Social Media Marketing

Königsdisziplin Co-Creation: So bauen Influencer unabhängig von YouTube & Co. ein zweites Standbein auf

Als Influencer lässt sich gut Geld verdienen, jedoch oft in Abhängigkeit von Plattformen. In Co-Creation erstellte Produkte steigern die Selbstbestimmung der Instagrammer, YouTuber und Co.

© DISRUPTIVO - Unsplash

Influencer haben über die letzten Jahre die digitale Welt erobert und sich als starke Partner für die Werbeindustrie etabliert. Sowohl für die Plattformen wie YouTube selbst als auch für Unternehmen jeglicher Größe. Für den langfristigen Erfolg als Influencer ist dabei wichtig, sich finanziell breit aufzustellen. Wer sich nur auf die Werbeeinnahmen von YouTube verlässt, endet schnell als Eintagsfliege. Warum Co-Creation, bei der Influencer und Marke ein gemeinsames Produkt entwickeln, in meinen Augen die Königsdisziplin des Influencer Marketings ist und für Unabhängigkeit sorgt, möchte ich nachfolgend erklären.

Zunächst ist dabei ein Blick auf die unterschiedlichen Einkunftsquellen für Influencer spannend:

1. Automatisierte Werbung: ​Die einfachste Art und Weise zum Geld verdienen, ist YouTube. Ab einer Wiedergabezeit von mehr als 4.000 Stunden in den letzten 12 Monaten und mehr als 1.000 Abonnenten qualifiziert sich der Creator für das YouTube-Partner-Programm. Dadurch läuft über das Google Adsense-Werbenetzwerk vor den Videos Werbung, die je nach Genre und Zielgruppe bis zu 8 Euro pro tausend Klicks bringen kann. Der Nachteil: Der Creator ist komplett abhängig von YouTube, vor allem was den Algorithmus und die damit verbundene Werbetauglichkeit betrifft, da dieser nicht zwischen „gut“ und „böse“ unterscheiden kann.

2. Einmal-Buchungen: ​Die nächste Stufe sind Einmal-Buchungen. Das sind in der Regel Produktplatzierungen in Videos auf YouTube oder in Posts bzw. Stories auf Instagram. Das Produkt wird der Zuschauerschaft präsentiert, der Influencer bekommt für seine Reichweite eine vorher ausgemachte Summe X. Vor allem Influencer-Marketing-Plattformen sind hier zuletzt sehr gewachsen. Zum Testen von Influencer Marketing eine gute Möglichkeit.

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3. Jahres-Verträge und Partnerschaften: ​Während die ersten beiden Quellen recht unbeständig sind, punkten Jahres-Verträge und dauerhafte Partnerschaften durch die Planbarkeit der Einkünfte. Hierbei vereinbaren Influencer und Marke eine bestimmte Anzahl an Marketingmaßnahmen über einen definierten Zeitraum zu einem oder mehreren Produkten auf den jeweiligen Kanälen des Influencers. Vorteil für die Influencer: Sie erhalten für eine Zeit X dauerhaft eine Summe Y. Vorteil für die Marke: Sie hat dauerhaft einen starken Partner und profitiert von seinem Image.

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Die wahre Königsdisziplin: Co-Creation

Die genannten Möglichkeiten sind gut für den Start und auch die verbreitetsten Werbeformen. Die Influencer, die selbst bei Jahresverträgen immer noch Inhalte für einen festen Betrag auf YouTube oder Instagram veröffentlichen müssen, erlangen dabei aber keinerlei Freiheit von der Plattform. Viel besser mit Blick auf die Planbarkeit einer langfristigen Zusammenarbeit ist in meinen Augen dabei die Co-Creation, die ich nicht umsonst als die „Königsdisziplin des Influencer Marketings“ bezeichne.

