.

Durchschnittlich veröffentlicht die Behörde 40 Videos im Monat, brachte es im vergangenen Jahr aber insgesamt auf 675.

User als exklusives Publikum: Die NASA hat Social Media verstanden

Die NASA widmet sich mit dem Weltraum einem Thema, an dem von Natur aus ein sehr großes Interesse in der Öffentlichkeit besteht. So ist es vermutlich keine Herausforderung kanalübergreifend an eine solch hohe Anzahl an Followern zu gelangen, die nach jedem weiteren Bild lechzen. Allerdings beherrscht die NASA das Social Game auch sehr gut und weist ein vorbildliches Storytelling auf. Die Veröffentlichung exklusiver Inhalte auf verschiedenen Plattformen trägt sicher zu dem enormen Follower-Zuwachs bei, den die Weltraumbehörde in manchen Monaten verzeichnen kann. Die NASA versteht ihr Handwerk, die Follower mit speziellen Angeboten, News und Competitions wie eine exklusive Gruppe zu behandeln und trifft mit dieser Strategie genau ins Schwarze.

Quelle: Socialbakers

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

4 Gedanken zu „Die Social Media Strategie der NASA: Wie das All Millionen Fans begeistert

  1. Mike

    Klasse Content und absolut nachvollziehbar, dass die Followerzahlen wachsen.
    Nun mal zur Diskussion: was für Ziele verfolgt die NASA damit?
    Ich möchte diese Frage stellen, weil selbst KMU sich immer noch oft gegen Social Media Engagement sträuben. Ein KMU hat allerdings eigentlich echte Gründe warum es sinnvoll wäre das zu tun – aber die NASA? Wozu also dienst es einer Weltraumbehörde?

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  2. Cynthia

    Ja das ist wohl wahr. Mit solchem Bildmaterial und einem Thema das keine eindeutige Zielgruppe hat, lassen sich die Leute über Social Media Kanälen gut ansprechen.

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  3. Tom

    Content halt. Ist interessant, paar Bilder posten kann jeder. Und Bilder aus dem All kann halt nicht jeder machen… Sprich: Entweder man hat den besten Content oder man ist der Erste, der den Content veröffentlicht. Die NASA vereint sogar beides.

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