Social Media Marketing

Insta Stories in der Kommunikation? Diese 3 Startups machen’s vor

Die Insta Stories haben sich binnen kurzer Zeit zu einem der beliebtesten Content-Formate entwickelt. Drei Unternehmen haben uns Insights zur erfolgreichen Verwendung in der Unternehmenskommunikation gegeben.

Instagram Stories © T. Bauer | OnlineMarketing.de

Die Instagram Stories feierten am 02. August ihr erstes Jubiläum und haben von Anfang an eingeschlagen wie eine Bombe. User lieben sie heiß und innig und während viele Unternehmen sie schnell für sich entdeckt haben, wissen andere rein gar nichts damit anzufangen. Wir haben drei KMU zu ihren Stories befragt und jede Menge Inspiration gefunden, die sich auch andere abschauen können.

Wie funktionieren Stories?

Die Instagram Stories sind ein flüchtiges Format. Hier können nur Inhalte hochgeladen werden, die maximal 24 Stunden alt sind und diese werden nach ebenfalls 24 Stunden unversehens wieder gelöscht. Hält ein User seine Stories stets aktuell und spannende Beiträge bereit, kann er sich fast sicher sein, dass er damit viele Views erzeugt.

Links setzen können nur diejenigen User ab einer Followeranzahl von 10.000. Dafür gibt es seit kurzem für jeden die Möglichkeit Hashtags zu nutzen und den Ort zu vertaggen. Das ist insofern sinnvoll, als dass nun auch Stories deines Aufenthaltsortes in der Suche vorgeschlagen werden und du auf diese Weise zu einer großen Anzahl an Views gelangen kannst.

Neben den vielfältigen Funktionen der Stories macht das Format aber auch einfach Spaß, was die Zahl der User, die Stories täglich nutzen, unterstreicht: Bereits im Juni verzeichneten die Instagram Stories mit 250 Millionen Daily Users 50% mehr als das Pendant von Snapchat, dem eigentlichen Urheber des Formats. Wer immer noch nicht überzeugt ist, dem sei gesagt, dass inzwischen 15 Millionen Menschen in Deutschland monatlich auf Instagram aktiv und hier auch von Marken erreichbar sind.

Glücklicherweise gilt für neue Formate in Social Media, dass viel ausprobiert werden kann und soll. Eine ausgefeilte Strategie benötigt es gar nicht unbedingt. Einfach loslegen und schauen, was passiert ist durchaus ein probates Mittel. Und das ist das schöne an den Instagram Stories. Wir haben mit Coffee Circle, Geile Weine und Krautkopf drei Startups für euch ausgewählt, die Insta Stories beherrschen und verstärkt in der Kommunikation einsetzen.

Best Practices für KMU Insta Stories 

Viele Startups und KMU stehen noch ganz am Anfang ihrer Reise und können nur auf begrenzte Werbebudgets zurückgreifen. Um herauszufinden, wie Instagram Stories kreativ und ressourceneffizient genutzt werden können, haben wir drei Startups interviewt, die erkannt haben, dass viele alltägliche Situationen schon Futter für Stories bereithalten. Hier geben sie auch anderen Tipps, die sich bisher nicht getraut haben.

Coffee Circle

Insta Stories von Coffee Circle: Ein buntes Potpurri an Content.

Wie lässt sich eure Content Strategie für die Instagram Stories zusammenfassen?

Authentizität und Nahbarkeit stehen für uns im Vordergrund. Zugegeben: An der Strategie für Instagram Stories arbeiten wir derzeit noch. Doch zum Glück arbeiten wir mit einem Produkt, dass man wunderbar im Büroalltag integrieren kann und sind mit dem Büro räumlich sehr nah an Rösterei und Logistik dran. So ergeben sich die meisten Stories spontan! Gestellte Szenen kauft dir die Community eh nicht ab.

Welchen Impact könnt ihr durch die Stories wahrnehmen (bspw. mehr Umsatz, größere Fanbase)?

Vorrangig mehr Liebe zur Marke: Unsere Follower reagieren und interagieren viel mit uns. Sei es die Freude über den frisch gerösteten Kaffee, die neue Abo-Lieferung, der neue Zubereiter – wir werden häufig in den Stories unserer Kunden erwähnt. Das ist wirklich schön zu sehen! Man kann es nicht messen, aber die Brand Awareness nimmt so auf jeden Fall zu. Bis zu 2.000 User schauen sich Stories bei uns an. Einen direkten Einfluss auf den Umsatz können wir derzeit noch nicht messen.

Was ist eurer Meinung nach das Besondere an diesem Format?

