Social Media Marketing

Instagram API abgestellt: Das hat sich seitdem für dich geändert

Nachdem Instagram die alte API abgeschaltet hat, sind viele Features von Drittanbieter-Apps nur noch eingeschränkt nutzbar. Gehören nun auch Bots der Vergangenheit an?

© Luke van Zyl | Unsplash, CC0

Instagram hat vor Kurzem seine im Rahmen der Daten- und Privatsphäre-Debatte angekündigten Änderungen der API umgesetzt und die Instagram API vorzeitig eingestellt. Ein Großteil der Apps, die auf Instagram direkt zugreifen, haben nun lediglich einen beschränkten oder gar keinen Zugriff mehr auf die Plattform. Wir erklären, welche Funktionen betroffen sind und weshalb ihr weiter mit Bots leben müsst.

Einschränkungen für Community und User Management

Die Debatte um Datenschutz ebbt auch nach Wochen nicht ab. Zwar sollte die alte Instagram API ohnehin abgeschaltet werden, doch war dies eigentlich erst für den Sommer geplant und sollte sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Von den nun eingetretenen Änderungen ist ein Großteil der User betroffen, die ihren Account mit Third-Party-Apps managen oder analysieren. Quasi über Nacht wurden die Funktionen der Apps beschnitten oder der Zugriff komplett gekappt. Obwohl auch Apps offizieller Facebook-Partner betroffen sind, sind User mit diesen jedoch auf der sicheren Seite.

Die Änderungen wirken sich in der Nutzung Instagrams dann wie folgt aus:

  • Likes: Was ein User wann liked, werden Unternehmen nun nicht mehr erfahren. Auch können keine Likes via App mehr gelöscht werden.
  • Follower: Apps, die auf die API zugreifen und eure oder Follower von anderen analysieren, funktionieren nicht mehr. Dazu zählen auch Apps, die demographische Informationen der Follower auslesen oder solche, die analysieren, welche User euch ent- oder gefolgt sind.
  • Kommentare: Private Profile können mit Anwendungen Dritter keine Kommentare mehr absenden oder bereits vorhandene löschen. Wer auf dieses Feature jedoch nicht verzichten möchte, muss sein Profil auf Business umstellen. Betroffen sind hier Apps zum Community Management, die eine Kommentar-Moderation anbieten.
  • Userinformationen: Unternehmen können nun weder auf die Profilinformationen noch auf das Profilbild zugreifen. Außerdem sind für sie die letzten Beiträge eines Users nicht mehr sichtbar und Benutzer können nicht gesucht werden.
  • Hashtag Monitoring: Hashtag-Kampagnen etwa werden aufgrund der Änderungen erschwert. Denn öffentliche Beiträge, die bestimmte Tags enthalten, können nicht mehr ausgelesen werden. Grund dafür werden mitunter zahlreiche Webseiten sein, die Content von Instagram gecrawlt haben, um ihn auf ihren Seiten zu veröffentlichen. Das schränkt die Möglichkeiten von User Generated Content für Unternehmen ziemlich ein, macht es aber nicht ganz unmöglich. Hier ist in Zukunft viel Handarbeit vonnöten.
  • Bots: Bots sind tot. Jedenfalls gilt das für diejenigen Bots, die auf die offizielle Instagram API zugegriffen haben (was zugegebenermaßen nur einen kleinen Teil betreffen dürfte). Automatisierung für Engagement wie kommentieren, reposten oder das Taggen von Usern ist nur noch in beschränktem Umfang möglich. Bots sind trotzdem nicht tot, denn es gibt immer noch genügend anderweitige Möglichkeiten, wie etwa über ein Webinterface, Bots auf die Plattform zu schleusen. Der Einsatz wird allerdings mit ähnlichen Problemen behaftet sein, wie es ohnehin schon der Fall ist.
  • Rückgang des Engagements: Aufgrund der Einschränkung von Automatisierungs-Features kann das Engagement zurückgehen. Allerdings ist das kein negativer Umstand, denn das meiste Engagement, das nun erzielt wird, wird auch echt sein. Kein Grund zum Ärgernis.

Neue Graph API für Business User nicht betroffen 

Bereits am Osterwochenende limitierte Instagram plötzlich und ohne Vorwarnung die Anzahl der möglichen API-Aufrufe für Drittanbieter-Apps von vormals 5.000 auf 200 pro Stunde. Daten konnten so nur noch in einem geringen Ausmaß aktualisiert werden. Die seit Anfang April inkraft getretenen Maßnahmen betreffen vor allem Engagement-Features der 3rd Party Apps, wie automatisiertes Liken, Kommentieren oder Folgen und sind bedingt durch die Einstellung der alten Instagram API. Business Accounts können auf die neue Graph API zugreifen, die von den Einschränkungen bislang nicht betroffen ist. Und wer gehofft hat, dass den Bots mit den Änderungen der Garaus gemacht werden konnte, der irrt leider. Denn nur ein geringer Prozentsatz der nervigen Fake User konnte mit dem Abschalten der Instagram API ausgesperrt werden.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.