Social Media Marketing

Interessen statt Nutzern folgen: Twitter arbeitet an Topic Feeds

Wer bei Twitter die Accounts verwaltet, denen er folgt, erhält darauf basierend einen Feed, aktuell oder relevant. Vielleicht kommt aber schon bald der Interessen-Feed als Option.

© Twitter

Die Vorstellung vom Feed, der nur auf einem speziellen Interesse beruht, ist für manchen Twitter-Nutzer sicher nicht abwegig. Das ist abhängig von den Konten, denen man folgt, schon jetzt mehr oder weniger möglich. Derzeit testet die Plattform jedoch die Option, konkreten Themen zu folgen. Gibt es also bald den Feed für Cat Content, Fußball-News oder lustige Memes?

Den Interessen folgen, nicht den Accounts

In einem neuen Experiment möchte Twitter herausfinden, wie sehr die Nutzer daran interessiert sind, in einer Feed-Version einzig auf ein Thema reduzierte Tweets angezeigt zu bekommen. Laut Mashable wird ein Test mit der Bezeichnung „dedicated interest experiences“ durchgeführt. So soll ein Topic Feed in der Timeline etabliert werden, nicht im Entdecken-Bereich. Den Angaben des Publishers zufolge könnten Nutzer bestimmten Themen folgen und dann passende Tweets dazu angezeigt bekommen, auch wenn sie den Accounts, von denen diese stammen, nicht folgen. Außerdem sollen spezifische Themen aber auch gezielt stumm geschaltet werden können.

Allerdings ist der Test für das Feature vorerst sehr begrenzt. Nur auf Android und nur für den Bereich Sport wird er ausgeführt. Sollte es künftig aber zu einem Rollout einer solchen Funktion kommen, so Karissa Bell und Caitlin Welsh bei Mashable, würde Twitter die Themen eigens kuratieren und ein Whitelisting vornehmen, und sich dabei nicht auf eine automatisierte Auswahl verlassen.

Die Inhalte aber würden automatisch generiert werden, sodass über Machine Learning passende Tweets versammelt werden könnten. Wie gut das funktionieren kann, müssen umfassendere Tests zeigen. Auf diese Weise könnte Twitter seinen Nutzern ersparen, über diverse Hashtags Konversationen auf der Plattform zu finden und nachzuvollziehen. Die Hashtags selbst aber wären auch für das Gruppieren von Tweets weiterhin wichtig. Product Lead Kayvon Beykpour erklärte der Presse in einem Briefing im Twitter HQ:

Just as over the last 13 years you’ve been able to follow accounts or mute accounts, we want to allow our customers to follow topics and mute topics. You may decide to turn off politics for the day and only look at puppy Twitter.

Puppy Content könnte einen Feed bestimmen, Screenshot Twitter

Mehr Optionen zum Personalisieren – aber kein Edit Button

Bei Twitter wird auch unabhängig von derlei Feed-Optionen immer kräftig getestet und Neues ausgerollt. Zuletzt veröffentlichte man zwei Features, die der Personalisierung der eigenen Twitter-Erfahrung dienen. Zum einen wird bei Android gerade getestet, die Benachrichtigungen während wichtiger Veranstaltungen quasi auf Snooze stellen zu können.

Zum anderen, und dieses Feature ist für Android und iOS verfügbar, können Nutzer sich inzwischen benachrichtigen lassen, wenn es eine Antwort auf einen Tweet gibt, an dem sie Interesse gezeigt haben.

Bei jeder Neuerung und jedem Test werden die Kommentare jedoch durch einen Aspekt dominiert. Es wird immer wieder nach einem Edit Button gefragt. Dagegen wehrt sich das Unternehmen aber nach wie vor. Beykpour meint:

So müssen die User mit den aktuellen Funktionen vorlieb nehmen. Vielleicht können sie aber bald zumindest auf ganz spezifische Feeds zurückgreifen, dominiert von je dem Thema, das sie gerade interessiert.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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