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Mysteriöse gelbe Werbebanner verursachen Millionenschaden für Google

Extreme Klickpreise für sinnlose Banner auf der kompletten Website versüßen einigen Publishern das vierte Quartal.

Mehr hatten die Banner nicht zu bieten.

Anfang Dezember wunderten sich Publisher über seltsame gelbe Werbefläche auf ihren Websites. Die Klickpreise für die Banner waren extrem hoch und brachten innerhalb von einer knappen Stunde tausende US-Dollar an Einnahmen. Was wie ein Anzeigefehler wirkte, war in Wirklichkeit eine Panne im Rahmen eines Google-Trainings für Kunden.

Ein Kunden-Training nimmt ungeahnte Ausmaße an

In den Abendstunden zwischen 19.00 und 19.45 Uhr am 04.12. belegten gelbe, einfarbige Banner das Werbeinventar vieler Publisher in Australien und den USA. Nicht selten blockierten die sinnlosen 300×250 Pixel großen Flächen sämtliche Slots. In der Logdatei wurde der australische Modeversandhändler theiconic.com.au als Käufer ausgewiesen. In Wahrheit steckte jedoch ein Google-Mitarbeiter dahinter, der zu Trainingszwecken Inventar einkaufte. Eigentlich wollte sein Team Kunden zeigen, wie die hauseigene Plattform funktioniert. Stattdessen kaufte man reale Werbefläche – mit einem TKP deutlich über 20 US-Dollar.

„Es ging weiter als geplant,“ kommentierte ein Google-Sprecher diesen Fauxpas laut AdExchanger. Das Inventar der Publisher wurde via Google AdX und Rubicon Project mit den Bannern versorgt. Anscheinend ging es in der Schulung um die Funktionsweise von Google DV360.

Millionenschaden für Google?

Rishi Jethi, Gründer und CEO des kalifornischen Nachrichtenportals Illumeably, ist einer der Profiteure des Fehlers und spricht AdAge gegenüber sogar von einem TKP von satten 270 US-Dollar:

We were making a grand in less than a few seconds. I thought it was some crazy Q4 action or maybe our reporting was screwed up.

Selbst bei CNN und Forbes tauchten die gelben Banner auf. Einige Publisher kamen so auf mehr als 100.000 US-Dollar in weniger als einer Stunde. AdExchanger kann einen Verlust von mindestens 1,6 Millionen US-Dollar nachweisen, andere Quellen sprechen von bis zu zehn Millionen. Letztlich kennt jedoch nur Google selbst das Ausmaß des Schadens.

Ein Unternehmenssprecher gab im Nachhinein den Fehler zu und versprach die betroffenen – oder vielmehr auserwählten – Seitenbetreiber ordnungsgemäß zu bezahlen:

An advertiser training exercise led to an error where actual spend happened on publisher sites for approximately 45 minutes. As soon as we were made aware of this honest mistake we worked quickly to stop the campaigns running. We will honor payments to publishers for any ads purchased and are working hard to put safeguards in place to ensure this doesn’t happen again.

Google legte einigen Publishern mit der Panne also verfrühte Weihnachsgeschenke unter den Tannenbaum. Was mit dem Unglücklichen geschehen ist, der die Kampagne aufgesetzt hat, bleibt allerdings unklar.

Über Anton Priebe

Anton Priebe

Anton Priebe ist Redaktionsleiter und seit Ende 2013 bei OnlineMarketing.de aktiv. Der studierte Germanist und Soziologe fokussiert sich auf Technologie, kreative Marketingstrategien und SEO. In seiner Freizeit klettert Anton gerne Wände hoch, bereist die Welt und freut sich über gutes Essen oder neue Musik.

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