Bei der Co-Creation entwickeln der Influencer und die Marke ein gemeinsames Produkt. DagiBee (Got2b), MrsBella (bhcosmetics) oder Kisu (Revolution) sind hier Paradebeispiele. Die Co-Creation bringt die Parteien ins selbe Boot, da beide von den Verkaufszahlen des Produktes profitieren. Für den Influencer hat dieses Modell den Vorteil, dass er nicht zwangsläufig seine eigene Firma gründen muss, sondern in diesem Fall als „Light Entrepreneur“ in einem festen Rahmen unternehmerisch tätig sein kann.

Der wichtigste Faktor bei der Co-Creation ist die Kombination aus Offline- und Online-Welt. Der Sprung aus den sicheren Gefilden von YouTube, Instagram und Co. raus in die Läden ist ohne einen starken Partner schwierig. Hat man diesen aber, so helfen z. B. über 3.200 Pappaufsteller in Drogerie-Filialen dabei, dass der Influencer die Bekanntkeit aus dem Netz nutzen und auf neue Zielgruppen ausweiten kann. Die Marke profitiert durch den positiven Transfer selbstverständlich mit, denn durch dieses Konzept macht der Influencer stetig Werbung für das Unternehmen.

So wird die Co-Creation zum Erfolg

Bevor zu große Marketingbudgets auf gut Glück verpulvert werden – hier sind meine eigenen Erfahrungen in Sachen erfolgreicher Co-Creation:

● Das Produkt muss zum Influencer passen. Dieser Punkt klingt banal, doch hier und da wird er immer noch missachtet. Eine Influencerin im Beauty-Bereich wirkt mit einer eigenen Lidschatten-Palette authentisch, mit einem themenfremden Produkt, wie beispielsweise einem eigenen Pfannenset, nicht. Glaubwürdigkeit ist das Zauberwort!

● Der Influencer muss in den Entwicklungsprozess eingebunden werden, damit ein authentisches Ergebnis erarbeitet wird, hinter dem die Person auch steht. Nur so können Marken den Einfluss, den Influencer auf ihre Follower haben, auch nutzen und die Begeisterung dafür ehrlich transportieren. Erst wenn der Influencer zu hundert Prozent zufrieden ist, sollten die Produkte gelauncht werden.

● Besonders erfolgreich wird die Zusammenarbeit, wenn der Influencer und die Marke schon eine längere gemeinsame Vergangenheit haben, z. B. durch kleinere Produktplatzierungen. Dadurch ist die kommunizierte Verbundenheit für die Zuschauer/Follower besser nachvollziehbar und es hat sich bereits Vertrauen aufgebaut.

● Und wenn das Produkt gelauncht wird, dann muss die Arbeit weitergehen. Beide Seiten entschließen sich hier für ein aufmerksamkeitsstarkes Miteinander. Das sollte nicht verpuffen, sondern in weiteren gemeinsame Aktionen und/oder Produkten münden. Es geht um eine sinnvolle, langfristige und gemeinsame Geschichte.

Ein enormes Potenzial für Influencer und Unternehmen

Wie eingangs beschrieben, bietet die Co-Creation ein enormes Potenzial für die Marke, aber eben auch für die Influencer selbst. Beide Seiten profitieren von dem Deal. Die Umsatzzahlen in Millionenhöhe von Co-Creation-Ergebnissen wie LVLY (Paola Maria) oder got2b (Dagi Bee) zeigen, wie gut diese Produkte funktionieren können. Richtig eingesetzt, können sich Influencer dadurch zwar nicht komplett unabhängig von den Plattformen machen – doch sie werden durch Co-Creation zu einem verkaufenden Unternehmer und dadurch unabhängiger. Die Unternehmen profitieren von der dauerhaften Beteiligung deutlich mehr als von Einmal-Buchungen. Ein Win-Win für beide Seiten! Deshalb gehe ich davon aus, dass wir in Zukunft immer mehr Brands und Influencer sehen werden, die diesen Weg gemeinsam gehen.

Über Kevin Tewe

https://tewe-media.com/

Kevin Tewe betreut mit seiner Agentur Tewe Media die größten und einflussreichsten Influencer Deutschlands wie Ana Johnson, Diana zur Löwen oder Liz Kaeber. Zudem vermittelt er sein Wissen zum Thema Influencer Marketing als Experte und Speaker.

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