Die Stories sind schnell, einfach und es wird keine Perfektion erwartet – im Gegensatz zur restlichen Instagram-Welt. Wir nehmen uns in sozialen Netzwerken selbst nicht zu ernst, deshalb fühlen wir uns damit sehr wohl. Es geht um den kurzen, spontanen Einblick, in das was gerade passiert. Das macht das Medium auch so unkompliziert in der Handhabung.

Welche Reaktionen erhaltet ihr von den Followern?

Liebe, ganz viel Liebe. Man macht es kurz: Da landen Herzchen oder lachende Gesichter in unserem Instagram-Posteingang. Ab und zu stellen die User auch Fragen zu den Kaffees oder den gezeigten Zubereitungsmethoden. Das Beste ist aber, wie viele unserer Kunden ihre frisch eingetroffenen Kaffee-Packungen in ihren eigenen Stories zeigen. Das freut uns jedes Mal sehr und wir wissen das wirklich zu schätzen.

Welche Inhalte funktionieren gut, welche eher weniger? Habt ihr da ein prägnantes Beispiel?

Einblicke in die Kaffee-Produktion kommen besonders gut an. Gerade das Begleiten des Röstprozesses oder auch eines Cuppings, in dem Kaffee verkostet wird, werden besonders gut angenommen. Unsere Community freut sich aber auch über die kleinen Momente aus unserem Arbeitsalltag.

Geile Weine

Geile Weile nehmen den Zuschauer mit zu Weinproben und lassen ihn am Arbeitsalltag teilhaben.

Welche Content Strategie fahrt ihr in den Instagram Stories?

Grundsätzlich legen wir sowohl im Stream als auch in den Stories hohen Wert auf den Austausch und den Unterhaltungswert für unsere Community. Wir möchten unsere Community inspirieren, ihr einen Mehrwert über das reine Produkt hinaus geben, sie hinter die Kulissen blicken lassen und auf diese Weise Markenerlebnisse schaffen. Durch Instagram Stories haben wir zudem die Möglichkeit, interessierten Followern einen noch tieferen Einblick zu geben und sie mehr oder weniger live an Erlebnissen teilhaben zu lassen. Gleichzeitig lässt sich so die Gefahr eines Überdrusses weniger stark interessierter Follower vermeiden.

Insgesamt verfolgen wir einen Mix aus Produktpostings, Einblicken in unseren Arbeitsalltag (der meist alles andere als alltäglich ist) sowie inspirierenden Inhalten rund um das Thema Wein.

Was genau sind eure Ziele mit den Stories?

Wir möchten unsere Community auf gewisse Art und Weise an der Marke teilhaben lassen/sie einbinden und so durch gemeinsame Erlebnisse die Markenbindung stärken. Auch die direkte Interaktion wird durch Instagram Stories gefördert. Neben der Beziehungspflege ist auch das dadurch vermittelte Feedback, positiv wie negativ, ein sehr wichtiges Tool für die weitere Markenentwicklung.

Welchen Impact könnt ihr durch die Stories wahrnehmen?

Grundsätzlich haben wir festgestellt, dass Instagram Stories ein sehr wertvolles Instrument sind, um mit unserer Fanbase zu kommunizieren. Wir erhalten stets Reaktionen auf unsere Stories und können die Interessen und Bedürfnisse unserer Follower so viel besser verstehen. Auch im Rahmen des Beziehungsaufbaus sowie der -pflege von Markenkooperationen sehen wir Stories als sehr nützliches Tool an.

Warum Instagram Stories und nicht Snapchat Stories?

Wir schließen die Kommunikation via Snapchat nicht aus, da wir auch dieses Tool sehr spannend finden. Die Nutzung von Instagram Stories hatte für uns jedoch den Vorteil, dass wir bereits einen Instagram Account besaßen und diesen auch aktiv pflegen. So waren bereits eine entsprechende Fanbase sowie Vorkenntnisse bezüglich des technischen Know-Hows vorhanden.

Welche Reaktionen erhaltet ihr von den Followern?

In erster Linie positive. Häufig erhalten wir Feedback, dass Follower am liebsten live dabei wären, dass ihnen unsere Story oder unser Markenauftritt im Allgemeinen gut gefällt. Auch Marken reagieren bei Bildern welche ihre Produkte enthalten häufig direkt auf unsere Stories.

Welche Inhalte funktionieren gut, welche eher weniger? Habt ihr da ein prägnantes Beispiel?

Im Stream werden grundsätzlich alle Postings sehr gut angenommen. Allerdings merken wir vor allem bei Quotes, GIFS und Gewinnspielen eine sehr hohe Reaktionsquote. In den Stories legen wir den Fokus vordergründig auf behind-the-scenes-Inhalte sowie Event-Momente, um doppelte Inhalte zu vermeiden.

