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Milliardenverluste für Snap: Führt der Weg an der Börse bergab?

Snap Inc. macht dieses Jahr womöglich zwei Milliarden Dollar Verlust. Damit wären das Vertrauen der Anleger und der Erfolg des Unternehmens stark gefährdet.

© Flickr / Anthony Quintano, CC BY 2.0

Für Snap Inc., das Unternehmen hinter Snapchat, werden 2017 zwei Milliarden US-Dollar Verlust prognostiziert. Damit könnte das Unternehmen Probleme an der Börse bekommen und: der Druck, die Einkünfte extrem zu vervielfachen, wächst.

Die negativen Prognosen für Snap

Fortune berichtet, dass Analysten davon ausgehen, Snap werde im Jahr 2017 zwei, vielleicht gar drei Milliarden US-Dollar Verlust machen. Das wäre mehr als beispielsweise Amazon, das lange Zeit nicht profitabel war, und nicht einmal im schlechtesten Jahr (-1,4 Milliarden US-Dollar) einen so hohen Verlust gemacht hat. Zudem ist es mehr als Tesla und Twitter gemeinsam verlieren. Nur das privat geführte Unternehmen Uber hat mit ähnlichen Verlusten zu kämpfen.

Snap macht dieses Jahr Milliardenverluste, © Statista

Dennoch wird die Snap Aktie von 41 Prozent der covernden Wall Street Analysten als „buy“ eingestuft. Und derzeit liegt der Preis der Aktie mit 22,53 Dollar über dem Ausgabewert von 17 Dollar, so Statista.

Zudem gibt es Erklärungen für die massiven Verluste dieses Jahr. Allein 822 Millionen US-Dollar mussten an Evan Spiegel gezahlt werden, damit er das Unternehmen öffentlich macht. Dazu kommen Kosten in Höhe von beinah zwei Milliarden US-Dollar aufgrund von Aktienvergütung.

Das Kapital erhöhen oder Sales vervielfachen

Für Snap können die Verluste allerdings zum Problem werden, da nur 3,4 Milliarden US-Dollar an flüssigem Kapital zur Verfügung stehen. Das heißt, ehe man Gewinn macht, müsste das Kapital erhöht werden, sofern die Sales nicht enorm gesteigert werden. 2016 machte das Unternehmen etwa 404 Millionen US-Dollar Umsatz. Für 2021 wird ein Gewinn für Snap prognostiziert. Dieser soll 512 Millionen betragen. Doch das hängt auch daran, dass für dieses Jahr angenommen wird, Snap werde 7,4 Milliarden mit Sales verdienen. Und bis 2015 konnte man noch überhaupt keine Sales vorweisen.

Demnach müsste das Unternehmen eine rasche und extreme Steigerung der Sales erreichen und damit den geringeren Wachstumsraten in der Technologie-Branche trotzen. Skepsis bei Börsenkennern ist also nur nachvollziehbar. Zudem wird auch der unternehmenseigenen App Snapchat nicht die rosigste Zukunft im Social Web nachgesagt.

Da die Analysten der Börse das Unternehmen jedoch nicht aufgrund der aktuellen Verluste einschätzen, sondern im Hinblick auf die künftigen Einkünfte, kann das Unternehmen sich das instabile Vertrauen quasi nachträglich verdienen. Doch wird es den hohen Anforderungen nicht gerecht, könnte Snap neben Geld auch Investoren verlieren. Wohin der Weg führt, bleibt abzuwarten; und das hängt sicherlich auch mit der Entwicklung von Snapchat zusammen.

Mut machen dürften den Investoren und Unternehmensführern die möglichen Einnahmen über Snapchat Spectacles, die laut Mediakix bis 2020 bis zu fünf Milliarden US-Dollar einbringen könnten, oder auch der kürzlich geschlossene Deal mit MGM. Zudem sind die Wachstumsraten für die Einnahmen pro User vielversprechend, so The Drum.  Bei aller Analyse gilt hier jedoch: time will tell.

Quelle: Fortune 

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