SEO - Suchmaschinenoptimierung

Matt Cutts: Pinguine, Penalties und Negative SEO

Es ist jetzt ca. zwei Wochen her, dass Google das Penguin-Update ausrollte und Google scheint mit den Ergebnissen zufrieden zu sein.

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Doch der neue Anti-Spam-Algorithmus hat einige hart getroffen, auch die Gefahr des „Negativ-SEO“ scheint jetzt allgegenwärtig. Deshalb bat Danny Sullivan von searchengineland.com Matt Cutts, den Chef des Google-Webspam-Teams, zum Interview.

War das Penguin-Update erfolgreich?

Dieser stellte klar, das Fehler wie im Falle des Suchwortes „Viagra“ und „make money online“ zum größten Teil bereits vor dem Penguin-Update vorhanden waren und nicht wie vermutet durch eben dieses verursacht. Für das Suchwort „Viagra“ rankte statt der offiziellen Viagra-Seite eine gehackte Seite auf eins, unter „make money online“ fand man sogar Seiten, die gar keinen Inhalt hatten.

Dennoch leugnet Matt Cutts nicht, dass es auch „unschuldige“ Seiten getroffen hat, aber mit dem deutlichen Hinweis, dass die Reaktionen auf den Pinguin weit weniger in der Masse waren, als beim Panda-Update von 2011 und dem Florida-Update 2003.  Von den Verlierern dieser Updates hörte man schon immer mehr als von denen, die durch das Update gewonnen haben – eine natürliche Reaktion, die nicht überbewertet werden sollte.

Wie sollte man dem Penguin-Update begegnen?

Wurde man vom Pinguin erwischt, hilft ein „Reconsideration Request“ zur Wideraufnahme leider nicht. Google sagt, man solle beginnen die Spamlinks abzubauen und warten, bis sich die Seiten auf natürliche Weise erholen. Gerade Links aus WordPress-Blogs mit kostenlosem Themes und reziproker Verlinkung scheinen betroffen. Es geht also nicht nur um den automatisierten Spam, sondern auch Content-Links auf auffällig gewordenen Blogs.

Sollte man keinen Zugriff auf die Links haben, so dass es unmöglich scheint diese abzubauen, empfiehlt Matt folgende Videos, dass zu diesem Thema bereits gemacht wurde:

Mit dem nächsten Update sollte die Seite dann wieder ranken und der Traffic sich langsam normalisieren. Der Pinguin ist genau wie Panda ein Filter, der sich von Zeit zu Zeit updatet. Bis Resultate des Linkabbaus eintreten, dauert es also bis zum nächsten Update.

Auch wenn Google sich nicht dazu äußern wollte, ob dieser Filter die ganze Seite betrifft oder nur einzelne URLs, vermutet Danny Sullivan eine Auswirkung auf die gesamte Seite. Sollte es also nicht helfen die Links abzubauen und die Seite erholt sich nicht, wird man wohl gezwungen sein eine neue Seite aufzusetzen, so Matt Cutts.

Was ist mit Negative SEO?

Ob Negative SEO jetzt funktionieren könnte, verneint Google nicht. Doch wie auch schon zuvor ist Negative SEO nicht einfach und gepflegte Seiten werden nicht wegen ein paar schlechter Links Konsequenzen befürchten zu haben.

Bisher wurden vor allen Dingen Seiten, die sowohl durch den Algorithmus als auch durch eine manuelle Überprüfung durch einen Quality-Rater als bedenklich empfunden wurden, von dem Update getroffen. Es sind auch eben diese Seiten, die eine Nachricht über die Webmastertools erhalten haben, in denen man auf unnatürliche Links hinwies.

Das Penguin-Update sollte keinem Angst vor Negative SEO machen, wie aber damit umzugehen ist, wenn es doch passiert, wird leider nicht geklärt.

Danny hat hier allerdings seinen eigenen Ansatz. Er sagt, die wenigsten SEOs die über verlorene Rankings klagen, haben tatsächlich eine Penalty. Vielmehr scheinen einige Spam-Links entwertet worden zu sein und der sinkende Domainpop führe zu den Ranking-Verlusten.

Eine Methode, die auch Negative SEO gut verhindern könnte!

Fazit

Was also tun, in Zeiten des drolligen Pinguins? Wenn der Trafficeinbruch ab dem 24. April, also dem Tag des Updates, passiert ist, könnten folgende Tipps helfen:

  • Weg mit dem Onpage-Spam (ihr wisst schon welchen ich meine)
  • Spam-Links weitestgehend entfernen
  • Warten bis zum nächsten Penguin-Update und den Erfolg der Maßnahmen kontrollieren
  • Wenn die Maßnahmen nicht greifen hilft wohl nur der Umzug auf eine neue Domain
  • Wenn du zu Unrecht abgestraft wurdest, fülle das Formular wie hier beschrieben aus

Für alle WordPress-User noch etwas äußerst Sinnvolles: Eine Liste bekannter Plugins, die versteckte Links auf der Seite setzen und so ebenfalls zu der Penalty beigetragen haben könnten.

 

6 Gedanken zu „Matt Cutts: Pinguine, Penalties und Negative SEO

  1. Steve

    Außer einigen vernachlässigten Projekten haben wir mit allen Seiten keine, kaum oder sogar bessere Änderungen im Ranking bei Google verzeichnen können.

    Spam-Links weitgehends zu entfernen halte ich nicht besonders gut. Hier würde ich vielmehr für gute neue sorgen.

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  2. Marcus

    Von meinen Projekten hat es nur dieses erwischt. Ab den 31.05. gleich 95% weniger Traffic! Der Blog hat einige freiwillige Forenlinks bekommen und bei den von mir gesetzten Links mit Anchortext war ich immer sehr variabel. Wahrscheinlich hilft nur warten.

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  3. Günter

    Ich habe zwar nur einen kleinen Blog, aber durch das Pinguin – Update hatte ich alle Rankings verloren. Ich habe mich direkt an die Arbeit gemacht und “Billig Links” mit Keywords entfernt. Auch sich wiederholende “Long-Tail-Kombinationen” habe ich abgewandelt in den Domain-Namen. Die interne Verlinkung habe ich ebenfalls ein wenig abgeändert und intern ebenfalls viele Keyword-Verlinkungen geändert in “mehr erfahren” etc. – Seit ein paar Tagen ist die Welt bei mir wieder in Ordnung. Die Strategie hat sich ausgezahlt und spiegelt genau das wider, was hier beschrieben wird.

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  4. Mario

    Echt schade, dass es leider auch viele Seiten getroffen haben, die echten Mehrwert verbuchen…und viele Seiten mit wenig oder schlechten Inhalten weiterranken.

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