Krautkopf

Bei Krautkopf kommt es nicht auf die Quantität an. Es gibt auch Zeiten, in denen es gar keine Stories gibt. Dennoch ist man vom Format überzeugt.

Was lässt sich über eure Content Strategie für Instagram Stories sagen?

Jedes Medium erfordert andere Inhalte. Im Blog zeigen wir besonders gerne kulinarische Geschichten, in denen es nicht vordergründig um Rezepte geht. Auf Instagram versuchen wir das auch mehr und mehr zu integrieren um uns von den reinen Rezept-Profilen abzuheben und den Inhalt für unsere Leser abwechslungsreicher zu gestalten. Am wichtigsten ist dabei trotzdem ein gleichbleibender, individueller Bildstil mit einer wiedererkennbaren Ästhetik. Bei den Instagram Stories ist das wiederum gar nicht so wichtig. Hier zählt es eher die kleinen Momente zwischendurch festzuhalten, die wir in unserem Profil nicht unbedingt zeigen würden.

Was genau sind eure Ziele mit den Stories?

Wir setzen uns selten mit dem, was wir machen, bestimmte Ziele. Wir machen einfach das, was uns gerade Spaß macht und in den Sinn kommt. Das brauchen wir, um kreativ und authentisch zu bleiben.

Wann habt ihr mit den Stories angefangen? Wann habt ihr bemerkt, dass sie das richtige/ein relevantes Tool für die Unternehmenskommunikation ist?

Angefangen haben wir damit eigentlich sobald das Tool bei uns freigeschaltet war. Mal posten wir mehr, mal weniger. Manchmal erscheint in den Stories auch mehrere Wochen lang gar nichts von uns. Wir machen uns da selbst gar keinen Stress, denn dieses Medium soll für uns auch weiterhin spontan bleiben und nichts, was nach Zeitplan abläuft.

Was ist eurer Meinung nach das Besondere an diesem Format?

Instagram ist für uns in erster Linie eine großartige Möglichkeit uns mit unseren Lesern auszutauschen. In den Stories ist das auf eine noch viel persönlichere Art möglich. Genau das möchten wir fördern und zeigen deswegen nicht nur unsere fertigen Fotos, sondern auch den Weg dorthin. Unsere Leser sollen ruhig sehen, dass es bei uns am Set durchaus chaotisch zugeht. Wir berichten von unseren persönlichen Reisen und lassen unsere Leser dadurch life dabei sein, wenn wir ein fremdes Land erkunden. Nicht erst im Nachhinein, wenn alles in einem Blogpost aufgearbeitet ist, die besten Bilder ausgesucht sind und 10 Mal über den Text gelesen wurde. Die Stories sind viel unmittelbarer und das gefällt uns besonders daran.

Welche Reaktionen erhaltet ihr von den Followern?

Das kommt ganz auf den Inhalt der Stories an. Wir merken aber deutlich, dass eine persönlichere Kommunikation entsteht, als in der Kommentaren unter den Instagram Posts.

Welche Inhalte funktionieren gut, welche eher weniger? Habt ihr da ein prägnantes Beispiel?

Bei uns kommen besonders gut Tipps zur Foodfotografie oder zum Foodstyling an. Aktuell haben wir eine kleine Story gepostet, in der wir zeigen, wie wir uns einen neuen Fotountergrund selbst herstellen. So etwas zeigen wir sonst nirgendwo, da weder im Blog Platz dafür ist und wir auch keinen YouTube Kanal haben.

Man muss sich einfach nur überlegen, was die Leser an den Inhalten am meisten schätzen und dazu etwas Hintergrundinformationen liefern. Unsere Follower lieben, neben der Inspiration für unsere Rezepte, die Fotos. Viele sind selbst Blogger oder fotobegeistert. Deswegen sind Stories, in denen wir genau darüber etwas erzählen, sehr beliebt. Aber das ist natürlich sehr individuell.

Insta Stories – ein kreatives Contentformat

Die drei interviewten Startups zeigen, dass gar keine ausgefeilte Strategie für die Stories vorhanden sein muss. Manchmal ist es eben auch von Vorteil, einfach zu probieren. Die populären Plattformen bieten derzeit noch den Spielraum dafür, ohne dabei schwere Fehler begehen zu können. Die Stories bieten Unternehmen die Möglichkeit, mit ihren Kunden zu kommunizieren und die üblichen Kanäle mit dem Content zu verlängern, ohne dabei Gefahr zu laufen, ihren Fans auf die Nerven zu fallen. Denn der Konsum ist absolut freiwillig, doch die Interaktionsraten beweisen, dass User sich heutzutage gern Markeninhalte ansehen, sofern diese authentisch sind und einen Blick hinter die Kulissen bieten.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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