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Lacoste tauscht Markenzeichen gegen bedrohte Tierarten

Ein weltberühmtes Markenzeichen weicht bedrohten Tierarten auf Shirts von Lacoste. Damit landet die Marke einen Marketingclou und tut gleichzeitig Gutes.

Screenshot YouTube, © Lacoste

Das Krokodil von Lacoste steht wohl in einer Reihe Logos von Coca Cola, Adidas und Co., was den Wiedererkennungswert der Marke angeht. Umso erstaunlicher, dass gerade dieses Logo vom Luxustextilhersteller für eine limitierte Edition ausgetauscht wird. Doch der Grund dafür ist aller Ehren wert; und noch dazu absolut markenwirksam.

Lacoste macht auf Artensterben aufmerksam und setzt auf Brand Awareness

Statt einem Krokodil zieren nun Sumatra-Tiger, Java-Nashörner oder Kakapos genau 1775 Poloshirts von Lacoste. Die Limitierung dieser Edition hat dabei einen ernsten Hintergrund. Denn die Zahl der Shirts entspricht der angenommenen Anzahl der noch wild lebenden zehn bedrohten Tierarten, die Lacoste als Logo auf die Brust der Polos hat nähen lassen.

So wird vermutet, dass weltweit noch etwa 350 Sumatra-Tiger leben, während nur 157 Kakapos ihre Art am Leben erhalten. Um auf das Artensterben aufmerksam zu machen, wurden im französischen Onlineshop des Herstellers also die Poloshirts mit den besonderen Logos verkauft. Sie wirken schon fast wie ein Relikt.

Damit dieses Gefühl nicht zur Gewissheit wird, gehen die Einnahmen für die Shirts an die Union for Conservation of Nature, die zusammen mit der Agentur BETC für die Edition verantwortlich zeichnet.

Ein Marketingclou, der die Marke trotz Verzicht aufs Logo stärkt

Die Shirts kosten 150 Euro, also darf man hoffen, dass dem Naturschutzverbund die 266.250 Euro ein Stückchen weiterhelfen. Doch die vergleichsweise geringe Summe steht sicherlich hinter der Aufmerksamkeit zurück, die Lacoste auf das Artensterben richten möchte.

Aufmerksamkeit erhält die Marke aber auch selbst. Nicht nur, dass die Shirts heiß begehrt und schon vergriffen sind.

Die limitierte Edition ist bereits vergriffen, Screenshot Lacoste

Mit diesem Clou hat der Hersteller die eigene Marke – und das in dem Moment ersetzte Logo – wieder in den Vordergrund gerückt. Zudem fordern immer mehr Nutzer von ihren favorisierten Marken ein Engagement im außerwirtschaftlichen Bereich. Das zeigt Lacoste hier durchaus. Und die limitierten Poloshirts dürften für noch mehr Gesprächsstoff sorgen.

Vor allem, weil auch der Mangel an mehr der beliebten Shirts seine warnende Wirkung haben dürfte: die bedrohten Tierarten lassen sich nicht ohne Weiteres wieder reproduzieren; schon gar nicht, wenn sie einmal ausgestorben sind.

Die Marketingaktion Lacostes dient einem guten Zweck, von dem viele Parteien profitieren können. Und gibt so ein gutes Vorbild auch für andere Marken ab. Vielleicht bleibt das Bild des Sumatra-Tigers auch dann noch bestehen, wenn das berühmte Krokodil längst zurückgekehrt ist.

3 Gedanken zu „Lacoste tauscht Markenzeichen gegen bedrohte Tierarten

  1. Klaus Gourgé

    Ob das als plumpes Greenwashing oder glaubwürdiges Engagement anzusehen ist, lässt sich erst entscheiden, wenn man sich das CSR-Management des Unternehmens insgesamt anschaut. Erst mal bin ich da auch eher skeptisch, zumal wir bei dem Betrag über einen verschwindend geringen Umsatzanteil sprechen. An solchen und anderen aktuellen Beispielen diskutieren wir „Normatives Management in unserem berufsbegleitenden MBA Trend- und Nachhaltigkeits-Management an der Hochschule Nürtingen: http://www.hfwu.de/trend-mba

    Klaus Gourgé

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  2. Frank

    Witzige Idee – aber letztlich nichts als Greenwashing. Die Textilindustrie ist maßgeblich für die enorme Wasserverschmutzung in Ländern wie Bangladesh, Kambodscha und China verantwortlich.

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