Technologie

Jumbo räumt auf: Die Privacy-App verwaltet Einstellungen auf Facebook und Co.

Die Privacy-App Jumbo vereinfacht Nutzern den Umgang mit ihren Privatsphäreeinstellungen und räumt z.B. alte Tweets oder im Verlauf von Google auf.

© Jumbo Blog

Pierre Valade, Entwickler der beliebten Kalender-App „Sunrise“ hat mit „Jumbo“ ein neues Projekt gestartet. Die Privatsphäre-App bietet ein Rundum-Sorglos-Paket in Sachen Datenschutz und räumt auf Facebook, Twitter und Co. auf.

Jumbo kann:

  • 30 Privatsphäreeinstellungen auf Facebook verändern
  • alte Tweets löschen (und vorher auf dem Telefon speichern)
  • den Verlauf der Google-Suche löschen
  • Alexas Verlauf löschen
  • und soll bald auch auf Instagram und Tinder klar Schiff machen

Während gerade auf Facebook eine langwierige Recherche den Änderungen der Einstellungen vorhergehen muss, erledigt Jumbo alles für den User mit ein paar Klicks. Viele Nutzer sind zu bequem, um sich wirklich in die Materie einzuarbeiten und belassen die Einstellungen deswegen oft einfach so, wie sie von Anfang an sind. Das möchte Jumbo ändern.

Privacy is something that people want, but at the same time it just takes too much time for you and me to act on it. So you’re left with two options: you can leave Facebook, or do nothing,

sagte der Entwickler von Jumbo Pierre Valade.

Eine Übersicht der Funktionen. © Jumbo Blog

So funktioniert es:

In der App geben User ihren Benutzernamen und ihr Passwort ein. Da keine API für die Facebookeinstellungen existiert, wird Jumbo den Nutzer imitieren und für ihn die Buttons klicken. In drei Abstufungen (weak – medium – strong) kann der Nutzer auswählen, wie strikt seine Privatsphäre geschützt werden soll. Eine Liste aller Unterschiede der drei Einstellungsmöglichkeiten in den verschiedenen Bereichen findet sich auf der Website. So stellt Jumbo beispielsweise Fragen wie:

  • Dürfen Suchmaschinen außerhalb von Facebook auf dein Profil verweisen?
  • Wer soll deine zukünftigen Posts sehen können?
  • Soll Facebook dich in Fotos und Videos erkennen können?

Jumbo hat selbst keinen Zugriff auf die Daten

Die Jumbo-App selbst sieht nie etwas von den Daten der Nutzer – z.B. wenn der Assistent auf Twitter alte Tweets löscht -, denn alles wird lokal auf dem Telefon verarbeitet. „There isn’t a server-side component that we own that processes your data in the cloud“, stellte Valade klar. Im Gegensatz zu anderen Apps, die ähnliche Dienste anbieten, ist Jumbo das erste Rundumpaket, das für alle großen Player nutzbar sein soll. Seit gestern ist die App für iOS verfügbar, bald soll sie auch für Android kommen. Noch ist der Service kostenlos, aber es ist zu erwarten, dass einige Features bald nur für Premium-Accounts verfügbar sein werden, die dann Geld kosten.

Eine Herausforderung für Facebook

Beinahe erwartet wird von Valade, dass die großen Unternehmen wie Facebook und Twitter sich gegen die Anwendung von Jumbo sträuben werden. Schließlich verdienen sie am meisten, wenn die Nutzer ihre Datenschutzeinstellungen am besten gar nicht berühren und dadurch viele Daten liefern. Sollte Facebook Jumbo auf der Plattform blockieren, gibt sich Valade zuversichtlich, dass es nur auf Zeit wäre:

If the social network blocks us, we will disable the integration in Jumbo until we can find a solution to make them work again.

Im Grunde kann sich Facebook mit all den Skandalen in letzter Zeit nicht noch mehr negative Aufmerksamkeit leisten. Die Blockierung eines für viele Nutzer sicherlich rettenden Privatsphäre-Assistenten, den Facebook schon längst hätte selbst entwickeln können, würde ein falsches Licht auf die Motive des Sozialen Netzwerks werfen. Mit genügend Unterstützung durch Anwender und gutem Feedback (das derzeit mit 37 Ratings bei 4,9 von 5 Sternen im AppStore liegt) wäre die Empörung sicher zu groß, als dass eines der Unternehmen sich das leisten wollen würde. Doch noch ist die App zu klein, als dass sie Facebook in der Hinsicht einschüchtern könnte. Derzeit hätte die Plattform wohl keine Schmerzen damit, den Zugriff von Jumbo auf die eigene Seite zu sperren.

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